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CES 2017: Das lernende Auto.

Das lernende Auto.

  • 09.01.2017
  • Autonomes Fahren
  • Fotos: Daimler
  • Text: Steffan Heuer

Leistungsfähige Supercomputer werden auch das Automobil grundlegend revolutionieren. Künstliche Intelligenz als Megatrend auf der CES 2017 in Las Vegas.

Mercedes-Benz und der Grafikchip-Hersteller NVIDIA gaben auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas einen Einblick in ihre Zusammenarbeit an einem KI-basierten Fahrzeug, das sie im kommenden Jahr vorstellen wollen — ein Ziel, in das fast alle namhaften Technologie- und Autofirmen massive Ressourcen investiert haben.

„Menschen haben keine Probleme damit, Objekte zu erkennen und diese Beobachtungen zu einem gedanklichen Modell der Welt zu formen“, erklärte Jen-Hsun Huang, Mitgründer und CEO von NVIDIA, in einem Inspiration Talk auf dem Mercedes-Benz Messestand. Bis vor Kurzem waren allerdings selbst leistungsfähige Supercomputer dazu nicht imstande.

Herausforderung autonomes Fahren

Deep Learning brachte den Durchbruch, so Huang, der in seiner Keynote zur Eröffnung der Messe „KI als Lösung der Herausforderung autonomes Fahren“ bezeichnet hatte. Dabei lernen neuronale Netze aufeinander aufbauend hinzu und eignen sich sukzessive neue Fähigkeiten an, um ihre Umwelt zu verstehen und zu meistern. „Wir haben uns der Aufgabe verschrieben, die schwierigsten Computer-Plattformen zu entwickeln. Jetzt steht fest, dass KI die Zukunft des Computing ist und das Automobil von morgen revolutionieren wird.“

Mercedes-Benz und NVIDIA haben deswegen eine langfristige Partnerschaft aufgebaut, um künstliche Intelligenz alltagstauglich zu machen, berichtete Sajjad Khan, Vice President Digital Vehicle und Mobility der Daimler AG. „Man braucht hervorragende Software und enorme Rechenpower, um Dinge zu leisten, die dem Fahrer wie die normalste Sache der Welt vorkommen, aber immense technische Leistungen hinter den Kulissen erfordern.“

„ KI ist die Zukunft des Computing und wird das Automobil von morgen revolutionieren. “

Jen-Hsun Huang, Mitgründer und CEO von NVIDIA

Als Ausblick in die Zukunft verwies Khan auf Features der neuen C- und E-Klasse. Software lernt dabei aus der Routine des Fahrers, um persönliche Prognosen zu erstellen und Empfehlungen abzugeben. Etwa die Streckenführung am Morgen oder den Weg zur nächstgelegenen Tankstelle, unter Berücksichtigung von Faktoren wie Fahrverhalten, aktuellem Sensor-Input und dem Ziel der Reise. Darüber hinaus gibt das „In-Car Office“ dem Fahrer wertvolle Zeit zurück, so Khan.

Fahrzeuge, die ihre Umwelt verstehen

Um wahre KI zu erzielen, muss der Entwicklungsprozess komplett auf den Kopf gestellt werden, waren sich beide Experten einig. Ausgangspunkt ist die Computer-Architektur, auf die alles andere aufbaut. Mercedes-Benz und NVIDIA verfolgen diese Vision seit drei Jahren. Details des in Entwicklung befindlichen KI-Fahrzeugs wollten sie indes nicht verraten, um den „Überraschungseffekt“ zu wahren.

Sobald jedes Fahrzeug einen Supercomputer beinhaltet, der seine Umwelt versteht und mit der Cloud verbunden ist, wird sich ein Mercedes zu einem anpassungsfähigen Kopiloten entwickeln, der innerhalb und außerhalb des Fahrzeugs permanent Sicherheit und Komfort seiner Insassen im Auge hat.

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