• Automatisch in die Lücke.

  • Automatisch in die Lücke.

    • 27. October 2014
    • Autonomes Fahren
    • Text: Alexandra Knaup

    Der Aktive Park-Assistent mit PARKTRONIC von Mercedes-Benz ist ein Teilaspekt der umfassenden Vision vom autonomen Fahren – und bereits Realität.

    Einparken leicht gemacht: Auch geübte Autofahrer sind dankbar für Unterstützung, wie sie der Aktive Park-Assistent mit PARKTRONIC von Mercedes-Benz bietet. Diese Weiterentwicklung des bisher angebotenen Systems PARKTRONIC mit Parkführung ermöglicht das automatische Einparken mit automatischen Lenk- und Bremseingriffen in Längs- und Querparklücken. Darüber hinaus kann das System das Fahrzeug aus Längsparklücken nun auch mit automatischen Lenk- und Bremseingriffen selbstständig ausparken, wenn es zuvor automatisch eingeparkt wurde. Insbesondere bei engen Parklücken ist das ein Komfortgewinn.

    Sechs Ultraschall-Sensoren im Front- und sechs im Heckstoßfänger sind die „Augen“ des Aktiven Park-Assistenten. Die Sensoren an den Ecken des vorderen Stoßfängers haben dabei eine größere Reichweite, damit sie sich für die Vermessung der Parklückengröße während der Vorbeifahrt eignen. Bei Geschwindigkeiten unterhalb 30 km/h überprüfen sie die rechte Fahrbahnseite und detektieren geeignete Längs- und Querparklücken. Bei Betätigung des linken Blinkers erfolgt dieser Vorgang entsprechend auf der linken Seite des Fahrzeugs. Ein Symbol im Kombiinstrument zeigt an, dass das System misst.

    Geeignete Parklücken werden erkannt, indem der Abstand zum Hindernis mit Hilfe der Echolot-Technik gemessen wird. Ermittelt wird dabei die Zeit, die das Signal bis zum Hindernis und nach der Reflektion zurück zum Ausgangspunkt benötigt. Die Steuerfunktionen übernimmt ein eigenes Park-Steuergerät. Wird eine geeignete Parklücke erkannt, signalisiert ein Pfeil neben dem Symbol die Bereitschaft des Systems zum automatischen Parkvorgang.

    AUTOMATISCHES EINPARKEN MIT LENK- UND BREMSFUNKTION

    Hat das System eine geeignete Parklücke gefunden, kann der Fahrer nach dem Anhalten des Fahrzeugs und Einlegen des Rückwärtsgangs die automatische Einparkhilfe über das Bedienfeld des Multifunktions-Lenkrades aktivieren. Die elektromechanische Lenkung wird dann vom Aktiven Park-Assistent so angesteuert, dass das Fahrzeug auf einer errechneten Bahnkurve mit einer Maximalgeschwindigkeit von 10 km/h automatisch gelenkt eingeparkt wird.

    Das System wertet dabei aus den gemessenen Breiten- und Tiefenmaßen des potentiellen Parkraums aus, ob es sich um eine Längs- oder Querparklücke handelt. Der Fahrer reguliert die Geschwindigkeit über das Gaspedal. Der gesamte Einparkvorgang ist auf maximal sieben Züge zum Einparken ausgelegt. Außerdem unterstützt der Aktive Park-Assistent jetzt das Einparken in leicht gekrümmten Kurven.

    AUTOMATISCHES AUSPARKEN

    Die Funktion Automatisches Ausparken kann nur gestartet werden, wenn zuvor mit dem Aktiven Parkassistenten eingeparkt wurde. Vor und hinter dem Fahrzeug müssen Hindernisse (zum Beispiel Fahrzeuge) erkannt werden. Nachdem der Fahrer die Zündung eingeschaltet, den Fahrtrichtungsanzeiger betätigt sowie die Fahrstufe D oder R des Automatikgetriebes gewählt hat, erfolgt eine Abfrage, ob ein automatischer Ausparkvorgang gestartet werden soll.

    Wird mit „Ja“ bestätigt, steuert das System wiederum die elektromechanische Lenkung an und parkt das Fahrzeug aus der Parklücke in Richtung des gesetzten Fahrtrichtungsanzeigers aus. Auch beim Ausparken muss der Fahrer das Gas selbstständig betätigen. Sobald das Fahrzeug schräg genug steht, um mit einem geraden Zug aus der Parklücke ausfahren zu können (spätestens, wenn sich das Fahrzeug im Winkel von 45 Grad zur Startposition befindet), werden die Räder gerade gestellt, und der Vorgang ist beendet. Der Fahrer übernimmt wieder Lenkung und Bremse.

    AUTOMATISCHES BREMSEN

    Während des automatischen Einparkens und Ausparkens ist die Funktion „Automatisches Bremsen“ aktiv. Ermöglicht wird dies über eine ins ESP®-System integrierte Längsregelung. Sie bremst automatisch, wenn ein bestimmter Abstand zum Parklückenende erreicht oder ein Hindernis erkannt wurde. Das Fahrzeug wird dabei bis zum Stillstand kurz vor dem Hindernis abgebremst. Darüber hinaus wird das Motormoment begrenzt, so dass der Fahrer nicht beliebig stark beschleunigen kann. Wie stark das Motormoment begrenzt wird hängt ab von der aktuellen Position des Fahrzeugs auf der Einfahrspur.

    FLANKENSCHUTZ

    Mit Hilfe der Sensorinformationen der PARKTRONIC erhält der Aktive Park-Assistent zusätzlich die Funktion „Flankenschutz“. Erkennt das System ein seitliches Hindernis, wird ständig der sich ändernde Abstand zwischen dem Hindernis und dem Fahrzeug ermittelt. Den Bereich an der Fahrzeugseite zwischen den Sensoren simuliert ein Rechenmodell. Je nach Abstand zum Hindernis erfolgt eine mehrstufige optische und akustische Warnung, wie von der PARKTRONIC bekannt. Die Funktion Flankenschutz ist im Geschwindigkeitsbereich bis 18 km/h und in der Wahlhebelstellung D, R und N – also beim Vorwärts- und Rückwärtsfahren sowie in der Neutralstellung – aktiv.

    Mit Hilfe der Flankenschutz-Funktion können Fahrzeugbeschädigungen durch seitliche Hindernisse, die für den Fahrer nicht sichtbar sind, vermieden werden. Da die Position dynamischer Objekte außerhalb der Sensor-Erfassungsbereiche lediglich berechnet werden kann, warnt das System eventuell dennoch vor dem Hindernis in der ursprünglichen Position, sollte es sich entfernt haben.

    Der Aktive Park-Assistent ermöglicht automatisches Einparken mit aktiven Lenk- und Bremseingriffen in Längs- und Querparklücken.

    AUTOMATISCHES PARKEN OHNE PASSAGIER

    Ein nächster Entwicklungsschritt könnte das vollautomatische, autonome Parken ohne Fahrer sein. Dieser steigt aus und lässt das Auto eigenständig einen Parkplatz suchen und automatisch einparken. Und über eine Anbindung per Smartphone könnte das Fahrzeug wiederum informiert werden, dass der Fahrer aufzubrechen wünscht – und wie beim Valet-Parking zum Treffpunkt beispielsweise an der Garagenausfahrt vorfahren.

    Mit dem Forschungsfahrzeug S 500 INTELLIGENT DRIVE hat Mercedes-Benz als erster Autohersteller im August 2013 gezeigt, dass autonomes Fahren im Überland- und Stadtverkehr möglich ist. Mit einer solchen seriennahen, weiterentwickelten Sensorik ist auch das automatische Parken ohne Passagier vorstellbar. Mut zur (Park-)Lücke wird das Auto dabei in einem ersten Schritt wahrscheinlich nicht auf völlig unbekanntem Terrain haben, sondern das autonome Parken wird zunächst auf „gelernten“ Strecken wie der heimischen Garage realisiert werden.

    AKTIVER PARK-ASSISTENT MIT PARKTRONIC

    • Kategorie

      Komfort
    • Funktion

      Automatisches Ein- und Ausparken mit aktivem Lenk- und Bremseingriff, die Fahrzeugbeschleunigung übernimmt der Fahrer durch Gasgeben
    • Lieferumfang

      Steuergerät, 12 in den Stoßfänger integrierte Ultraschall-Sensoren, Warnanzeigen/Grafiken der Parklücken im Kombiinstrument
    • Verfügbarkeit

      Sonderausstattung für zahlreiche Baureihen

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