Wilhelm Maybach: der „König der Konstrukteure“.

Als kongenialer Partner von Gottlieb Daimler hat Wilhelm Maybach der Entwicklung des Automobils entscheidende Impulse gegeben.
  • Wilhelm Maybach: der „König der Konstrukteure“.

  • Weggefährte Daimlers und genialer Techniker.

    „Er kann auf Kommando erfinden“, sagte Emil Jellinek über Wilhelm Maybach. Jellinek, autobegeisterter Großkunde der Daimler-Motoren-Gesellschaft im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert und Begründer des Namens „Mercedes“, trifft damit den Nagel auf den Kopf. Denn Wilhelm Maybach ist jahrzehntelang nicht nur Weggefährte und Freund Gottlieb Daimlers (1834 bis 1900), sondern auch ein genialer Techniker und Automobilkonstrukteur.

    Maybachs Karriere beginnt in Reutlingen.

    Maybachs Jugend ist hart. 1846 wird er als Sohn eines Schreiners in Heilbronn geboren. Seine Eltern sterben früh, so dass Maybach mit zehn Jahren Vollwaise ist und auf Betreiben von Freunden der Familie ins Reutlinger Bruderhaus kommt. Der Leiter dieser karitativen Einrichtung erkennt seine technische Begabung und fördert ihn. Im Konstruktionsbüro der hauseigenen Maschinenfabrik beginnt Maybach 1861 eine Ausbildung. Ende 1863 kommt Gottlieb Daimler als Werkstätteninspektor in die Fabrik.

    Maybachs Karriere beginnt in Reutlingen.

    Maybachs Jugend ist hart. 1846 wird er als Sohn eines Schreiners in Heilbronn geboren. Seine Eltern sterben früh, so dass Maybach mit zehn Jahren Vollwaise ist und auf Betreiben von Freunden der Familie ins Reutlinger Bruderhaus kommt. Der Leiter dieser karitativen Einrichtung erkennt seine technische Begabung und fördert ihn. Im Konstruktionsbüro der hauseigenen Maschinenfabrik beginnt Maybach 1861 eine Ausbildung. Ende 1863 kommt Gottlieb Daimler als Werkstätteninspektor in die Fabrik.

    1873 wird Maybach Deutz-Chefkonstrukteur.

    Gottlieb Daimler lernt den zwölf Jahre jüngeren Maybach kennen – und schätzen. Bis zu Daimlers Tod sind die beiden von nun an kongeniale Partner. So folgt Maybach Daimler zum Beispiel zur Gasmotoren-Fabrik Deutz in Köln, wo Daimler 1872 Technischer Direktor wird. Maybach macht bei Deutz im Eiltempo Karriere und wird 1873 Chefkonstrukteur. Auch privat ist das Schicksal beider Männer eng verwoben, nachdem Maybach 1878 eine Freundin von Emma Daimler, Gottlieb Daimlers Frau, geheiratet hat.

    Die Versuchswerkstatt im Gewächshaus.

    Der erste Sohn Karl, der sich später ebenfalls einen Namen als Konstrukteur machen wird, kommt 1879 zur Welt. Zwei weitere Kinder folgen. 1882 verlässt Gottlieb Daimler Deutz und siedelt nach Cannstatt bei Stuttgart über, wo er eine Villa erwirbt, in deren Gewächshaus eine Versuchswerkstatt eingerichtet wird.

    Erneut folgt ihm Wilhelm Maybach. Daraufhin entsteht der leichte, schnelllaufende Verbrennungsmotor, dessen erstes Versuchsexemplar 1883 erprobt wird.

    Das erste Motorrad der Welt entsteht.

    Mit seinem liegenden Zylinder eignet sich der Versuchsmotor nur bedingt zum Einbau in Fahrzeuge, weswegen Maybach eine Variante mit stehendem Zylinder, die so genannte Standuhr, entwickelt. Sie wird 1885 in ein Zweirad eingebaut – das erste Motorrad der Welt ist damit geboren. 1886 wird der Motor auch in einer Kutsche verwendet. Parallel perfektioniert Maybach die Glührohrzündung, mit deren Hilfe höhere Drehzahlen möglich werden, was die Automobilentwicklung einen großen Schritt voranbringt.

    Der wegweisende Stahlradwagen von 1889.

    Maybachs Erfindergeist bleibt auch in der Folgezeit ungebrochen. Mit dem 1889 vorgestellten Stahlradwagen entsteht das erste komplett in Daimlers Werkstatt entwickelte Automobil. Als Antrieb verwendet Maybach den ersten Zweizylinder-Benzinmotor. Auch das in diesem Fahrzeug erstmals verwendete Zahnradwechselgetriebe revolutioniert den Automobilbau. Der Zweizylinder treibt als Lizenzmotor bald auch Modelle von Panhard & Levassor sowie von Peugeot an und ist damit die Initialzündung für die französische Automobilindustrie.

    Maybach treibt die Auto-Entwicklung voran.

    Als es 1890 zur Gründung der Daimler-Motoren-Gesellschaft kommt, wird Maybach deren Chefkonstrukteur, entscheidet sich aber bereits 1891, die Firma wieder zu verlassen. Im Geheimen von Daimler finanziert, richtet er sich in seiner Cannstatter Privatwohnung ein eigenes Konstruktionsbüro ein. Später mietet er sogar einen kompletten Hotelsaal für sich und sein Team. Dort entstehen bahnbrechende Konstruktionen wie der Riemenantrieb, der erste Vierzylindermotor und der Spritzdüsenvergaser.

    Maybach als Technischer Direktor der DMG.

    Nach langen Querelen – Daimler ist zwischenzeitlich von seinen Gesellschaftern sogar aus der DMG herausgedrängt worden – können beide Weggefährten erst 1895 wieder in die Firma zurückkehren. Als Technischer Direktor entwickelt Wilhelm Maybach nun den Riemenwagen, das erste Auto, das die DMG in größeren Stückzahlen herstellt. 1897 folgt der Röhrchenkühler mit Ventilator, 1900 die verbesserte Version, die Bienenwabenkühler genannt wird. Nach ihrem Grundprinzip arbeiten bis heute die Kühler von Automobilen.

    Der erste Mercedes wird 1901 präsentiert.

    Den Erfolg des ersten Mercedes, benannt nach der Tochter des reichen Automobil-Enthusiasten Emil Jellinek, erlebt Gottlieb Daimler nicht mehr. Jellinek startet unter dem Pseudonym „Mercédès“ bei zahlreichen Rennen und fordert von der DMG immer leistungsfähigere Fahrzeuge.

    1901 wird deshalb der von Maybach entwickelte Mercedes 35 PS präsentiert, das erste moderne Automobil. Sein Schwerpunkt liegt besonders niedrig, und er markiert die endgültige Abwendung von der Kutschenform.

    1907 verlässt Maybach die DMG.

    Aufgrund der fulminanten Erfolge der Mercedes-Wagen bezeichnen die Franzosen Wilhelm Maybach bald als „König der Konstrukteure“. Doch nach dem Tod von Gottlieb Daimler im Jahre 1900 fehlt dessen Protegé die nötige Rückendeckung in der DMG. Durch Intrigen verliert Maybach seine Position als Technischer Direktor und verlässt 1907 das Unternehmen. Ein neues Betätigungsfeld finden er und sein ältester Sohn Karl ab 1909 im Bau von Luftschiffmotoren. 1929 stirbt Wilhelm Maybach hoch geehrt in Cannstatt.

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