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Dashboard mit Health-Funktionen.

Das Auto als Health Hub.

  • 06.01.2017
  • Vernetzung
  • Fotos: Daimler
  • Text: Steffan Heuer

Gesünder fahren: Das Thema Connected Health vom Armband bis zum Armaturenbrett ist eines der Trendthemen auf der diesjährigen Elektronikmesse CES in Las Vegas.

In naher Zukunft wird ein Pkw merken, dass sein Fahrer gestresst ist, und eine kleine Atempause vor dem nächsten Termin anbieten. Denn das Fahrzeug kann den Puls messen und kennt den Terminkalender. Es stellt Innenbeleuchtung, Klänge und selbst Gerüche so ein, dass Fahrer und Passagiere optimal entspannen. So werden Autos in absehbarer Zeit zum Dreh- und Angelpunkt eines ausgeglichenen und zugleich aktiven Lebensstils. Schließlich besitzen sie mit den Daten anderer Geräte und Dienste im Smart Home sowie von Wearables ein vollständiges Bild aller Vitaldaten des Menschen.

Das Thema Connected Health vom Armband bis zum Armaturenbrett ist eines der Trendthemen auf der diesjährigen Elektronikmesse CES in Las Vegas. Alleine der Markt für sogenannte Wearables wird sich in diesem Jahr auf 48 Millionen verkaufte Exemplare und einen Umsatz von 5,5 Mrd. Dollar belaufen, schätzt der Veranstalter, die Consumer Technology Association.

Bestes Beispiel war der „Inspiration Talk“ zu diesem Thema auf dem Mercedes-Benz Stand, der vom Technologie-Veteranen Guy Kawasaki moderiert wurde.

Das Auto ist prädestiniert, um ein ganzheitliches Bild der Gesundheitsdaten zu erheben, aus denen moderne Algorithmen Tipps für mehr Wohlbefinden berechnen können, so Dr. David Agus, Professor für Medizin und Ingenieurwissenschaften an der University of Southern California. Da wir ohnehin viele Stunden hinter dem Steuer verbringen, wird der Pkw zum Health Hub, in dem Sensoren relevante Daten sammeln, an die Cloud weitergeben und in dem zeitnah Empfehlungen für die Insassen präsentiert werden können.

Ola Källenius, Vorstandsmitglied der Daimler AG und Leiter der Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung, verwies auf die neuen Funktionen des Vitality Coaches von Mercedes me. Diesen konnten die Besucher in Las Vegas in einem Mercedes-Maybach erleben. Der virtuelle Coach lässt Nutzer zwischen verschiedenen Health-Zielen wählen, die von Entspannung bis zu mehr Aktivität reichen. Indem etwa das Lenkrad den Puls misst, wird der Wagen zu einem zentralen Bestandteil ihres Alltags, von zu Hause bis zur Arbeit und zurück. „Wir schreiben Sicherheit schon immer groß, aber wir wollen Vitalität in den Mittelpunkt rücken, damit man sich beim Aussteigen besser fühlt als beim Einsteigen“, so Källenius. „Fit & Healthy wird ein Merkmal aller Fahrzeugklassen sein.“

„ Wir wollen Vitalität in den Mittelpunkt rücken, damit man sich beim Aussteigen besser fühlt als beim Einsteigen. “

Ola Källenius, Vorstandsmitglied der Daimler AG und Leiter der Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung

Fortgeschrittene Fahrerassistenz-Systeme mit biometrischen Funktionen sind nach neuesten Erhebungen der Marktforscher von Frost & Sullivan ein vielversprechender Wachstumsmarkt. Sie erwarten, dass Cloud-basierte und im Fahrzeug integrierte Technologien, etwa zur Messung der Herzfrequenz und Hirnströme oder von Ermüdungserscheinungen mithilfe der Blickverfolgung, das Fahrerlebnis bis 2025 radikal verändern werden.

Mercedes-Benz wird diese Daten mit niemandem teilen. “

Ola Källenius

Wie bei allen personalisierten Dienstleistungen muss der Nutzer allerdings immer das letzte Wort über seine Daten behalten, warnte Källenius: „Mercedes-Benz wird diese Daten mit niemandem teilen und sie nur so verwenden, wie sie der Nutzer verwendet sehen will.“ Am Ende des Tages, fügte der ehemalige Apple-Markenbotschafter Kawasaki hinzu, werde es wahrscheinlich keinen gesünderen Ort geben, als in einem Mercedes zu sitzen — „vom Fitness-Studio einmal abgesehen”.

Weitere Texte zu ausgewählten Schwerpunktthemen der CES 2017 in Las Vegas:

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