• Die neue E-Klasse: User Interaction, Bedienlogik und Anzeigenkonzept.

  • Die neue E-Klasse: User Interaction, Bedienlogik und Anzeigenkonzept.

    • 21. December 2015
    • Fahrzeugentwicklung
    • Fotos: Daimler
    • Text: Ernesto Singer

    Ob per Touch Control Buttons, COMAND Controller, Direktwahltasten oder Sprachsteuerung –Mercedes-Benz folgt mit mehreren Eingabemöglichkeiten dem Prinzip der funktionellen Redundanzen.

    Im Interieur der neuen E-Klasse, die am 11. Januar 2016 auf der Detroit Motor Show ihre Premiere feiert, gehen Schönheit und Intelligenz Hand in Hand. Anders gesagt: Die Mercedes-Benz-Designphilosophie der sinnlichen Klarheit geht mit der neuen Fahrzeuggeneration in die nächste Runde. Denn inmitten geschwungener Formen übernehmen große Wide-Screens den Part des Hightech-Hinguckers: Zwei nebeneinander angeordnete 12,3-Zoll-Displays verschmelzen unter einem gemeinsamen Deckglas zu einer optischen Einheit, ein klares Anzeigendesign ermöglicht die intuitive Bedienung – ohne den Fahrer vom Verkehrsgeschehen abzulenken.

    Mehrere Eingabemöglichkeiten führen zum selben Ziel.

    Das Wide-Screen-Cockpit stellt das wesentliche Element des neuen Interieurs dar: Es beinhaltet sowohl das virtuelle Kombiinstrument direkt im Blickfeld des Fahrers als auch das Zentraldisplay über der Mittelkonsole. „Wir haben die großen Wide-Screens als Einheit mit dem Bedienfeld der Mittelkonsole gestaltet. Daraus ergibt sich das Gefühl einer Fahrerbetonung“, sagt Hartmut Sinkwitz, Leiter Interieur Design Mercedes-Benz Cars. „Den Grundriss der Instrumententafel haben wir jedoch symmetrisch gehalten. So geben wir auch dem Beifahrer ein Höchstmaß an Wertschätzung – wie es für Mercedes-Benz typisch ist.“

    Beste Bedienbarkeit als Schlüssel zum Erfolg

    User Interaction, das Zusammenspiel von Mensch und Automobil: Auf diesem Gebiet möchte Mercedes-Benz mit der neuen E-Klasse einen großen Schritt nach vorne machen. Spätestens seit der Erfindung des Smartphones weiß jedes Kind, dass neben dem ästhetischen Anspruch auch ein schlüssiges Bedien- und Anzeigenkonzept zum Erfolg am Markt beiträgt. Eine intuitive Bedienbarkeit wird heute von Kunden gleichermaßen geschätzt wie gefordert. Dieser Trend gilt auch für die Welt des Automobils.

    „Die horizontale Bedienzeile mit den Hauptfunktionen und der Verzicht auf weit verzweigte Untermenüs erleichtert die Bedienung spürbar“, sagt Koray Sever, Telematik-Experte bei Mercedes-Benz. „Die klassischen Inhalte des Kombiinstruments werden links direkt vor dem Fahrer angezeigt. Das rechte Display ist für die Anzeige der Komfort- und Infotainment-Inhalte reserviert.“

    Digital Graphic & Corporate Design und Digital Vehicle & Mobility

    Der Entwicklung völlig neuartiger Bedien- und Anzeigekonzepte widmen sich bei Mercedes-Benz die beiden neu gegründeten Kompetenzcenter „Digital Graphic & Corporate Design“ und „Digital Vehicle & Mobility“. Einige der dort erdachten Zukunftsvisionen werden in der neuen E-Klasse bereits Realität: Die Schnittstelle zwischen Fahrer und Auto besticht in einer immer komplexer werdenden Zeit mit einer bisher unerreichten Einfachheit – und bietet zugleich noch nie dagewesene Wahlmöglichkeiten bei der Bedienung.

    Funktionelle Redundanzen: Mehrere Wege führen zum Ziel

    Mercedes-Benz folgt hier dem Prinzip der funktionellen Redundanzen: Mehrere Eingabemöglichkeiten stehen zur Verfügung – und führen letztlich alle zum selben Ziel. Anstatt dem Fahrer vorzugeben, welche Art der Bedienung er zu nutzen hat, kann er – seinen Vorlieben entsprechend – ganz frei agieren.

    Zur Bedienung des rechten Displays bieten sich neben der Sprachsteuerung LINGUATRONIC die für den Beifahrer ebenfalls gut erreichbaren Direktwahltasten für Navigation, Radio, Media und Telefon sowie der COMAND Controller an. Das Touchpad auf der Mittelkonsole erkennt Ein- und Mehrfingergesten und eignet sich hervorragend für die Eingabe von Schriftzeichen aller Art. Aber auch ohne die Hände vom Volant zu nehmen, kann der Fahrer mit der neuen E-Klasse in Kontakt treten. Erstmals in einem Automobil wurden dafür so genannte Touch Control Buttons in die Speichen des Multifunktionslenkrads integriert. Sie sind berührungssensitiv und reagieren exakt auf horizontale und vertikale Wischbewegungen eines Fingers.

    Zeigefinger 2.0: der Daumen Vor einigen Jahren noch wäre zweifellos der Zeigefinger zum Einsatz gekommen. Doch seit sich das Tippen von Kurznachrichten (SMS) zu einem globalen Massenphänomen entwickelte, das wenig später von Mitteilungsdiensten wie Whatsapp abgelöst wurde, hat sich die Hierarchie der menschlichen Finger zugunsten des Daumens verschoben. Man könnte auch sagen: Seit das Mobiltelefon nicht mehr vorrangig zum Telefonieren genutzt wird, ist der Daumen zu einer Art Zeigefinger 2.0 mutiert. Mit dem Boom der Kurzmitteilungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts entstand in Japan sogar eine Bezeichnung für die SMS-Jünger: „oya yubi sedai“ – frei ins Deutsche übersetzt etwa „Generation Daumen“.

    Eine Technologie wie sie auch in Computer-Mäusen steckt.

    Touch Control Buttons: Die Hände bleiben am Lenkrad

    Mit eben jenen Daumen navigieren Fahrer der neuen E-Klasse künftig durch die logisch aufgebauten Menüs. Ein Drücken der Touch Control Buttons löst die zuvor mit einer Wischgeste angewählte Funktion aus. Mercedes-Benz setzt dabei auf eine Technologie, wie sie beispielsweise auch in Computer-Mäusen steckt: Ein Laser-Sensor tastet die glatte Oberfläche ab, registriert feinste Fingerbewegungen und setzt sie in auf dem Display nachvollziehbare Bedienimpulse um.

    Eine Unannehmlichkeit, die Smartphone-Nutzer im Winter zur Verzweiflung bringen kann, bleibt Fahrern der E-Klasse übrigens erspart: Die neuen Touch-Controls am Lenkrad kommen auch mit Handschuhen gut zurecht – ganz egal, ob diese aus edlem Stoff oder luxuriösem Leder gefertigt sind. „Mit den Touch-Controls lassen sich sämtliche menügeführten Einstellungen während der Fahrt direkt am Lenkrad präzise vornehmen“, erläutert Hartmut Sinkwitz, Leiter Interieur Design Mercedes-Benz Cars. „Im Zusammenspiel mit dem zentralen Bedienelement in der Mittelkonsole ergibt sich eine Synthese aus neuen sowie vertrauten Bedienelementen.“

    Ob per Touch Control Buttons, COMAND Controller, Direktwahltasten oder Sprachsteuerung – ganz gleich, wie der Fahrer in der neuen E-Klasse das Navigationsziel „Spanische Treppe“ eingibt: Alle vier Wege führen nach Rom. Bewusst geschaffene funktionelle Redundanzen sorgen für ein Höchstmaß an intuitiver Bedienbarkeit. Die freie Entscheidung für eine der Eingabemöglichkeiten trägt zu einem gesteigerten Wohlbefinden von Fahrer und Mitfahrern bei und erhöht so die Sicherheit an Bord.

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