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  • Outdoor-Abenteuer – Mit der G-Klasse durch die Weiten Nordamerikas.
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    Outdoor-Abenteuer – Mit der G-Klasse durch die Weiten Nordamerikas.

    Ein Foto-Roadtrip der „German Roamers“ auf und neben den rauen Highways von Kanada und Alaska.

    Text: Daniel Schumacher | Fotos: Hannes Becker, Lennart Pagel, Johannes Höhn

Endlose Straßen.

Gewaltige Gewitterwolken türmen sich über schneebedeckten Gipfeln auf. Der Wind wird stärker. Das Licht der tief stehenden Sonne verstärkt die bedrohliche Kulisse. Und doch halten zwei Autos am Rande der Straße. Vier Männer steigen aus und zücken ihre Kameras. Hannes Becker, Johannes Höhn und Lennart Pagel sind Mitglieder der German Roamers, eines der derzeit wohl bekanntesten deutschen Instagram-Fotografenkollektive. Zusammen mit Filmemacher Mathias von Gostomski haben sie ein Ziel: die Seele Kanadas und Alaskas fotografisch einzufangen. Die Route führt über den Alaska Highway vom kanadischen Whitehorse über den Top of the World Highway bis ins nördlich gelegene Dawson. Von dort geht es nach Alaska und durch den Denali National Park weiter bis nach Anchorage. Zehn Tage lang erleben die German Roamers spektakuläre Landschaften, treffen Extremkletterer Hansjörg Auer und lassen sich von der Geländegängigkeit und dem Komfort der G-Klasse begeistern: „Alles zusammen macht Nordamerika zu einem absoluten Traum für jeden Fotografen“, schwärmen die vier. – #MBfacingthenorth


Stundenlange Sonnenuntergänge.

Im Juni wird es so nah am nördlichen Polarkreis nie wirklich dunkel. Das weiche Licht der Abenddämmerung taucht die Landschaft in sanftes Lila und glühendes Orange. Die sogenannte goldene Stunde, die Zeit direkt vor Sonnenuntergang und direkt nach Sonnenaufgang, dauert in Kanada bis zu sechsmal länger. „Teilweise hatten wir bis nachts um 4 Uhr perfekte Lichtverhältnisse“, erinnert sich Hannes. „Für uns Fotografen kann es nicht besser sein.“ So bleibt viel Zeit für atemberaubende Aufnahmen von schroffen Bergformationen, dichten Wäldern und spiegelglatten Seen. Dazu verändern die Wolkenformationen die Kulisse im Minutentakt. Die Auslöser klicken in Rekordgeschwindigkeit.


Wilde Tierwelt.

Wildpferde an einem Wasserlauf sind ein tolles Fotomotiv. Die Belohnung für das mühsame Anschleichen durch dichtes Gebüsch. Auf einmal laute Rufe aus Richtung Straße. Die Pferde sind vergessen, kein Abwarten, jetzt muss es schnell gehen. Zurück durch das Dickicht, die Böschung hoch und hinüber zu den Autos. Ein riesiger Bär trottet keine hundert Meter entfernt über den Highway. Einen ausgewachsenen Grizzly bekommen selbst Profifotografen nur selten vor die Linse. Johannes geht tief in die Hocke, visiert das Tier an und drückt den Auslöser durch. „Auf dem Hinflug habe ich dieses Bild als den perfekten Shot ausgemalt. Unfassbar, dass ich es genau so bekommen habe“, erzählt Johannes sichtbar stolz auf sein Foto.


Unendlicher Yukon.

Nebelwolken bilden einen Kranz um den höchsten Berg Kanadas. Der Mount Logan ragt 5.959 Meter über den Meeresspiegel und liegt mitten im Kluane Icefield, einem der größten zusammenhängenden Gletscher-Eisfelder außerhalb der Polarregionen. Nach zweitägiger Verzögerung aufgrund des schlechten Wetters kann das kleine Propeller-Flugzeug endlich starten. Erst aus der Luft wird die Weite und Unzugänglichkeit des Yukons im vollen Umfang deutlich. Ausgebaute Straßen, Gondeln oder Sessellifte sucht man vergebens. „Im Flugzeug habe ich zum ersten Mal die Kamera bewusst für ein paar Minuten beiseitegelegt, um die Schönheit der Landschaft ungestört genießen zu können“, sagt Hannes. „Trotz der Flugzeugmotoren konnte man die Stille dieses Ortes fühlen“, erinnert sich Mathias. Der Flug über den massiven Gletscher zählt für die vier zu den Highlights der Reise.


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Nicht von dieser Welt.

Die schönsten Fotospots findet der Abenteurer nicht in einem Reiseführer. Dafür braucht es Erfahrung und das richtige Gespür. Beides vereint Hansjörg Auer. Der erfahrene Alpinist aus Tirol stößt für ein paar Tage zu den German Roamers, um gemeinsam auf Entdeckungstour zu gehen und den Fotografen Tipps zum Leben in der Wildnis zu geben. Im Gegenzug verraten sie ihm ein paar Geheimnisse für starke Fotos. Bei einem Lunch Break am Alaska Highway entdeckt Lennart am Tresen eine Visitenkarte mit dem Foto einer Eishöhle. Keine halbe Stunde später sitzen die Männer im Schlauchboot des Restaurantbesitzers; er bringt sie fast 25 Kilometer den Fluss hinauf.


Bis zur Höhle sind es noch knapp drei Stunden Fußmarsch über Eis- und Geröllfelder, durch kleine Wasserläufe und über schroffe Felsen. Den Eingang zur Eishöhle unter braunen Steinmassen findet die Gruppe um Hansjörg Auer erst nach einer gefühlten Ewigkeit. Die Suche lohnt sich. Die Höhle erstrahlt in einem unwirklichen hellen Blau. Die Wände sind glatt. „Dank dieser Visitenkarte stand ich an einem der beeindruckendsten Orte der Reise“, schwärmt Lennart. Schmelzwasser tropft von der Decke und durchnässt ihre Klamotten. Die Hände sind so durchgefroren, dass sie nur noch mit Mühe die Auslöser betätigen. Sich aufzuwärmen und dafür die Kamera wegzulegen, kommt trotzdem niemandem in den Sinn.


Inmitten der Stille.

Idyllische Lagerfeuer inmitten eines weiten und flachen Flussbetts bieten eine wunderschöne Kulisse für ein Shooting. Die Gruppe nimmt sich viel Zeit und genießt Stille und Einsamkeit. „Ohne die Autos wären wir niemals so weit vorgedrungen. Sie haben uns ermöglicht, viele Dinge zu sehen“, sagt Mathias. „Ein tolles Gefühl, dahin zu kommen, wohin man möchte“, ergänzt Lennart. In Kanada sicher keine Selbstverständlichkeit. Während der folgenden Unterkunftssuche finden sich die German Roamers plötzlich zwischen orangem Sonnenuntergang und violetten Gewitterwolken wieder. Es gilt, die besten Momente auf die Speicherkarte zu bannen. „Wir sind wie aufgeregte kleine Kinder herumgesprungen und haben versucht, so viele gute Aufnahmen wie möglich zu bekommen“, erinnert sich Johannes. Licht und Atmosphäre verändern sich im Sekundentakt. Mal zucken riesige Blitze über den Himmel, im nächsten Moment taucht die Abendsonne die Bergkette wieder in ein warmes Gelb. Um es mit den Worten von Hannes zu sagen: „Ein unglaublich spannendes Fotoabenteuer, das ohne die G-Klasse nicht so geworden wäre, wie es war.“


Bildergalerie.

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