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  • Magische Minuten.
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    Magische Minuten.

    Er ist der Vorbote einer ganz neuen Modellfamilie: der Mercedes-Benz Concept EQ. Wenn sich der aufgehende Stern zeigt, zieht er schon jetzt alle Blicke auf sich. Wie kürzlich in Berlin, bei unserer Probefahrt.

    Text: Jörg Heuer | Fotos: Tim Adler/Daimler AG

Ein denkwürdiges Erlebnis.

Mit dem futuristisch anmutenden Mercedes-Benz Concept EQ ­unterwegs zu sein ist schon ein denkwürdiges Erlebnis. Vom Aufmerksamkeitsgrad her ungefähr so, als wäre man mit einem brandneuen, extra laut grollenden Mercedes-AMG Supersportwagen unterwegs.

Plötzlich halten Passanten in ihren Bewegungen inne. Sie deuten in Richtung des Autos. Starren und staunen, filmen und fotografieren. Einer strahlt sogar um die Wette mit dem weiß leuchtenden Stern im verglasten Display des Concept EQ, das den Kühlergrill ersetzt: Michael Nakoinz, 38, aus Peitz, unweit von Cottbus. Er hat gerade durch seine fast euphorische Reaktion auf unser Auftauchen den Hauptpreis gewonnen: eine Mitfahrt mit dem Concept EQ. Er weiß aber noch nichts von seinem Glück.


Die kommende ­Revolution auf vier Rädern.

Unsere Jungfernfahrt mit dem Concept EQ führt an einem sommerlich warmen Tag über den ­EUREF-Campus in Schöneberg, rund um den alten Gasometer, durch einen ehemaligen Industrie- und Kraftwerkskomplex mitten in Berlin. Das viertürige SUV-Coupé ist zwar äußerst formschön, das Design der Karosserie mutet monolithisch an, wie aus ­einem Guss, und der Innenraum wirkt funktionalistisch: groß, aufgeräumt und angenehm luftig.

Allerdings ist das Auto natürlich kein ­Mercedes-AMG Supersportwagen. Auch kein ­Sportwagen. Er ist stattdessen: die kommende ­Revolution auf vier Rädern. Der Neustart von Mercedes-Benz in die Zukunft.


Gute Energie, viele Emotionen.

Die Türen öffnen sich per Tastsensoren. Statt der Seiten- und des Rückspiegels gibt es kleine Kameras, die ihre Bilder auf Displays projizieren. Im Cockpit existieren zwar noch Lenkrad, Gas- und Bremspedal, doch dominieren intuitive Bedien­elemente wie das Touchpad in der Mittelkonsole. Ansonsten: helles Leder, Ambientelicht, LED-Bildschirme in den Rückenlehnen der Vordersitze.

Es flirrt eine Menge gute Energie durch Cockpit und Fonds. Die Sitzverstellung, Tradition bei Mercedes-Benz, hat natürlich überlebt. Der herkömmliche Anschnallgurt auch. Doch sonst ist fast alles neu – sinnlich, sinnvoll und avantgardistisch zugleich. Das Widescreen-Display scheint fast im Raum zu schweben.


Auf den Straßen rund um den alten Gasometer hört man den von zwei Elektromotoren auf Trab gebrachten Stromer so gut wie gar nicht. Nur ein leises Summen. Und trotzdem fällt das Fahrzeug auf. Weil es mit seiner coolen Elektro-Ästhetik ­heraussticht aus der Masse. Dabei ist es (noch) nur eine Studie. Doch was heißt „nur“? Das äußere ­Design des Concept EQ bietet laut seiner Entwickler und Ingenieure bereits einen durchaus konkreten Blick auf die Zukunft.


Ausblick auf die Zukunft.

EQ steht für Electric Intelligence. Null lokale Emissionen. Aber tausend Emotionen. Genau das denkt man sich, wenn man unter dem riesigen Glaspanoramadach sitzt und bereits einige Kilometer mitgefahren ist.

Ab 2019 soll die neue Modellreihe von Mercedes-Benz erhältlich sein. Mit neuartigen ­Serviceangeboten wird Mercedes me dazu für die Marke EQ ein ganzheitliches Ökosystem ­schaffen. Und die intelligente Verknüpfung von Daten aus unterschiedlichen Sensoren wird auch in diesen Modellen von Mercedes-Benz die Vision vom automatisierten Fahren immer erlebbarer werden lassen.


Eine Menge Fahrspaß.

Bis zu 300 kW (408 PS) Elektromotoren-Power, bis zu 500 Kilometer Reichweite und 70 kWh Akku­kapazität stecken im Konzeptfahrzeug. Vollelektrisch, voll vernetzt, kurzum: voll verlässlich, so wird er unterwegs sein. Auch die Leistungswerte versprechen eine Menge Fahrspaß – den Sprint auf 100 km/h schafft er unter fünf Sekunden. Also doch: ziemlich sportlich.

Wir cruisen weiter mit dem Wagen am alten Gasometer herum, lehnen uns zurück, stellen uns vor, dass dies bald Alltag sein könnte, entwickeln immer mehr ein Gespür dafür, was da auf uns zukommen wird – und freuen uns über die verblüfften Blicke.


„Ich fasse es nicht. Da fährt doch die Zukunft vorbei.“ Das hat Michael Nakoinz zu seiner Freundin Janine Kuhla, 37, gesagt, als er vorhin den ­Concept EQ das erste Mal vorübergleiten sah.

Seine Freundin anstupsen, das Handy zücken, das Auto fotografieren – alles war eine fließende Bewegung. Wie gesagt, Nakoinz hat heute seinen Glückstag und nimmt seinen Gewinn ohne zu zögern an: eine Mitfahrt im Mercedes-Benz Concept EQ. Seine Freundin und er strahlen, steigen ein, schnallen sich an, fahren behutsam los.


Drei Runden um den Block.

Und, fragen wir hinterher, wie hat es Ihnen gefallen? „Für mich“, sagt Michael Nakoinz, „waren das gerade ein paar unvergessliche, vielleicht sogar magische Minuten. Ich komme mir vor wie ein Captain Kirk der Jetztzeit. Ganz ehrlich: Ich bin schwer interessiert, den Wagen irgendwann selbst zu fahren – oder mich von ihm chauffieren zu lassen. Also ihn zu besitzen, meine ich. Sobald das möglich ist.“