Die G-Klasse von Mercedes-Benz hat sich auf den Weg nach Kyoto gemacht.

Kyoto – erfrischend kreativ in einer traditionsreichen Stadt.

Kyoto hat sich zu einer Stadt für Kreative aus der ganzen Welt entwickelt – wir begaben uns mit der Mercedes-Benz G-Klasse von Tokio auf den Weg in den traditionsreichen Westen.
Fotos: Gui Martinez
Text: Antonia Märzhäuser
  • Kyoto – erfrischend kreativ in einer traditionsreichen Stadt.

  • UNESCO-Weltkulturerbe.

    Keine Stadt verkörpert das alte Japan so lupenrein wie Kyoto. Mit seiner reichen Vergangenheit und unglaublichen Dichte von Weltkulturstätten steht es im krassen Gegensatz zu der in Neonlicht getauchten Megacity Tokio.
 Während Tokio seine Bewohner einem ständigen Strom aus Reizen aussetzt, bietet Kyoto Raum zum Nachdenken und Kreieren. Und so erlebte die Stadt in den letzten Jahren einen stetigen Zustrom junger Kreativer, die das große Erbe der Stadt mit ihren Visionen für die Gegenwart und Zukunft zu verschmelzen wissen.

    Auf seiner Reise begegnet das Mercedes-Benz Team einem japanischen Pärchen, traditionell gekleidet mit Yukata und Kimono.
    Vor der Kulisse des Vulkans Fujiyama.

    Zwischen Inseln und Skylines.

    Wir machen uns also von Tokio auf den Weg Richtung Westen, um einige dieser Visionäre in Kyoto kennenzulernen. Vorbei am Vulkan Fuji-san, durch die rötlich schimmernde Herbstlandschaft der Hauptinsel Honshu, begeben wir uns auf die eindrucksvolle Izu Skyline.

    Die Küstenstraße führt uns entlang der Izu-Halbinsel durch dichte Wälder, bevor wir den Highway nach Kansai entlang fahren.

    Eine japanische Spezialität.

    In Kyoto angekommen, treffen wir Ariko Inaoka und Sean Lotman in Japans ältestem Soba Restaurant Honke Owariya. Soba Nudeln sind eine japanische Spezialität und werden seit Jahrhunderten aus Buchweizenmehl hergestellt. Ariko, die das Restaurant in 16. Generation von ihrer Mutter übernommen hat, ist Fotografin; ihr Mann Sean arbeitet als Schriftsteller und Fotograf.

    Das Fotografengespann Ariko Inaoka und Sean Lotman lebt für die Fotografie.

    Nach dem Erdbeben in 2011 entschieden sie sich dafür, Tokio zu verlassen und in Arikos Heimatstadt Kyoto zurückzukehren. Für Ariko bedeutet dies nicht nur ein Leben mit einer über 500 Jahre währenden Familientradition – die Stadt ist für sie gleichzeitig Inspirationsquelle für ihr künstlerisches Schaffen.

    Vom Kuchen zur Nudel.

    Während wir unseren achtstöckigen Hourai Soba, einen Turm aus Nudelgefäßen mit verschiedenen Beilagen, genießen, erzählen uns Sean und Ariko mehr über die Geschichte der Honke Owariya. Wie so viele traditionelle Soba Restaurants wurde hier ursprünglich Kuchen gebacken. Als der Zen Buddhismus in Japan immer mehr Zulauf erfuhr, wurde die Nachfrage nach Soba, einem typischen Klosteressen, so groß, dass die Mönche mit der Produktion nicht mehr hinterherkamen und begannen, Bäckereien um Hilfe zu bitten.

    Ein Bestandteil der traditionell japanischen Küche sind Soba, das sind Buchweizennudeln welche ursprünglich im Kloster verzerrt wurden.

    Für die Herstellung von Soba bedarf es vor allem zwei Zutaten: Mehl und Wasser. Und genau das gab es in den Bäckereien.

    Ariko und Sean haben sich in Kyoto ihr eigenes Studio aufgebaut.

    Ein Fotografengespann.

    Gleich neben dem Restaurant haben sich Ariko und Sean ihr Studio mit einer eigens konstruierten Dunkelkammer eingerichtet. Sean, der neben dem Schreiben in den letzten Jahren eine Liebe zur Fotografie entwickelt hat, erlaubt uns einen ersten Einblick in sein aktuelles Fotoprojekt über Japan und Ariko zeigt uns ihre letzten Aufnahmen der Zwillinge, die sie seit 2008 einmal jährlich porträtiert.

    Lucille Reyboz und Yusuke Nakanishi sind ebenfalls ein leidenschaftliches Fotografenteam.

    Marktlücke Fotografie.

    Fotografie ist auch die große Leidenschaft von Lucille Reyboz und Yusuke Nakanishi, die mit Kyotographie 2013 das erste internationale Fotofestival in Kyoto gegründet haben.

    „Obwohl Japan weltweit für seine Kameras bekannt ist, fehlt es der Fotografie als künstlerischem Medium an Anerkennung. Es gibt kaum eine Plattform für Fotografie in Japan und das wollten wir ändern“, erklärt Yusuke.

    Über die Grenzen der Wahrnehmung hinaus.

    Inspiriert durch die Offenheit und Vielfalt des renommierten Fotofestivals von Arles verfolgt Kyotographie den Ansatz, Fotografie einer möglichst großen Öffentlichkeit zugänglich zu machen und gleichzeitig ein klares Profil zu entwickeln: „Die Themen des Festivals sind immer eine Reaktion auf das, was uns umgibt, was um uns herum stattfindet“, erklärt Yusuke und fügt hinzu, dass dies auch bedeutet, dass man immer wieder Ressentiments ausgesetzt ist und ständig daran arbeiten muss, die Grenzen des Denkens zu erweitern.

    In Kyotographie geht es den Fotografen darum, das Alltägliche einzufangen und durch Bilder das Bewusstsein zu erweitern.
    Ein paar Mädchen im Kimono auf dem Weg zum Schrein.

    Qualität überzeugt.

    „Eine Stadt wie Kyoto blickt stolz auf die eigene Vergangenheit zurück: Um sich in Kyoto zu behaupten musst du etwas schaffen, was Qualität hat. Nur so kannst du die Menschen überzeugen“, erläutert Lucille. Die beiden Gründer können sich dennoch keine bessere Stadt für ein Festival vorstellen und so zeichnet sich das Festival vor allem durch seine Einbindung in die historische Struktur der Stadt aus. Lucille erklärt weiter: „Wir wollen die Fotografie in das Leben der Menschen bringen und mit Hilfe der Tradition etwas Neues und Kontemporäres schaffen.“

    Die Galerien: Teehäuser und Tempel.

    Statt dem neutralen White Cube dienen Tempel, Teehäuser oder historische Gärten wie der Murin-an als Ausstellungsstätten und ermöglichen somit nicht nur Zugang zur Gegenwartsfotografie, sondern auch zu den verborgenen magischen Orten Kyotos.

    Kyoto ist aufgrund seiner ehemaligen kaiserlichen Residenz und Vielzahl an Tempeln zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt worden.

    Unsere letzte Station, bevor wir uns auf den Weg zurück nach Tokio begeben, führt uns zu Asuka und Tomoka, die in der Nähe der Kyotoer Universität das vegane Restaurant Tosca betreiben. Aufgewachsen in einer Familie, die fest daran glaubt, dass eine gesunde Ernährung nicht nur Auswirkungen auf das eigene Wohlbefinden, sondern das einer ganzen Gesellschaft hat, geht es den Schwestern bei Tosca vor allem darum, die Aufmerksamkeit auf die Herkunft und die Verarbeitung des Essens zu lenken.

    Bewusster Umgang mit Lebensmitteln.

    „Nicht jedes Gemüse ist per se gesund. Wir müssen ein Bewusstsein dafür schaffen, was wir essen, anstatt sich irgendwelchen Verboten zu unterwerfen.“ 
Asuka, die Kunst studiert hat, und Tomoka, die lange Zeit als Schauspielerin arbeitete und Mode studiert hat, sind durch einen Zufall in den Besitz des Restaurants gekommen.

    Asuka und Tomoka sind die Inhaberinnen des veganen Restaurants Tosca.

    Die Familie wuchs in Fukushima auf, doch nach dem Erdbeben 2011 hat sie sich in Kyoto niedergelassen. Als eine Bekannte Asuka erzählte, dass sie eine Nachmieterin für ihr Restaurant sucht, dachte diese sich: „Let’s give it a go“.

    Die G-Klasse von Mercedes-Benz verabschiedet sich, um weitere spektakuläre Reiseziele zu erkunden.

    Eine Chance für neue Perspektiven.

    Und so fügt sich aus den Geschichten von Ariko und Sean, Lucille und Yusuke und Asuka und Tomoka ein Bild von dem Kyoto von heute zusammen. Einer Stadt, die ihre Tradition nicht konserviert, sondern sie als Chance begreift, neue Perspektiven zu eröffnen, sich weiterzuentwickeln und Neues entstehen zu lassen. „Let’s give it a go“, das ist ein Satz, den man in Kyoto bald häufiger hören wird.

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