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  • Mehr geht nicht – Jan Frodeno.
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    Mehr geht nicht – Jan Frodeno.

    Wir haben uns mit dem Top-Triathleten in seiner Wahlheimat Spanien zum Interview verabredet – und sind zu ihm in das Mercedes-AMG GLC 43 4MATIC Coupé gestiegen.

    Kraftstoffverbrauch kombiniert: 8,7-8,3 l/100 km;
    CO₂-Emissionen kombiniert: 199-189 g/km.* Text: Jörg Heuer | Fotos: David Daub, Getty Images

Olympiasieger, Weltmeister und Iron Man.

Wir treffen Jan Frodeno, 36, an einem seiner sehr seltenen „Ruhetage“. In Girona, knapp 100 000 Einwohner, eine Autostunde von Barcelona entfernt. In den grünen Hügeln Kataloniens gelegen. Bis an die Costa Brava sind es rund 25 Kilometer, die Silhouette der Pyrenäen ist in Sichtweite. Naturparks, Berge, Buchten, Fahrradwege, Seen, im Winter beheizte Schwimmbäder, meist richtig gutes Wetter – dazu die Lässigkeit der Katalanen. Das alles sind ideale Trainings- und Lebensbedingungen für Jan Frodeno. Er ist Olympiasieger, Weltmeister über die Mitteldistanz und Langstrecke, zudem seit vergangenem Jahr auch Inhaber des Weltrekords über die Langstrecke. In den Jahren 2015 und 2016 gewann er den Titel aller Titel der Triathleten: den Ironman auf Hawaii.


Selbstbewusst. Stark. Ein Siegertyp.

In Girona lebt Jan Frodeno, verheiratet mit einer Australierin, ein gemeinsamer Sohn, die eine Hälfte des Jahres. Die andere in Australien. In den kommenden Wochen wird er viele Wettkämpfe auf mehreren Kontinenten bestreiten – und fast alle gewinnen. Er ist selbstbewusst. Stark. Ein Siegertyp. Ruhetag heißt für Mercedes-Benz Markenbotschafter natürlich nicht einfach nur faul sein. Ruhetag heißt heute: vor dem Vergnügen erst mal die Arbeit. Um 6:30 Uhr aufstehen, nach einer Runde Pilates fünfeinhalb Kilometer am Stück durchs Schwimmbad pflügen. Es folgt die Dusche, der erste Kaffee, das Interview.


Probefahrt im Mercedes-AMG GLC 43 4MATIC Coupé.

Und danach endlich der für Frodeno viel angenehmere Teil des Tages: die Probefahrt mit dem Mercedes-AMG GLC 43 4MATIC Coupé. Im Anschluss: ein Sechs-Kilometer-Lauf und noch ein bisschen Krafttraining. Am Abend kocht die Mutter, Jan Frodenos Eltern leben mittlerweile auch in Girona, ein leckeres Nudelgericht – wenigstens hofft das der Profi. Er schätzt Mamas Küchenkünste sehr. Lässig lächelnd kommt Jan Frodeno von zu Hause angeradelt. In Jeans, leichtem Pullover und Turnschuhen. Mit ultraleichtem Stadtfahrrad. Er wohnt nur ein paar hundert Meter entfernt, unweit der alten Stadtmauer. An seiner Seite: Mischlingsrüde Duke, den er vor einigen Jahren aus dem Tierheim geholt hat.


Ein aus­dauernder Sprinter.

Der Mercedes-AMG GLC 43 parkt schon ver­führerisch im Blickfeld des Ironman: 270 kW (367 PS), 3,0-Liter-V6-Biturbomotor, 9G-Tronic- ­Automatikgetriebe. Kurze Schaltzeiten. Ein aus­dauernder Sprinter, der sowohl auf der Straße als auch abseits des Asphalts seine Stärken hat. Der Allradantrieb und zwei Turbolader bilden die Basis für besonders sportlichen Fahrspaß, Driving ­Performance eben. In nur 4,9 Sekunden schafft der Mercedes-AMG den Sprint von 0 auf 100. Der Profi bestellt in seinem gemütlichen Stammcafé am Fuße einer steinernen Treppe einen doppelten Espresso, dazu eine Kleinigkeit zu essen. Quark, Vollkornbrot, Obst. Duke kriegt eine Schale mit frischem Leitungswasser. Dann der Startschuss fürs Interview.


„Ich stellte mich meinen Ängsten und Schwächen.“

Früher haben Sie häufig von Niederlagen auf der Zielgeraden geträumt – und sie bei engen Rennen auch erlebt. Was haben Sie vergangene Nacht geträumt?

Oh, ich träume schon lange nicht mehr so frustrierende Sachen. Früher war die Angst vorm Verlieren auf den entscheidenden Metern mein ständiger Begleiter. Und, ja, ich habe enge Rennen auf der Zielgeraden verloren – Europameisterschaft, Weltcups. Das war vor rund zehn Jahren – und wirklich zum Verzweifeln. Doch ich wollte in meiner Sportlerkarriere nicht nur vorne mitmischen, sondern unbedingt hinauf auf den Gipfel. Also entschloss ich mich, als gestandener, bereits recht erfolgreicher Sportler quasi noch einmal neu anzufangen. Ich stellte mich meinen Ängsten und Schwächen, den eigenen Erwartungen und denen meiner Umwelt. Ich programmierte mich praktisch neu. Zum Glück ist mir das ganz gut gelungen.


Es stimmt also tatsächlich, dass Sie sich als im Grunde schon sehr erfolgreicher Athlet früher als „Niete“ und „Weichei“, als „gescheiterten Schwimmer“ empfanden?

Ja, stimmt. Ich zweifelte an mir und meinem Leistungsvermögen. Es hat starke Persönlichkeit gebraucht, um den Ehrgeiz in mir zu entdecken – und ihm die Chance zur vollen Entfaltung zu geben. Grundsätzlich würde ich sagen, dass ich an den Aufgaben, die ich mir gestellt und dann auch bewältigt habe, gewachsen bin.

Der Triathlon besteht aus Schwimmen, Radfahren und Laufen. Was mögen Sie am meisten?

Am liebsten bin ich auf dem Rad oder beim Laufen. Das Schwimmen und ich, wir werden wohl nie die größten Freunde sein.


„Ich habe wichtige Wettkämpfe vor der Brust.“

Wie oft haben Sie heute schon an Hawaii gedacht, an den Wettkampf der Wettkämpfe, den Ironman, den Sie 2015 und 2016 gewonnen haben – und dieses Jahr wieder gewinnen wollen?

Ich schätze, vier, fünf Mal. Zum Beispiel heute Morgen beim Training im Schwimmbad …

Wo Sie – schon am frühen Morgen Ihres Ruhetags – so viel geschwommen sind wie normale Menschen das ganze Jahr nicht …

Ganz ehrlich? Statt ins Schwimmbad wäre ich lieber gleich ins Café zum Interview gekommen. Und noch lieber gleich mit dem AMG losgefahren. Aber es hilft ja nichts – ich habe wichtige Wettkämpfe vor der Brust. Und ich will meinen Titel auf Hawaii verteidigen. Was heißt, ich will? Ich muss!


„Die Titelverteidigung ist mein Ziel.“

Wie groß ist aktuell Ihr Körperfettanteil?

Hab keine Ahnung, den messe ich nicht. Wenn ich kurz vor dem großen Wettkampf stehe, sind es zwischen vier und fünf Prozent.

Dienen die Wettkämpfe, die Sie jetzt noch vor dem Ironman bestreiten, alle der Vorbereitung auf Hawaii?

Ja, in diesem Jahr ordne ich alles dem Ironman auf Hawaii unter. Wie gesagt: Die Titelverteidigung ist mein Ziel. Das Triple. Der dritte Sieg in Folge.

Um alles und jeden in Grund und Boden schwimmen, Rad fahren und laufen zu können – wie lange powern Sie an einem durchschnittlichen Trainingstag?

Sechs, sieben Stunden, eingeteilt in drei Ein­heiten. Dazu kommt das Physio- und Ernährungsprogramm.


Meine Tage und Trainingspläne sind sehr streng getaktet. Ich habe einen Fulltimejob, der eine Menge Disziplin erfordert. Große Härte gegen mich selbst.

Bedeutet der zweite Platz für Sie noch immer: Niederlage, Demütigung, Versagen?

Es ist nicht mehr so extrem wie früher. Doch generell sehe ich das schon noch so: Der Zweite ist immer der erste Verlierer, klar. Aber der Gedanke „Erst mal ins Ziel kommen“ ist heute auch bei mir manchmal da … Doch, als Profi will ich immer gewinnen. Logisch!


„Ich möchte aber sagen können: Mehr geht nicht!“

Wann ist Ihnen das letzte Mal weiß vor Augen geworden?

Weiß stimmt. Nicht schwarz, wie viele denken, die das noch nie erlebt haben. Nein, ohnmächtig trainiert habe ich mich schon lange nicht mehr, aber ich habe das schon erlebt. Es hat mir eine Art Kick gegeben. Heute versuche ich das Limit zwar noch immer voll auszureizen – aber nicht zu überstrapazieren.

Sie sind jetzt 36 Jahre alt und haben vieles, vielleicht sogar schon alles in Ihrem Sportlerleben und in Ihrer Sportart erreicht: Sie sind Olympiasieger, Weltrekordhalter, Weltmeister. Sind Sie nicht längst im Ziel? Was motiviert Sie noch, was treibt Sie an?

Es ist dieses innerliche Verlangen, vielleicht sogar die Sucht nach täglicher Verbesserung, die mich antreibt. Mir ist schon bewusst, dass es verdammt schwierig sein wird, irgendwann den richtigen Zeitpunkt für den Rücktritt zu finden. Aber es ist einfach so: Ich habe bislang noch nicht, trotz meiner beiden Siege, das perfekte Rennen auf Hawaii absolviert. Ich möchte aber sagen können: Mehr geht nicht! Vielleicht gelingt mir das ja im Oktober.


„Er hat Power, ist ein Beißer. Ein Sportler.“

Haben Sie noch Ausdauer für ein paar weitere Fragen?

Aber sicher doch. Ich bin Ausdauersportler.

Stellen Sie sich vor, Sie seien ein Tier: Welches sind Sie?

Hm, mein Sternzeichen ist Löwe. Der Löwe hat eine gewisse Gelassenheit und steht mit seiner Kraft und seinem Wesen irgendwie über den Dingen. Ich selbst habe lange gebraucht, um über den Dingen zu stehen. Ja, Löwe!

Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Auto …

Oh, mein Herz schlägt grundsätzlich bei AMG schneller. Da ist schon lange eine große Faszination ganz tief in mir drin. Der Sound, das Design, die unbändige Kraft … Das sind super Sportwagen, für mich richtige Traumautos.


Und wenn ich mir das GLC 43 Coupé hier angucke, auch das finde ich klasse. Ich habe natürlich schon einiges gelesen über den Wagen. Er ist off- und onroad ein Alleskönner, sieht aggressiv-dynamisch aus, sehr gut trainiert und definiert. Er hat Power, ist ein Beißer. Ein Sportler. Er beherrscht den Sprint und die Langstrecke. Ja, er gefällt mir.

Welche Leistungen anderer nötigen Ihnen Respekt ab?

Höchstleistungen in jeder Form. Wenn Mut und Leidenschaft zusammenkommen, das finde ich top. Nicht nur im sportlichen Bereich, auch in der Wirtschaft. Im Management. Und in der Politik auch.


Traumjob.

Für viele sind Sie es – sehen Sie sich eigentlich auch selbst als den härtesten Athleten der Welt?

Oh nein, das würde ich nie so sagen. Dazu bin ich viel zu sehr Sportliebhaber. Und habe größten Respekt auch vor den Leistungen vieler anderer Athleten. Saubere Radsportler, Biathleten bewundere ich. Extremsurfer auch. Also, klares Nein: Ich sehe mich nicht als den härtesten Athleten der Welt. Nur als jemanden, der konsequent seinen Weg in einer sehr herausfordernden und spannenden Sportart geht.

Also ist Ihr Beruf auch Ihre Berufung?

Wenn man echte Leidenschaft entwickelt, ist der Beruf Triathlet keine Qual. Ganz im Gegenteil: Er ist mein Traumjob.


„Ich kann auch sehr gut genießen.“

Was ist Ihre größte Stärke?

Ganz eindeutig die mentale. Die habe ich mir über viele Jahre antrainiert. Ich bin auch überzeugt: Der Ironman auf Hawaii wird letztendlich im Kopf entschieden.

Der zweifache Ironman-Champion stellt beim Wettkampf um die Krone des Sports wirklich den Geist über den perfekt austrainierten Körper?

Ja, das kann man so sagen.

Wenn der Schmerz da ist im Wettkampf, wenn es richtig wehtut, wie bekämpfen Sie ihn? Was ist Ihr Geheimnis?

Der Schmerz ist schon lange mein treuer Weg­begleiter bei den großen Wettkämpfen. Wie früher die Angst vor Niederlagen. Ich genieße ihn wirklich nicht. Doch er ist etwas Subjektives. Ich versuche ihn durch höchste Konzentration positiv zu bemalen.


Hört sich bestimmt komisch an: Aber wenn man ihn positiv bemalt, dann tut der Schmerz nicht mehr so weh. Dann schmerzt der Schmerz plötzlich nicht mehr.

Und das Laufen wird zum Schweben, gar zum Fliegen?

Runner’s High. Genau. Herrlich!

Wie oft leiden Sie?

Oft. Aber es ist so: Ich leide viel lieber im Wettkampf, als dass ich leide, weil ich verloren habe.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Lebemann zu sein. Ich kann auch sehr gut genießen, bin Kaffeeliebhaber, trinke gerne auch mal ein Glas Wein. Und Nudeln schmecken mir einfach besser, wenn sie nicht aus Vollkorn bestehen.


„Junge, war ’ne schöne Zeit!“

Was glauben Sie: Wann fühlen Sie sich im Ziel angekommen?

Ich denke, innerlich bin ich momentan einer der glücklichsten Menschen auf Erden. Aber angekommen? Nein, das bin ich noch nicht. Ich bin voll fokussiert, motiviert, habe Ziele. Jetzt gerade, wie schon gesagt, endlich den perfekten Wettkampf auf Hawaii abzuliefern. Aber klar, irgendwann wird mein Hinterkopf mir flüstern: Junge, war ’ne schöne Zeit!

Wir sind mit dem Interview auf der Zielgeraden …

Das ist gut. Langsam kribbelt mein Gasfuß doch bedenklich. Ich freue mich aufs Fahren.


„Du fliegst. Du gewinnst. Das ist es.“

Was ist der Motor Ihrer Sportlerkarriere?

Der unbändige Ehrgeiz. Das absolute Bestreben, ganz oben zu sein. Ganz vorne. Sich umzudrehen und die anderen hinter sich zu wissen. In sicherem Abstand. Du weißt, die kriegen dich nicht mehr. Du fliegst. Du gewinnst. Das ist es. Mehr geht nicht.

Letzte Frage, bevor wir bei Ihnen mit einsteigen: Was ist der Treibstoff Ihres Erfolgs?

Das Gemisch aus Adrenalin und Endorphin befeuert mich gleichermaßen. Wenn der Triumph da ist, wenn du alles gegeben hast – und für dich selbst, für deine Konkurrenten und auch für die Fans ein echter Champion bist, ein geileres Gefühl gibt es nicht.


Ich hoffe, dass ich es auf Hawaii erlebe. Und ich sagen kann: Das war jetzt der perfekte Wettkampf.

Okay, dann jetzt noch die allerletzte Frage: Dieser erträumte perfekte Wettkampf, wie sieht der denn für Sie aus?

Er beginnt mit der Vorbereitung. Kein Verletzungspech – nichts darf gebrochen oder gerissen sein. In diesem Jahr hatte ich bislang Glück. Und beim Wettkampf selbst: Der Tank ist voll, der Motor läuft rund – ich habe einfach ein paar PS mehr als meine Konkurrenten. Auf jedem Meter, bei jedem Armzug und Tritt in die Pedale dominiert das Hochgefühl. Es trägt mich als ungefährdeten Sieger ins Ziel.


Kein Halten mehr.

Jan Frodeno grinst jetzt voller Vorfreude. Er schnappt sich blitzschnell den Autoschlüssel und steuert die Fahrertür des Mercedes-AMG GLC 43 4Matic Coupé an. Sitz, Seitenspiegel und Wunschtemperatur sind fix eingestellt, angeschnallt ist er schon. Und als der V6-Biturbo endlich seinen satten Sound in Gironas Altstadt entfacht, gibt es für beide Sportler kein Halten mehr.