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Vom Winde verwöhnt.

Als einer der besten Segler der Welt kennt Alex Thomson ruppige Überfahrten, eisige Böen und Gischt im Gesicht. Ob so ein hartgesottener Seemann den Luxus des neuen C-Klasse Cabrios zu schätzen weiß? Ein Versuch in St. Tropez

Text: Fabrice Braun | Fotos: Benjamin Pichelmann

„Ich will den Wind spüren, wenn ich fahre. “

Die Sonne lässt das Mittelmeer vor St. Tropez so azurblau glitzern, als müsse die Côte d’Azur beweisen, dass sie ihren Namen zu Recht trägt. Es ist einer der ersten schönen Frühlingstage des Jahres. Alex Thomson setzt seine Sonnenbrille auf und schaut kurz zum Strand, der um diese Zeit fast noch leer ist. Dann gibt er vorsichtig Gas. Der Sand unter den Reifen knirscht, als sich die C-Klasse langsam in Bewegung setzt.

Thomson hat gerade ein paar Meter zurückgelegt, da drückt er auf eine silberne Taste in der Mittelkonsole und verfolgt zufrieden, was er damit ausgelöst hat: Eine Klappe hinter den Rücksitzen öffnet sich, die Seitenscheiben gleiten lautlos nach unten und das schwarze Stoffdach des Cabrios faltet sich so geschmeidig zusammen wie ein Yogi, der den tausendblättrigen Lotus beherrscht. Knapp 20 Sekunden später ist das Verdeck vollständig unter einer Klappe im Heck verschwunden – das funktioniert bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h. Thomson grinst, das Manöver hat ihm gefallen: „Ich will den Wind spüren, wenn ich fahre. Ich lasse immer die Scheiben runter, egal in welchem Auto.“

C-Klasse Cabriolet C 400 4MATIC: Kraftstoffverbrauch kombiniert: 8,3–8,0 l/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 189–181 g/km *

„Es sieht fantastisch aus.“

Dass der Brite Zugluft ganz gut verträgt, hätte man sich denken können. Alex Thomson ist Profisegler, einer der besten der Welt, und einer, der die härtesten Rennen der Welt liebt. Der 42-Jährige war der jüngste Skipper, der eine Regatta um den Globus gewann. Mit einer seiner ersten Solo-Fahrten holte er den Rekord für die schnellste Einhand-Überquerung des Atlantiks. Um für seinen Sport zu werben, sprang Thomson schon in voller Fahrt zehn Meter in die Tiefe vom Mast seiner Rennyacht – gekleidet in einen dunklen Anzug, den auch James Bond gemocht hätte. Das YouTube-Video dieses „Mast Walk“ wurde mehr als 2 Millionen Mal angeklickt. Vor Kurzem stand der Gentleman-Segler für eine ähnliche Aktion auf einem Kiteboard, ließ sich von seinem Segelboot ziehen – und flog 85 Meter hoch durch die Luft. Abgesehen von solchen Späßen wurde Thomson 2013 Dritter bei der Vendée Globe, der anspruchsvollsten Einhand-Regatta der Welt, bei der die Teilnehmer ohne Pause zirka 23.000 Meilen ganz allein an Bord um den Globus segeln. Im Südpolarmeer trotzte er tage- und nächtelang der Einsamkeit, den Eisbergen, Stürmen und 15 Meter hohen Wellen, die er mit Tempo 70 hinunterschoss. Trotzdem musste er zwischendurch schlafen, alle vier bis fünf Stunden für 20 bis 40 Minuten, um nicht entkräftet einen tödlichen Fehler zu machen.

Jetzt also Südfrankreich, 24 Grad Celsius, entspanntes Cruisen auf der Küstenstraße. Vom Meer weht eine milde Brise ins offene Auto – und anstatt sich zu langweilen, findet der Abenteurer offenbar Gefallen an diesem Auto. „Es sieht fantastisch aus“, sagt Thomson über das erste Cabrio von Mercedes-Benz auf Basis der C-Klasse. Im Vergleich zur Limousine wirkt das zweitürige Open-Air-Modell dynamischer – mit geschlossenem Stoffdach ähnelt seine Silhouette dem C-Klasse Coupé. Das Fahrwerk ist serienmäßig um 15 Millimeter tiefer gelegt als bei der Limousine. Beim C 400 4Matic, Ausstattung AMG Line, wie ihn Alex Thomson gerade fährt, verstärkt sich der sportliche Eindruck zusätzlich durch 19-Zoll-AMG-Leichtmetallräder und den markanten Dia­mantgrill. Die Motorhaube darüber wirkt fast so lang wie die Bar im legendären VIP Room von St. Tropez. Auch das auffällige Heck macht mit seiner muskulösen Schulterpartie und den LED-Rückleuchten klar, dass es hier um Fortbewegung der dynamischen Art geht.

Die Balance aus Athletik und Eleganz.

Die Balance aus Athletik und Eleganz kommt auch beim Spitzen-Segler gut an: „Ich mag es sportlich, aber ich will nicht angeben mit einem Auto. Spoiler und so ein Zeug kommen für mich nicht infrage.“ Und wie es sich für einen Briten gehört, betont er: „Ich mag lieber Understatement.“ Als Vater zweier Kinder freut sich Thomson zudem über die beiden Einzelsitze im Fond, die sich komplett umklappen lassen, sowie über andere praktische Details: „Ich habe meiner Frau gerade ein Foto geschickt. Sie wollte nur wissen, ob unser Kinder-Buggy da reinpasst. Würde er“, sagt Thomson zufrieden und lächelt. 360 Liter fasst der Kofferraum, bei geöffnetem Dach sind es noch 285 Liter – viel für ein Cabrio. Und alle­mal genug für einen längeren Familienausflug an die Côte d’Azur.

Gern an der frischen Luft.

Es gibt also vernünftige Gründe, die für die offene C-Klasse sprechen: Trotzdem sind Cabrios natürlich etwas fürs Herz. Vor allem so ein dynamisches Modell wie der C 400 4Matic. Thomson will auch nicht verleugnen, dass er Geschwindigkeit mag. „Mich interessiert bei einem Auto immer auch die Leistung und wie schnell es von null auf hundert beschleunigt“, sagt er – und stellt den Dynamic Select Schalter, mit dem sich der Charakter von Motor und Fahrwerk in Sekundenbruch­teilen verändern lässt, auf „Sport Plus“. Dann drückt er aufs Gas. Das Cabrio könnte jetzt dank seines 3-Liter-V6-Motors mit 245 kW in 5,2 Sekunden auf 100 km/h spurten. Aber auf den schmalen Straßen im Hinterland von St. Tropez wäre das, als würde Thomson mit seiner 18-Meter-Yacht bei voller Windstärke durch ein Schwimmbad pflügen. Also nimmt Thomson den Fuß wieder vom Gaspedal. Trotzdem kann er sich ein breites Lächeln nicht verkneifen:

„Ich mag es einfach, die Kraft eines Motors zu spüren.“ Als ein paar Kilometer weiter plötzlich Wolken aufziehen und die Sonne verdecken, wird es im offenen Wagen, nun ja, frisch. Vielleicht nicht für einen Seebären, der selbst im Eisregen vor Neufundland niemals zittrige Hände bekommen würde. Aber doch für die meisten Menschen aus gemäßigten Breiten. Eine gute Gelegenheit, um eine ebenso stil- wie wirkungsvolle Komfortfunktion des C-Klasse Cabrios auszuprobieren: das automatische Windschottsystem AIRCAP. Mit nur einem Knopfdruck aktiviert Thomson das AIRCAP-System: Dabei fahren ein klassisches Schott zwischen den Kopfstützen im Fond und ein Windabweiser im Rahmen der Frontscheibe aus. Sofort reduzieren sich die Verwirbelungen des Fahrtwindes im Innenraum.

Alles unter Kontrolle.

In Gosport, der Hafenstadt im Süden Englands, wo Thomson und sein Team leben, dürfte diese  Sonderausstattung die Cabrio-Saison erheblich verlängern. Aber sind Komfortextras dieser Art überhaupt etwas für einen hartgesottenen Kerl wie Thomson, der im November erneut bei der Vendée-Globe-Regatta starten wird? Will er nicht die Elemente mit voller Wucht spüren? „Früher waren die Segler stolz darauf, an Deck zu stehen und das Ruder festzuhalten, während ihnen Wind und Wasser ins Gesicht peitschten. Ich mag das gar nicht“, sagt Thomson, „meine Männlichkeit definiert sich nicht über Wind- und Regenfestigkeit.“ Im Gegenteil, Thomson versucht, sich auf seinem Hightech-Boot so gut es geht vor schlechtem Wetter zu schützen:

„Wenn ich nicht nass bin, kann ich besser arbeiten und bin schneller – so einfach ist das.“ Luxus unter freiem Himmel heißt eben auch für einen Segler, selbst entscheiden zu dürfen, wann man den Wind spüren will.

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