Eine Hommage an die weibliche Silhouette.

Gemeinsam mit Freunde von Freunden besuchen wir die Fotografin Akila Berjaoui, deren Bildwelt aus Bondi-Girls, glitzernden Wellen und sonnenüberfluteten Stränden man bisher eher aus der Männerdomäne kannte.
Text: Angela Briggs
Fotos: Isabella Moore
  • Eine Hommage an die weibliche Silhouette.

  • Spiegel der Seele.

    An einem kristallklaren Tag in Sydney entführt uns Akila Berjaoui auf eine ganz persönliche Tour ihrer Lieblingsorte. Im eigenen 1969er Mercedes-Benz 250 CE zeigt sie uns die schönsten Geheimtipps rund um ihr Zuhause im idyllischen Bronte. Eindrucksvolle raue Klippen überragen den kleinen Küstenort und nahen Tamana-Strand.

    Ein Anblick, der Akilas Ästhetik und Persönlichkeit aufs Schönste widerspiegelt. Zeit für ein Gespräch über ihre bisherigen Lebensstationen, Leidenschaften und Zukunftsträume.

    Das Herz in der Hand: Akila Berjaoui fotografiert die Küste Sydneys.

    Vermischte Wurzeln.

    Zurück zu den Wurzeln: Du bist ursprünglich zwischen Australien und dem Libanon aufgewachsen. Wie können wir uns so eine Kindheit vorstellen?

    Nach meiner Geburt im nordaustralischen Tweed Heads habe ich meine Kindheit in Beirut und die Sommerferien bei meinen Großeltern in Australien verbracht. Ich stehe meiner Mutter sehr nahe – sie ist Australierin, mein Vater ein türkischer Libanese.

    Akila Berjaoui ist multikulturell aufgewachsen und offen für jegliche Inspirationen.
    Mit der S-Klasse von Mercedes-Benz unternimmt Akila Berjaoui Streifzüge durch die Stadt der Dauersonne.

    Frisch verliebt.

    Mittlerweile lebst du seit zehn Jahren in Sydney. Was liebst du an dieser Stadt ganz besonders?

    Ich habe mich gerade erst wieder neu in Sydney verliebt. Ich habe wirklich Glück, dass ich hier in Bronte und in direkter Strandnähe wohnen kann. Es ist so wunderbar friedlich und schön – überall um mich herum nichts als Natur. Ich liebe die Dauersonne und die Freiheit, die der Ozean verspricht. Er ist mein wichtigster Fluchtpunkt.

    Stadt, Freunde und Party.

    Was machst du in deiner Freizeit?

    Da dreht sich alles um Sonne, Wasser, leckeres Essen und Freunde. Wir verbringen die Tage am Strand und feiern abends coole Partys zuhause. Ich wollte schon immer einen alten Mercedes-Benz haben, und als ich aus New York zurückkam, habe ich mir eben einen schwarzen 1969er 250 CE geleistet, mit dem ich jetzt so oft wie möglich meine Familie an der Südküste im Begatal besuche.

    Die Wohnung von Akila Berjaoui versprüht einen individuellen Charme.

    Der Wagen verkörpert meine Ästhetik perfekt und ich erkunde damit sehr gern die Strände und Nationalparks in der Umgebung.

    Elegant und Schick.

    Hast du eine heimliche Lieblingstrecke?

    Besonders gern nehme ich die Küstenstraße von Sydney nach Wollongong. Das sind wirklich unglaubliche 90 Minuten. Die Natur nimmt einem völlig den Atem – und beruhigt zugleich.

    Laut Akila Berjaoui sind Fahrzeuge von Mercedes-Benz das, was jeder mag.

    Was gefällt dir an Mercedes-Benz besonders?

    Ich finde die Wagen ziemlich sexy, oder? Kennst du irgendjemanden, der keinen Mercedes mag? Ein sehr stilvolles Beförderungsmittel. Besonders die alten SL-Modelle haben es mir angetan. Einfach sehr elegant und schick.

    Gemütlich sitzt Akila Berjaoui in der S-Klasse von Mercedes-Benz und lässt sich von dem Vintage-Ledergeruch betören.

    So bequem kann Vintage sein.

    Und was ist das Beste an deinem Auto?

    Wahrscheinlich das handgefertigte Interieur mit dem ganzen Vintage-Leder. Ein toller Geruch – und einfach so bequem.

    Dein Lieblings-Sound fürs Autofahren?

    „Wolf Like Me“ der Band „TV on the Radio“ von deren Album „Return to Cookie Mountain.“ Ein absoluter Hammer-Song.

    Polaroid Heldin.

    Kommen wir zu einer etwas anderen Reise – der ins Reich der Fotografie.

    In der Oberschule war es ein schönes Wahlfach. Ich habe damals sogar eine Eins bekommen, obwohl mein Lehrer vor der Notenverteilung noch meinte, dass ich „null Ahnung von Analogfotografie hätte, aber außergewöhnlich gute Bilder schießen würde.“ An der Uni habe ich dann ein paar weitere Fotokurse belegt und war in Sachen Bildaufbau wieder ein Naturtalent, auch wenn ich an der Technik noch etwas feilen musste.

    Was Akila Berjaoui in der Uni lernte, half ihr enorm bei dem technischen Umgang mit der Kamera – den Sinn für Ästhetik hatte sie aber schon vorher.

    In die Profischiene bin ich dann eher durch Zufall gerutscht. Als ein gebuchter Fotograf sein Shooting für das Russh-Magazin platzen ließ, habe ich die Situation einfach mit meiner Polaroid-Kamera gerettet. Glücklicherweise fanden die anderen meine Bilder toll – und wenig später saß ich auch schon im Flieger nach Asien, um in fünf verschiedenen Ländern zu arbeiten. Mir war schnell klar, dass ich hier meine Leidenschaft zum Job machen konnte.

    Die Experimente der Frauen aus den 1950er und 1970er Jahren im Umgang mit ihrer Sexualität inspirieren Akila Berjaoui.

    Die Essenz der Weiblichkeit.

    Könntest du deine Herangehensweise und deinen Stil für uns auf den Punkt bringen?

    Hm, das ist nicht ganz einfach. Ich fotografiere lieber Frauen, da sich so, von Frau zu Frau, oft eine nähere und authentischere Dynamik entfalten kann. Meine Bilder sind relativ sinnlich, und ich will die Essenz der Gezeigten möglichst echt einfangen. Dabei schöpfe ich viel aus den 1950er bis 1970er Jahren. Damals wurde noch viel mehr herumexperimentiert, und ich finde es sehr schön, wie die Frauen ihre eigenen Körper erkundet haben.

    Ihr Freund Henrick Purienne teilt Akilas Leidenschaft für das gekonnte Ablichten der Weiblichkeit.

    Vor. Bilder.

    Wer inspiriert dich kreativ?

    Slim Aarons, Ellen von Unwerth, Juergen Teller, Helmut Newton, Bruce Weber und mein Freund Henrik Purienne, der auch ein großartiges Gespür dafür hat, wie man Frauen gekonnt ablichtet.

    Nicht zu vergessen Peter Beard; seine Arbeit für Pirelli ist einfach fantastisch. Alle der Genannten sind absolute Könner ihres Fachs – ihre Bilder lassen mich dahinschmelzen.

    Sich immer treu bleiben.

    Was hast du während deiner Arbeit gelernt?

    Ich habe gelernt, dass ich immer meine künstlerische Distanz wahren und mir klare Ziele setzen muss. Andere buchen mich, damit ich Bilder kreiere, die ein Produkt verkaufen. Diese Bilder müssen fantastisch aussehen – und manchmal haben Leute schlicht andere Vorstellungen davon, was fantastisch aussieht.

    Für Akila Berjaoui ist es enorm wichtig, sich selbst und seinem Stil treu zu bleiben und deswegen auch ungeeignete Aufträge abzusagen.

    Ich bin mir dabei immer treu geblieben und überlege mir genau, mit wem ich zusammenarbeite, also spiegelt auch meine Arbeit meine Ästhetik ziemlich genau wider.

    Frauen, Geparden und Löwen.

    Wo würdest du gern als nächstes shooten?

    Allein im Mittelmeer warten noch so viele unentdeckte Inseln auf mich. Sardinien, Korsika, Sizilien und gern auch noch ein zweites Mal Capri. Demnächst stehen auch die griechischen Inseln und Südfrankreich auf dem Programm. Aber nach Afrika zieht es mich ganz besonders.

    Palmen, Geparden und Löwen – diese Elemente möchte Akila Berjaoui zukünftig in ihren Fotografien kombinieren.

    Ich träume davon, einmal eine Kampagne im Stil von Beards Pirelli-Aufnahmen zu machen. Mit Frauen, Geparden und Löwen im Bild. Ich möchte Tierschutzkampagnen fotografieren und mit meinen Fotos eine klare Botschaft vermitteln – wie wichtig es ist, mit der Natur im Einklang zu leben.

    Tierschutz liegt Akila Berjaoui am Herzen – mit ihrer Spende von 20 Prozent ihrer Einnahmen möchte sie unter anderem Haie vor dem Aussterben bewahren.

    Einen Unterschied machen.

    Der Tierschutz liegt dir also sehr am Herzen?

    Ich liebe Tiere einfach über alles. Sie haben in unserer Welt keine Stimme und sterben jetzt wegen uns aus. Ihr Schicksal liegt in unserer Hand; wir haben schon so viele Arten ausradiert.

    Jährlich werden beispielsweise hundert Millionen Haie getötet – das finde ich absolut entsetzlich, und ich möchte gern etwas dagegen tun. In Zukunft fließen zwanzig Prozent aller Gewinne, die ich mit dem Verkauf meiner Fotodrucke erziele, direkt in den Tierschutz.

    Die Zukunft.

    Okay, wagen wir einen Blick in die Kristallkugel – wie wird deine Zukunft aussehen?

    Ah, das ist eine leichte Frage! Ich werde natürlich weiterhin arbeiten und umgeben von vielen Tieren auf einem großen Anwesen leben. Natürlich mit Pool (ganz wie in Slim Aarons’ Buch) und meiner großen Liebe. Auch ein paar Kinder und ein schönes, kunstgepflastertes Zuhause dürfen nicht fehlen. Außerdem überall Löwenjungen, da wir natürlich einen Löwenpark haben werden. Ich werde außergewöhnliche Kampagnen und schöne Stories fotografieren. Und mich gleichzeitig kompromisslos für den Tierschutz einsetzen.

    Für die Zukunft hat sich Akila Berjaoui vorgenommen, sich nur das Beste vom Besten zu wünschen – der Wunsch einer S-Klasse von Mercedes-Benz ist allerdings schon erfüllt.

    An der Mittelmeerküste wird Urlaub gemacht, und meine Lieblingsbilder werden in Buchform veröffentlicht – die Hälfte aller Erträge kommen dann Tierschutzorganisationen zugute. Das ist meine Zukunft: Natur, Strände, Fotografie, Tiere und tonnenweise Spaß.

    Vielen Dank für diesen wunderschönen Nachmittag, Akila. Wir wünschen dir alles Gute und viel Erfolg bei deinen kommenden Abenteuern!

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