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Logistikcenter auf Rädern.

  • 05.10.2016
  • Vernetzung
  • Fotos: Daimler
  • Text: Ernesto Singer

Mit einem neuen digitalen Konzept und dem futuristischen Transporter Vision Van entwickelt sich Mercedes-Benz Vans zum Anbieter ganzheitlicher Systemlösungen.

Die Uhr tickt. In der Welt des E-Commerce ist die Zustellung ein Geschäft mit Stunden und Minuten. Die Rechnung ist einfach: Wer bei der Auslieferung künftig Zeit sparen und punktgenau zustellen kann, wird die zufriedensten Kunden haben. Mercedes-Benz Vans weist hier mit einem neuen digitalen Logistikkonzept in die Zukunft. Das Unternehmen wandelt sich vom Hersteller weltweit erfolgreicher Transporter zum Anbieter ganzheitlicher Systemlösungen – mit dem futuristischen Vision Van als Hightech-Aushängeschild.

Die Transporter-Studie Vision Van eröffnet neue Möglichkeiten für Transport im urbanen Raum: „Der Vision Van verkörpert den intelligenten, sauberen und vollvernetzten Transporter der Zukunft – mit Elektroantrieb, vollautomatischem Laderaum, integrierten Lieferdrohnen und neuartigen Kommunikationsfeatures“, erläutert Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans.

Schon äußerlich ist das Fahrzeug eine imposante Erscheinung. Seine silbrig glänzend-glatte Karosserie mit dezent-kantigen Akzenten und der markanten Bugpartie samt Black-Panel-Kühlergrill bildet einen reizvollen Kontrast zur langgezogenen und dunkel getönten Frontscheibe. Die Krönung für Technik-Fans: zwei integrierte Lieferdrohnen auf dem Dach.

Vollvernetzte Kommandozentrale 

Im Innenraum, den der Fahrer durch eine automatische Tür auf der Beifahrerseite betritt, besticht die Anordnung des futuristischen Arbeitsplatzes: Lenkrad, Pedalerie und Mittelkonsole mit Schaltkulisse entfallen durch den Einsatz einer Joystick-Steuerung links vom Fahrer. Das in einem weiten Bogen über die gesamte Fahrzeugbreite verlaufende Dashboard ist mit einer feinporigen Textilie überspannt und zeigt sich im Ruhezustand des Vision Van als schwarze Zone.

Während des Betriebs wird der Fahrer mit darauf abgebildeten, blau aufleuchtenden Informationen wie Geschwindigkeit, Routenverlauf oder Echtzeit-Anzeigen zum Drohnenflug versorgt. Überdies leuchten am Edelstahlboden Warnhinweise auf, wenn Fußgänger oder Radfahrer den Ausstieg behindern könnten.

Mit der Außenwelt kommuniziert das volldigitale rollende Logistik-Zentrum – stets vernetzt mit allen notwendigen Partnern – auch über die LED-Matrix im Black-Panel-Kühlergrill, eine Art Anzeigetafel 2.0.

Auf der Fahrt bereitet das Laderaum-Management die Ausgabe der Pakete vor.

Bewegungsfreiheit

Der Zusteller der Zukunft kann sich im luftig-großzügigen Fahrerarbeitsraum des Vision Van frei bewegen. An der Hinterwand befindet sich die Paketausgabe, an der er die benötigten Lieferungen automatisch vom Laderaumsystem entgegennimmt. Neben dem Ausgabeschacht befindet sich in ergonomisch günstiger Höhe ein Infoterminal. Hier laufen alle Informationen der automatischen Systeme zusammen und können eingesehen und ggf. kontrolliert werden.

Clevere Beladung und Routenführung im Zeitalter 4.0

Disponenten und Fahrer aktueller Transporter-Konzepte können sich alle erdenkliche Mühe geben: An den Erfolg des sogenannten One Shot Loading, bei dem ein passgenaues Regal sowohl automatisiert beladen als auch komplett autonom in den Vision Van gefahren wird, können sie nicht herankommen. Dazu verdeutlicht Volker Mornhinweg: „Ein Zustellfahrzeug manuell zu befüllen, dauert heute bis zu 90 Minuten – durch das One Shot Loading sind es noch rund fünf Minuten.“

Während sich die riesige Heckklappe schließt, sitzt der Fahrer schon auf seinem Platz und beginnt sofort nach dem optisch angezeigten Klicken des Laderaumschlosses seine Tour. Das via Cloud mit Daten gefütterte IT-System an Bord hat zu diesem Zeitpunkt bereits eine Route errechnet, die eine perfekte Mischung aus manuellen Zustellungen und Drohnenauslieferungen beinhaltet.

Zustellung auch per Drohne

Auf der Fahrt zum nächsten Haltepunkt bereitet das automatische Laderaum-Management die Ausgabe an der Paketluke und der Drohnen-Andockstation vor. Somit entfällt das lästige und zeitraubende Suchen und Umsortieren nach dem richtigen Paket. Der Zusteller nimmt die Warensendung bequem aus dem Ausgabeschacht und liefert sie nach einem Blick auf seine Smartwatch mit Infos zu Anschrift, Namen und Etage aus. Ein vom Empfänger gewünschter Zeitpunkt, der bereits beim Onlineshopping erfasst wurde, wird punktgenau eingehalten.

Zeitgleich starten die beiden Drohnen vom Dach des Vision Van – zur programmierten Zustelladresse, die bis zehn Kilometer entfernt sein kann. Dort angekommen, legen die Drohnen ihre Lieferungen an einer entsprechenden Station der Empfänger ab, fliegen zurück zum Vision Van und klinken sich wieder automatisch auf dem Dach ein; auch wenn der Transporter in der Zwischenzeit möglicherweise bereits zum nächsten oder übernächsten Haltepunkt gefahren ist.

Sauberer und leiser Elektroantrieb

Nahezu lautlos und lokal emissionsfrei fährt der Mercedes-Benz Vision Van seine Touren ab. Mit einer Systemleistung von 75 kW (102 PS) und einem maximalen Drehmoment von 270 Newtonmetern ist er im urbanen Umfeld flott unterwegs – dank eines modular veränderbaren und auf den jeweiligen Anwendungsfall anpassbaren Batterie-Systems bis zu 270 Kilometer weit. Nach Schichtende des Fahrers werden die Akkus wahlweise induktiv oder per Kabel geladen.

Mögliche Fahrverbote für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor machen den Vision Van noch attraktiver. Auch späte Auslieferungen bedeuten dank der beinahe geräuschlosen Fortbewegung kein Störpotenzial in Wohngegenden – selbst bei strengen Lärmschutzgesetzen. Dies erleichtert bevorzugte Lieferoptionen wie die Zustellung am gleichen Tag.

Lautlos und lokal emissionsfrei fährt der Vision Van seine Tour.

Auf Zack bis zur letzten Sekunde

Das vollautomatische Hochregallager im Transporter der Zukunft und die damit verbundene digital getaktete Planung, die auch kurzfristige Änderungen souverän einbezieht, macht den Vision Van zum Logistikcenter auf Rädern. Bedenkt man, dass für die Transportbranche gerade der letzte Wegabschnitt den teuersten Teil der gesamten Lieferkette darstellt, gewinnt der Vision Van entscheidend an Bedeutung. „Nach unseren Erkenntnissen lässt sich die Produktivität in der Zustellung mit dem Vision Van auf der letzten Meile um bis zu 50 Prozent steigern“, erklärt Volker Mornhinweg.

„ Die Produktivität in der Zustellung auf der letzten Meile lässt sich um bis zu 50 Prozent steigern. “

Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans

Mit der adVANce-Strategie weiter auf der Überholspur

Um die wachsenden Anforderungen im Transportergeschäft weiterhin als Vorreiter erfüllen zu können, startet Mercedes-Benz Vans die strategische Zukunftsinitiative adVANce. Dahinter steckt nicht weniger als der Wandel vom klassischen Fahrzeughersteller zu einem Anbieter ganzheitlicher Systemlösungen für den Transport von Waren und Personen. adVANce gliedert sich in drei innovative Säulen auf:

1) digital@vans – Vernetzung von digitalen Technologien mit dem Transporter: automatisierte Lieferungen, Nachbestellprozesse und intelligente Teilemanagementsysteme direkt in den Transporter.

2) solutions@vans – Hardwarebasierte Lösungen für den Transporter: Laderaumsysteme, Drohnen und Roboter für die Lieferung aus dem Fahrzeug.

3) mobility@vans – Mobilitätskonzepte für Personen und Güter: Entlastung des öffentlichen Nahverkehrs durch individuelle Beförderung, Warentransport auf der letzten Meile, neuartige Leasing- und Mietmodelle auch für kurzfristige Nutzung.

Branchenübergreifende Denkmodelle und praxisnahe Lösungsansätze für alle Problemstellungen dieser neuartigen Geschäftsfelder von Mercedes-Benz Vans finden sich in einer neuen Organisationsform unterm Dach mit dem Stern – in Stuttgart, Berlin und im Silicon Valley. Rund 200 Mitarbeiter sind aktuell mit der weiteren Umsetzung der adVANce-Projekte beschäftigt. Sie vereinen die klassischen Stärken des globalen Players mit den Freidenker-Qualitäten agiler und flexibler Start-ups.

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