Imries in Maui: Familiensache.

Mitten im Pazifischen Ozean zog ein beneidenswert schönes Eiland einen schottischen Segler und seine Frau in seinen Bann: Maui, die Insel der Täler und Perle der hawaiianischen Inselkette.
Text: Joseph Schoeninger
Fotos: Max Imrie, Julien Imrie, Richard Imrie
  • Imries in Maui: Familiensache.

  • Der Sprung ins große Unbekannte.

    Direkt an den Rand einer Schlucht schmiegt sich das Haus des besagten Schotten, Richard Imrie, der Mitte der 1990er Jahre gemeinsam mit seiner Familie den Umzug von New York nach Maui wagte. Welche Pläne hatten die Imries damals vor Augen? „Gar keine Pläne! Einfach ein Sprung ins große Unbekannte!“ erklärt seine Frau Pippa lachend. „Wir hatten schlicht den hawaiianischen Traum vor Augen. Richard hatte das Anwesen ein paar Jahre vorher gekauft und wollte endlich etwas darauf bauen.“ Was er dann auch tat. Denn der passionierte Windsurfer und Segler ist nebenbei auch mit handwerklichem Geschick, einem guten Auge für Architektur und automechanischem Können gesegnet, dem die Familie nicht zuletzt auch ihren restaurierten Oldtimer-Fuhrpark verdankt. „Damals“, erinnert sich Pippa, „waren wir mehr oder weniger Selbstversorger – mit Grundwasser, einem Generator und ein paar Solarzellen.

    Die Imries (von links nach rechts): Richard, Tamsin, Lola, Caitlin, Julian (Chico), Pippa, Max © Richard Imrie

    Strom konnte da schon mal zum Problem werden, z.B. wenn die Kinder ihre Hausaufgaben im Licht einer schwächlichen Funzel erledigen mussten. Aber es gab immer genug zu essen, im Garten liefen die Hühner frei herum und die Kleidung trocknete einfach auf der Leine. Es war ein echtes Abenteuer!“

    Von London nach Hawaii.

    Obwohl sich die Imries diesen Hippie-Geist bis heute bewahrt haben, sind sie karrieretechnisch eher Überflieger. Bevor sie ihren Mann kennenlernte, kam Pippa Imrie zunächst in der Grafikredaktion der britischen Vogue unter und machte schnell ihren Weg in der Londoner Moderedaktion. „Das war damals mein Ziel. Aber dann traf ich Richard, und nach und nach trudelten unsere Kinder ein. Als wir in die Staaten umzogen und die Kids etwas größer waren, habe ich dann meinen eigenen Modekatalog für Kinder, Pippers, aufgezogen.” Für die Fotostrecken war Richard Imrie verantwortlich, der als versierter Mode- und Starfotograf seinen eigenen Traum als vielgereister Globetrotter verwirklichen konnte. „Ich habe von den 1970ern bis in die mittleren 1990er die besten Jahre dieser schnelllebigen Branche miterlebt.”

    Die Schwestern Caitlin und Tamsin Imrie © Max Imrie
    Die Schwestern Caitlin und Tamsin Imrie © Max Imrie

    Erst kürzlich prangte Richard Imries Porträt des jungen Rod Stewart auf dem Cover des New Yorker Sunday Times-Magazins.

    Im Landesinneren von Maui. Hier durchziehen kurvenreiche Straßen die kühlere Landschaft © Max Imrie
    Im Landesinneren von Maui. Hier durchziehen kurvenreiche Straßen die kühlere Landschaft © Max Imrie

    Wunderschöne Vielseitigkeit.

    „Früher habe ich die Shootings für den Pippers-Katalog total geliebt. Wir haben dann immer ein paar Tage schulfrei bekommen – das war toll! Außerdem waren die Aufnahmen oft mit Ausflügen an wunderschöne Orte auf Maui verbunden“, erinnert sich Caitlin, eine der drei bildhübschen Imrie-Töchter. Genau wie ihren Eltern steckt den Sprösslingen die Liebe zur Natur und dem Meer tief im Blut. Caitlin ergänzt: „Ich bin immer noch davon begeistert, wie vielseitig Maui ist. Erst steckst du im tiefsten Regenwald, dann bist du schon an der Nordküste und lässt dir von Riesenwellen und Passatwinden den Atem verschlagen – oder du erkundest im Binnenland bergige Felder. Nicht zu vergessen die Südküste, an der man seinen Traumurlaub verbringen würde.“

    Ursprünglich war es der Reiz des Windsurfens, der Richard an die Nordküste verschlug, „denn auf Maui gibt es den besten Spaß ganz umsonst!“ Wer die weltbesten Profis dieses Sports einmal live erleben möchte, hat im Ho’okipa Beach Park dazu beste Gelegenheit, da hier die weltbesten Surfspots auf erfahrene Wellenreiter warten. Auch Caitlin und ihre ältere Schwester Tamsin sind echte Wasserratten: Sie surfen, windsurfen, longboarden, boogieboarden und Standup-Surfen, je nach Wellen- und Windbedingungen. „Solange ich einmal täglich das Meer sehen und spüren kann, bin ich glücklich!“, so Caitlin. Auch die Jüngste, Lola, schwingt sich gern aufs Boogieboard. „Es macht so viel Spaß! Man kommt aus dem Lachen gar nicht mehr heraus, und es ist nebenbei ein super Workout.“ Und während seine Tanten die Wellen herausfordern, spielt Tamsins kleiner Sohn Archer eine Runde im Sand.

     

    Caitlin testet die Surfbedingungen an Mauis Nordküste © Max Imrie
    Caitlin testet die Surfbedingungen an Mauis Nordküste © Max Imrie

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