CES 2017: Inspiration Talks.
  • Mein Auto ist dein Auto.

  • Mein Auto ist dein Auto.

    • 11. January 2017
    • Mobilitätskonzepte
    • Fotos: Daimler
    • Text: Steffan Heuer

    Sharing-Dienste strukturieren die Fahrzeugbranche neu. Das bringt auch viele Chancen. Welche das sind, war Thema auf der CES 2017 in Las Vegas.

    Das spontane Teilen von Transport-Ressourcen verändert die Gesellschaft von Grund auf — von der Reservierung eines smart per Klick über die Vermietung des eigenen Pkw oder die Bestellung eines Taxis bis hin zu einem Dienst, der den eigenen Kofferraum zum persönlichen Logistikzentrum umfunktioniert. Mercedes-Benz wirkt an dieser radikalen Umgestaltung mit einer ganzen Reihe innovativer Shared Services mit.

    „Sharing gehört die Zukunft. Kein anderer Teilbereich der Mobilität wächst schneller. Wir haben das frühzeitig erkannt und im Stillen unser eigenes Ökosystem aufgebaut“, sagte Ola Källenius, Vorstandsmitglied der Daimler AG und Leiter der Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung auf der Technologie-Messe CES in Las Vegas.

    Zur Produktpalette des Unternehmens gehören der CarSharing-Dienst car2go mit mehr als einer Million Mitgliedern weltweit sowie die Taxiplattformen mytaxi und Hailo. Und der On-Demand-Dienst Blacklane. Jüngst hinzugekommen sind Croove, eine App, mit der deutsche Kunden ihr eigenes Fahrzeug vermieten können, sowie das Pilotprojekt „smart ready to drop“. Fahrzeughalter können damit den Kofferraum ihres smart in eine Lieferadresse verwandeln, von der sich Pakete versenden und empfangen lassen.

    „ Sharing gehört die Zukunft. Kein anderer Teilbereich der Mobilität wächst schneller. “

    Ola Källenius, Vorstandsmitglied der Daimler AG und Leiter der Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung

    Neue Geschäftsmodelle

    Jedes Fahrzeug in Daimlers Portfolio werde Teil eines intelligenten Sharing-Systems werden, so Källenius. „Ich glaube, dass sich jedes Auto, das wir bauen, auch teilen lassen sollte, wenn der Kunde das möchte. Technisch wird das für jedes Fahrzeug in unserer künftigen Flotte möglich sein.“

    Der tiefe Umbruch in der Automobil-Industrie bedeutet nicht zwangsläufig rückläufige Absatzzahlen, denn so entstehen neue Geschäftsmodelle und neue Nachfragequellen. „Es wird eine Mischung aus Nutzern und Eigentümern geben, denn Eigentum ist im Luxussegment nach wie vor wichtig. Mein Wagen ist der dritte Ort neben Zuhause und Arbeitsplatz“, so der Daimler-Manager.

    Er verwies auf den Aufstieg von e-Commerce und On-Demand-Diensten für Güter und selbst Mahlzeiten. Diese Lieferungen würden nicht nur die Erneuerungszyklen von ganzen Flotten beschleunigen, sondern auch mehr Nachfrage schaffen nach Lieferwagen und neuartigen Lösungen für die Überwindung der Last Mile, zum Beispiel mittels Drohnen. Dazu präsentierte Mercedes-Benz die Fahrzeugstudie Vision Van auf der CES.

    Zusammenarbeit mit dem Silicon Valley

    Um neue Geschäftsmodelle rund um Shared Services schneller zu identifizieren, arbeitet Daimler unter anderem mit Partnern wie dem Silicon-Valley-Inkubator Plug and Play Tech Center zusammen.

    „Ich hatte das große Glück, viele der innovativsten Unternehmen in der ersten Reihe erleben zu dürfen“, sagte dessen Gründer und CEO Saeed Amidi im Gespräch mit Källenius. Google etwa zog in seinen Inkubator ein, als das Start-up nur drei Mitarbeiter hatte, und schrieb danach Tech-Geschichte. Amidi verglich den Effekt von Shared Services wie Airbnb oder Uber mit dem Umbruch der Mobiltelefon-Industrie, als das Smartphone eingeführt wurde.

    Das Plug and Play Tech Center arbeitet mit Mercedes-Benz gemeinsam daran, 280 vielversprechende Start-ups aus aller Welt zu prüfen. Gemeinsam mit Ingenieuren aus Stuttgart wurde eine Auswahl von 22 Start-ups genauer unter die Lupe genommen, bevor mittlerweile zehn gemeinsame Pilotprojekte gestartet wurden.

    Weitere Texte zu ausgewählten Schwerpunktthemen der CES 2017 in Las Vegas:

    Karten mit Köpfchen

    Das lernende Auto

    Das Auto als Health Hub

    „ Ich glaube, dass sich jedes Auto, das wir bauen, auch teilen lassen sollte, wenn der Kunde das möchte. “

    Ola Källenius

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