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  • Paketstation auf vier Rädern.

  • Paketstation auf vier Rädern.

    • 15.08.2016
    • Mobilitätskonzepte
    • Fotos: Daimler
    • Text: Ernesto Singer

    Wenn der DHL-Bote nicht mehr klingelt: Los geht der Beta-Test in Stuttgart, dann folgen weitere Großstädte  – smart ist bereit für die Kofferraumzustellung.

    Ein Klick genügt und das Objekt der Begierde landet im virtuellen Warenkorb: die neuen Schuhe, der neue Drucker, das neue Wechselobjektiv für die Systemkamera. Online-Shopping geht heute blitzschnell, in vielen Fällen ist der gesamte Bestell- und Bezahlprozess in wenigen Sekunden erledigt. Doch direkt nach der prompt aufblinkenden Bestätigungsmeldung beginnt für die Kunden das Warten,  – das Warten auf den Paketzusteller.

    Je nach Entfernung und Budget können bis zur Übergabe der bestellten Waren Stunden, Tage oder gar Wochen vergehen. Dank Paketnummer und Online-Sendungsverfolgung lässt sich zumindest jederzeit überprüfen, in welchem Logistikzentrum die sehnsüchtig erwartete Sendung momentan umgeschlagen wird.

    Wenn der Empfänger nicht zu Hause ist

    Doch der reine Transport von A nach B, vom Versender zum Empfänger, ist nicht die einzige organisatorische Hürde, die es zu meistern gilt. Gerade bei der Auslieferung an Privathaushalte ist der richtige Zeitpunkt entscheidend für ein möglichst positives Einkaufserlebnis: Im besten Fall erhält der Kunde sein Paket in einem perfekt passenden Moment an der eigenen Haustür.

    Die Auslieferung an eine nahegelegene Packstation oder in eine Filiale in der Nachbarschaft hat sich bei berufstätigen Städtern als beliebte Alternative etabliert. Warum? Ganz einfach: Weil man scheinbar immer dann nicht daheim ist, wenn der Transporter mit den Paketen vor dem Haus hält und der Bote klingelt. Die handschriftlich ausgefüllten Kärtchen – meist mit der Info versehen, man sei nicht angetroffen worden und müsse sein Paket nun selbst irgendwo abholen – sorgen selten für Begeisterung. Und: Sie sind irgendwie auch ziemlich offline.

    Im Kofferraum statt an der Haustür.

    Wie der Kofferraum zum Paketfach wird

    Die Lösung von smart heißt „smart ready to drop“. Das neue Dienstleistungsangebot verwandelt den Kofferraum der Kleinwagen dank intelligenter Technik in ein Paketfach. Der smart wird zur persönlichen Packstation auf vier Rädern. Denn anstatt die Sendung tagsüber an der Haustür abzugeben, legt sie der Paketdienst-Mitarbeiter nachts im Kofferraum des Empfängers ab.

    Dabei spielt das Smartphone eine entscheidende Rolle: Mit dem mobilen Gerät öffnet und schließt der Paketzusteller das am Straßenrand oder auf einem Stellplatz vor dem Haus geparkte Fahrzeug. Der Kunde muss dafür – im Anschluss an seine Online-Bestellung – lediglich eine temporäre und nur einmalig gültige TAN (Transaktionsnummer) generieren; das geschieht mit einer neuen App, ebenfalls auf dem Smartphone. Die TAN wird bei teilnehmenden Online-Shops in das c/o-Feld der Empfängeradresse eingetragen. Das Auto muss für die Paket-Lieferung dann lediglich in der Nähe dieser Anschrift geparkt sein. Die genaue Ortung erfolgt mittels GPS und wird dem Zusteller angezeigt.

    „ Wir bei smart verfügen über so viel Erfahrung mit digitalen Zugangssystemen wie kein anderer Hersteller. “

    Annette Winkler, Leitung smart

    Connectivity Box: Schatztruhe 2.0

    In den smart-Fahrzeugen verrät eine unter der Frontscheibe angebrachte kleine schwarze Kunststoffbox die Bereitschaft für „smart ready to drop“. In der so genannten Connectivity Box steckt das Kommunikationsmodul für den schlüssellosen Zugang.

    Die technische Lösung hat Ihre Probe längst bestanden: Die Hardware basiert auf car2go Techik; die App-Software für  Kunden und Zusteller wurde von smart in Zusammenarbeit mit TSS entwickelt. Dort hat sie sich bereits millionenfach bewährt: Seit Einführung des neuen, rein Smartphone-basierten Mietvorgangs zählte das Carsharing-Unternehmen mehr als 5,5 Millionen ferngesteuerte Öffnungen. „Wir bei smart verfügen über so viel Erfahrung mit digitalen Zugangssystemen wie kein anderer Hersteller“, erklärt smart-Chefin Annette Winkler den entscheidenden Vorteil ihrer Marke.

    Auch Retouren können im smart deponiert werden

    Ein weiterer Vorteil des car2go-Systems: Der schlüssellose Zugang erfolgt in zwei bis zwei drei Sekunden; die Paketzusteller des Kooperationspartners DHL wissen diese Schnelligkeit zu schätzen. Und nicht nur Auslieferungen funktionieren über den Kofferraum: Auch vorfrankierte Retouren können an DHL gemeldet werden und dann zur nächtlichen Abholung im Auto deponiert werden.

     

    Für Annette Winkler sind künftig weitere smarte Dienstleistungen denkbar, die ebenfalls das technische Potenzial der Connectivity Box nutzen: Beispielsweise könnte Anbietern von Fahrzeugwäschen der temporäre Zugang zum eigenen Auto gewährt werden.

     

    Teilnehmer für den Beta-Test gesucht

    Der neue Service „smart ready to drop“ steht kurz vor der Marktreife. In einem mehrmonatigen Beta-Test soll er unter realitätsnahen Bedingungen weiter verfeinert werden. Im Herbst beginnt das Projekt in Stuttgart, anschließend auch in Köln, Bonn und Berlin. Weitere Städte sollen folgen. smart-Fahrer, die in einer der genannten Städte wohnen, können sich über die Website www.smart.com/drop näher informieren und ab September auch für eine Teilnahme bewerben. Die Ausrüstung der Fahrzeuge mit der Connectivity Box erfolgt für die Beta-Test Teilnehmer kostenlos. Das gilt auch für die Vorgängerbaureihe des smart fortwo 451.

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