Die neun Teilnehmerinnen begeben sich auf einen erlebnisreichen Roadtrip entlang des Donaulaufs.

Neun Fotografinnen, die Donau und eine Vision.

Ein Roadtrip auf den Spuren und zu Ehren der renommierten Magnum-Fotografin Inge Morath.
  • Neun Fotografinnen, die Donau und eine Vision.

  • Ein Erfolgsrezept.

    Man nehme neun internationale, äußerst talentierte Dokumentarfotografinnen, 2.857 Kilometer Donaulauf, zehn Länder, sechs Wochen im europäischen Sommer und einen geräumigen Mercedes-Benz Truck. Man mische all diese Zutaten mit einer großen Portion Abenteuerlust, jeder Menge Entdeckungsfreude und geballter Kreativität.

    Heraus kommt die Verwirklichung eines lang gehegten Traumes: „Danube Revisited – The Inge Morath Truck Project“. Ein Dokumentarfotografie-Projekt entlang des Donauufers auf den Spuren der legendären Fotografin Inge Morath.

    Kurze Rast in purer Idylle. Die Fotografinnen auf ihrem Roadtrip durch die Donauregion.
    Durnstein in Österreich: ein Reiseziel Inge Moraths und der neun Fotografinnen.

    Eine Frau mit Visionen.

    Dokumentarfotografie war lange Zeit eine reine Männerdomäne, bis die gebürtige Österreicherin Inge Morath 1951 ihre Liebe zur Fotografie entdeckt. In den Folgejahren bis 1954 ist sie als Assistentin des französischen Fotografen und Mitbegründers der Fotoagentur Magnum Photos, Henri Cartier-Bressons, tätig und wird dort 1955 als erste Frau aufgenommen. Ihre fotografische Arbeit führt sie in den darauffolgenden Jahren in weit entlegene Länder. Insbesondere Europa, Nordafrika, die USA und den Mittleren Osten rückt sie mit professionellem Blick vor ihre Linse. Die beeindruckenden Aufnahmen finden ihren Ausdruck in fotografischen Essays, die in zahlreichen Magazinen und Büchern veröffentlicht werden. All ihre Projekte sind mit großer Leidenschaft verbunden, doch das Herz der Pionierfotografin gehört der Donauregion.

    Eine grenzenlose Liebe.

    Die Faszination der Donau begründet sich für Inge Morath durch ihre geografische Beschaffenheit: Als zweitlängster Fluss Europas durchfließt sie zehn Länder, verbindet auf dem Wasserweg unterschiedlichste Kulturen und trennt wiederum andere voneinander. „Ich liebe Reisen. Reisen, auf denen der Weg von A nach B einem erlaubt, tiefer zu gehen. An einem Tag im Mai 1958 wurde mir klar, dass die Reise vom Ursprung der Donau bis zu ihrem Ende eine dieser Reisen war, die man unbedingt gemacht haben muss.“

    Es sind einige Jahre ins Land gezogen, seit Inge Morath das Leben in der Flussregion vor und nach dem Fall des eisernen Vorhangs dokumentiert hat. Vieles hat sich in der Zwischenzeit verändert. In diesem Sommer begeben sich neun Fotografinnen auf die Fährte der Vergangenheit, tauchen ein in Erinnerungen von Inge Morath und setzen ihr fotografisches Erbe entlang der Donau fort.

    Kulturelle Vielfalt an der Donau. Der zweitlängste Fluss Europas durchfließt zehn Länder.

    Herzensangelegenheit. Damals wie heute.

    „Danube Revisited – The Inge Morath Truck Project“ ist Zweierlei: auf der einen Seite eine Wanderausstellung, die im Inneren eines umgebauten Mercedes-Benz Trucks die Arbeiten von Inge Morath präsentiert und andererseits eine Möglichkeit für die neun Dokumentarfotografinnen, die Donauregion durch ihren eigenen Sucher zu entdecken. Inge Moraths an der Donau entstandene Fotografien kehren durch den Roadtrip an ihren Ursprungsort zurück. Die insgesamt 24 Städte und Gemeinden, die entlang der Donau auf der Reiseroute liegen, können in der „fahrenden Ausstellung“ Einblicke in die historischen Aufnahmen erhalten, die zum Teil Lokalgeschichte ihrer selbst sind.

    Eine Wanderausstellung der besonderen Art.

    Nacht-Projektionen, Künstlervorträge und Fotografie-Foren veröffentlichen gleichzeitig die aktuellen Arbeiten der Künstlerinnen, die während der sechswöchigen fotografischen Reise entstanden sind. Das Ergebnis ist ein buntes Sammelsurium von zehn unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Donauregion mit all ihren Besonder- und Eigenheiten, damals wie heute.

    Kinder auf dem Feld in Bulgarien.

    Verwirklichung individueller Träume.

    Emily Schiffer, eine US-amerikanische Fotografin, sieht diese epochale Verschmelzung als Anreiz, um am Projekt teilzunehmen: „Ich möchte Inges Fotografien zurück an ihre Quelle bringen, um die Reaktionen der Menschen vor Ort zu erleben und meine Kamera dazu nutzen, eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen.“ Ami Vitale freut sich vor allem auf die Zusammenarbeit mit den anderen großartigen Künstlerinnen. Außerdem erinnert sie das Projekt an ihre frühen Anfänge in der Fotografie-Branche, als sie noch nicht auftragsgebunden arbeitete, sondern es schlichtweg darum ging, zu entdecken und zu lernen: „Hier in diesem Projekt gibt es keine vorgefertigte Geschichte und keine vorgeschriebenen Parameter, die ich in meinen Fotografien umsetzen muss. Diese intellektuelle Freiheit zu haben, ist ein unglaublich befreiendes Gefühl.“

    Große Dankbarkeit.

    Alle neun Dokumentarfotografinnen sind Preisträgerinnen des Stipendiums, das jährlich durch die Magnum Photo Agentur im Namen von Inge Morath verliehen wird. Jessica Dimmock, eine Fotografin aus den USA, möchte durch ihre Teilnahme ihrer großen Dankbarkeit Ausdruck verleihen: „Ich wollte an diesem Roadtrip teilnehmen, da der Inge Morath Award ein Meilenstein gleich zu Beginn meiner Karriere war. Ich war zu dieser Zeit erst kurz in der Branche tätig und der Award gab mir das Selbstbewusstsein und ermutigte mich darin, mit meiner Arbeit weiterzumachen.“ Inge Morath ist für die Frauen ein faszinierendes Vorbild. Mit ihrem Blick für aussagekräftige Details und ihrem Gespür für einzigartige Momente hat sie Aufnahmen geschaffen, die bewegen.

    Einsamer Angler auf der Donau.

    Aber auch die Texte der studierten Sprachwissenschaftlerin beeindrucken. Lurdes Basolí, spanische Dokumentarfotografin und Mitbegründerin des Projekts, bewundert die tiefgründige und bildreiche Sprache Moraths, die das Geschriebene unmittelbar miterleben lässt.

    Fotografie. Eine Leidenschaft.

    Von Donaueschingen, dem Ursprung der Donau, führt der Roadtrip die neun Teilnehmerinnen bis ans Schwarze Meer. So verschieden wie die Künstlerinnen, so unterschiedlich ist ihre Vorstellung von dem, was sie durch ihre Fotografie zum Ausdruck bringen wollen. Während Jessica Dimmock die Betrachter ihrer Aufnahmen in eine ihnen bis dato unbekannte Welt entführen möchte, thematisiert Ami Vitale in ihren Fotografien die Verbundenheit der Menschheit über Grenzen hinweg. Emily Schiffer legt ihren künstlerischen Schwerpunkt auf Details, die das Leben ausmachen, aber dennoch häufig übersehen und von größeren Begebenheiten überschattet werden. Non-Verbales darzustellen, das nur durch Fotografie ausgedrückt werden kann, ist der Ansporn für Lurdes Basolí.

    Auf ihrem Roadtrip entlang des Donaulaufs besuchen die neun Fotografinnen insgesamt 24 Städte und Gemeinden.

    In einem Punkt sind sich aber alle gleich: in ihrer puren Leidenschaft für Fotografie. Am Ende des Roadtrips werden die Arbeiten von Inge Morath und den neun Stipendiatinnen in einer Ausstellung in Salzburg und in einem Buch veröffentlicht – mit Einblicken in eine erlebnisreiche Reise.

    Verwandte Themen.