Roadtrip der beiden Kalifornier J.G. Francis und Sean Johnstun mit ihrem Mercedes-Benz Youngtimer.

California Cool.

Von der Leidenschaft zum Beruf.
Text: Hadassa Haack
Fotos: Sean Johnstun und Jimmy George Francis 2011

Zurück zu den Wurzeln.

JG Francis, der als Kleinkind einfach alle Autos spannend fand, verbrachte seine Jugend im eher kargen Nevada. Glücklicherweise wohnte gleich nebenan ein versierter Mechaniker, der ihm nicht nur Mercedes-Benz näherbrachte, sondern – trotz des Altersunterschieds – bald sein Kumpel wurde. Noch heute erinnert sich JG mit einem Funken Nostalgie an dieses ganz spezielle Motorengeräusch, wenn das Auto des Mechanikers die Auffahrt verließ, das unnachahmliche Klicken beim Schließen der Tür und – natürlich – den einzigartigen Geruch der Ledersitze.

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Kaum verwunderlich also, dass der Autofan vor etwa acht Jahren seinen ersten eigenen Mercedes erwarb – und zwar einen 1979er 300SD in ausgeblichenem Gelb mit Bambus-farbenen Akzenten.

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„Durch die ‚Wiederbelebung‘ dieses Wagens habe ich viel über Mercedes-Benz gelernt. Und, was viel wichtiger ist, etwas für mich entdeckt, das mir wirklich Spaß macht und am Herzen liegt.“

Seit diesem „Erweckungserlebnis“ hat er etwa 300 Old- und Youngtimer restauriert, als Belohnung für die liebevolle Arbeit fünf bis sechs Wagen für den Eigengebrauch. Sein aktueller Liebling: ein brauner 1975er 300D mit lavendelfarbenen Streifen im Farbton seiner Ray-Ban-Sonnenbrille – der Mann achtet auf Details.

20 Roadtrips, 37 Staaten, 60.000 km.

Eine Nacht in der mexikanischen Wüste, 13 Reifenpannen in 14 Tagen, ohne Scheibenwischer im Schneesturm, Pferdeherden im Miniformat oder auch eine Kuh mit Tolle sind nur einige der seltsamen Dinge, die JG und seinem besten Freund Sean Johnstun während ihrer etwa 20 gemeinsamen Roadtrips in 37 amerikanischen Staaten begegneten oder passierten. Allein im Laufe der letzten Jahre haben die beiden Schulfreunde mehr als 60.000 km zurückgelegt. „Highways lassen wir grundsätzlich links liegen – wir nehmen lieber unscheinbare Nebenstraßen, auch wenn es dann deutlich länger dauert. Man erlebt einfach viel spannendere Sachen. Wenn man den Fuß vom Gas nimmt und auch mal kleine, ungewöhnliche Routen ausprobiert, dann erfährt man total viel über das Land.“

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In Alabama sind zum Beispiel Angelruten und Froschschenkel im Angebot, in Mexiko Mokassins und in Texas Wandhalterungen für Waffen. „Während Mississippi streckenweise alt und deprimierend wirkt, ist Kentucky zum Beispiel eher üppig und hübsch, mit vielen blütenweißen Lattenzäunen.“

Oldtimer-Kultur und kalifornischer Alltag.

„In gewissem Grad spiegelt die Autowahl auch deine Persönlichkeit und deinen Lebensstil wider. In L.A. zum Beispiel gibt es viele junge Leute, die die Individualität eines alten Klassikers total schätzen. Nicht jeder kann sich eine neue Karre leisten, aber Oldtimer haben immer noch diesen besonderen Ruf. Wenn du mit einem alten 300D bei einem Club vorfährst, schindest du mindestens eben soviel Eindruck wie mit einem brandneuen SL. Es ist immer noch ein Statussymbol.“ Wenn er einmal nicht unterwegs ist, wohnt JG in einem kleinen Bezirk von L.A. „L.A. wird zwar manchmal schlechtgeredet, aber diese Stadt hat so viele tolle Seiten zu bieten. Hier scheint fast immer die Sonne… die Leute sind besser gelaunt… sie schaffen es irgendwie, hart zu arbeiten und das Leben trotzdem zu genießen.“

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Die einleuchtende Bilanz: Sei mit Spaß bei der Sache, reise mit offenen Augen durch die Welt und schätze deine Freunde. Funktioniert auch außerhalb Kaliforniens.

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Leidenschaft für Mercedes-Benz.

Jimmy George Francis ist nicht nur stolzer Besitzer lavendelfarbener Ray-Bans und einer beträchtlichen Sammlung betagter Koffer, sondern restauriert und verkauft in seiner Heimatstadt Los Angeles auch alte Mercedes-Benz-Modelle: http://www.mercedesmotoring.com/.

Sean Johnstun ist in der „Livemusik-Hauptstadt der Welt“ – Austin, Texas – zuhause, fährt einen 1942er Dodge-Pritschenwagen ohne Heizung und Scheibenwischer und ist nebenbei ein begnadeter Fotograf. Auch er macht Autoklassiker noch ein bisschen schöner: Sean ist Spezialist für Innenausstattung und Sitzbezüge.

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