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  • Mit Uptime rollt der Truck.

  • Mit Uptime rollt der Truck.

    • 15. September 2016
    • Lkw
    • Illustration: Julian Pacaud
    • Text: Walther Wuttke

    Die neue telematikbasierte Serviceinnovation Mercedes-Benz Uptime meldet frühzeitig Wartungs- und Reparaturbedarfe am Lkw und hält so die Logistikkette am Laufen.

    Nur ein rollender Lkw ist ein guter Lkw – so einfach funktioniert die Transportwelt. Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sind die entscheidenden Eigenschaften, die über den wirtschaftlichen Erfolg von Logistikern entscheiden. Schließlich haben schon kleinste Verzögerungen große Auswirkungen auf die Logistikkette zur Folge. Aus Sicht der Spediteure vorteilhaft ist deshalb die Möglichkeit, entstehende Probleme bereits frühzeitig zu erkennen und zu lösen, bevor sie den Lkw zu einem längeren Ausfall zwingen.

    Echtzeit-Daten ermöglichen vorausschauende Wartung und Analyse

    Mit der neuen telematikbasierten Serviceinnovation Mercedes-Benz Uptime können Menschen in der Logistikkette nun wesentlich stressfreier zusammenarbeiten. Dank der ständigen Überprüfung des vernetzten Lastwagens lassen sich ungeplante Standzeiten deutlich verringern. „Bisher können wir auf Pannen nur reagieren. Künftig werden wir mit Uptime vorbeugen und Ausfälle vermeiden“, erklärt Stefan E. Buchner, Leiter Mercedes-Benz Lkw. Denn „der vernetzte Lkw erkennt, wenn sich ein Problem abzeichnet und kann uns dieses Problem rechtzeitig melden“.

    Mercedes-Benz Uptime leistet nicht nur die Ermittlung von entstehenden Defekten, sondern liefert auch Daten, die auf leicht vermeidbare Nachlässigkeiten hinweisen. Wenn beispielsweise eine manchmal erforderliche manuelle Dieselpartikelfilter-Regeneration, das Nachfüllen von Betriebsmitteln wie AdBlue oder die Korrektur des Reifendrucks nötig sind, liefert Mercedes-Benz Uptime über das Kundenportal rechtzeitig Hinweise und konkrete Handlungsanweisungen. Auf diese Weise können die erforderlichen Instandsetzungsmaßnahmen selbst durchgeführt und unnötige Werkstattaufenthalte und Reparaturkosten vermieden werden.

    „ Der vernetzte Lkw erkennt, wenn sich ein Problem abzeichnet, und kann es uns rechtzeitig melden. “

    Rob Houben, CAC-Business Consultant

    Datenanalyse in Echtzeit

    Mercedes-Benz Uptime nutzt die bereits vorhandene Sensorik im Truck und kontrolliert über das neue FleetBoard Truck Data Center alle Systeme im Lkw. Sobald eine Auffälligkeit auftaucht, meldet sich der Lkw automatisch beim Server des Mercedes-Benz-Service. Dort werden die Nachrichten vollautomatisch analysiert und interpretiert. Nur wenige Minuten später steht fest, welche Maßnahmen notwendig sind, um den Lkw auf der Straße zu halten. Die empfohlenen Maßnahmen haben unterschiedliche Abstufungen: Manchmal reicht es, dass ein Bauteil bei der nächsten Inspektion ausgetauscht wird. Bei dringenderen Fällen wird etwa die Reparatur in einer nahe gelegenen Mercedes-Benz-Werkstatt vorgeschlagen und auf Wunsch in enger Abstimmung mit dem Kunden organisiert.

    Herzstück von Mercedes-Benz Uptime ist eine neu entwickelte Connectivity-Hardware. Das DIN-A5-große Modul befindet sich im Fahrzeug und kommuniziert in Echtzeit über Bluetooth, WLAN, 4G-Signal, GPS oder USB-Schnittstelle mit der Infrastruktur, anderen Fahrzeugen oder den weiteren Gliedern der Logistikkette.

    Wenn durch den analysierten Schaden ein Ausfall des Lkw droht, kommt das Customer Assistance Center (CAC) in Maastricht ins Spiel. „Wir nehmen dann Kontakt mit einem Mitarbeiter in der betroffenen Spedition auf und besprechen die weiteren Maßnahmen“, beschreibt CAC-Business Consultant Rob Houben die Aufgabe des CAC.

    „ Statt auf Pannen zu reagieren, sind wir mit Uptime proaktiv unterwegs und können wesentlich früher eingreifen. “

    Rob Houben, CAC-Business Consultant

    Mercedes-Benz Uptime spart Zeit und Kosten

    Mit Mercedes-Benz Uptime hat sich die Arbeit des CAC gründlich geändert. „Statt auf Pannen zu reagieren, sind wir mit Mercedes-Benz Uptime vorausschauend unterwegs und können wesentlich früher eingreifen“, so Houben. Für jeden Lkw mit Mercedes-Benz Uptime ist ein fester Ansprechpartner bei den Speditionen hinterlegt, mit dem besprochen wird, welche Maßnahmen gefordert sind.

    Wenn eine Reparatur unvermeidlich ist, übernimmt das CAC alle weiteren Schritte, organisiert die Werkstatt, stellt fest, ob ein Platz für das Fahrzeug frei ist, ob das notwendige Ersatzteil im Lager liegt, und alarmiert schließlich den Fahrer, der wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht ahnt, dass sich ein schwerwiegender Defekt anbahnt. Nach einer abschließenden Rücksprache mit der Spedition erhält die Werkstatt schließlich den Reparaturauftrag.

    In Ländern wie Frankreich zum Beispiel, wo Reparaturen am Straßenrand grundsätzlich verboten sind und der defekte Lastwagen abgeschleppt werden muss, werden dank Uptime Zeit, Kosten und administrativer Aufwand gespart, falls der Lkw mit eigener Kraft die „rettende“ Hebebühne erreichen kann. „Bei Bedarf alarmieren wir den Notdienst-Mechaniker, dessen Kontaktdaten ebenfalls bei uns gespeichert sind, auch mitten in der Nacht“, erklärt Houben. „So finden wir für jeden Fall eine maßgeschneiderte Lösung.“

    In dem elektronischen Netzwerk, das das Fahrzeug ständig kontrolliert, ist Maastricht die Zentrale, in der am Ende alle informatorischen Fäden zusammenlaufen. Im CAC arbeiten rund 850 Menschen aus 22 Nationen. „Wir legen Wert darauf, dass unsere Gesprächspartner in ihrer Sprache angesprochen werden. Deshalb haben wir hier ausschließlich Muttersprachler für den Kontakt mit den Fahrern und Flottenmanagern“, erklärt CAC-Chef Hans Mertens.

    Im Maastrichter CAC arbeiten rund 850 Menschen aus 22 Nationen.

    Getestet – und für gut befunden

    Als einziger Hersteller ist Mercedes-Benz Lkw in der Lage, aus den ermittelten Fahrzeugdaten automatisch konkrete Handlungsanweisungen in Echtzeit zu generieren und liefert so einen Beitrag für die freie Fahrt des Lkw. Mercedes-Benz Uptime ist ab der IAA Nutzfahrzeuge im September für die Modelle Actros, Arocs und Antos in den zwölf europäischen Kernmärkten bestellbar.

    In einer Pilotphase wurde Uptime seit Ende 2013 in 1400 Trucks in 16 Flotten und vier Ländern (Deutschland, Großbritannien, Österreich und Polen) getestet. „Die beteiligten Spediteure sind begeistert, weil sie durch die hohe Transparenz deutlich weniger Überraschungen erleben und die Informationen und Lösungen schnell und ohne Verzug erhalten“, weiß Houben von CAC. Und: „Mein Disponent kann wesentlich ruhiger schlafen, weil er weiß, dass der Lastwagen schnell wieder auf der Straße ist, wenn ein Problem auftaucht“, beschreibt einer der am Pilotversuch beteiligten Spediteure die neue Stimmungslage in seinem Unternehmen.

    Fehlerbehebung over the air

    Wie geht es weiter? In Zukunft ist es durchaus denkbar, dass auch Auflieger und Aufbauten in Uptime integriert werden, um so den gesamten Zug abzudecken. Außerdem könnten in Zukunft Defekte „over the air“ behoben werden. So ließe sich etwa der Fehlerspeicher löschen und eine neue Software aufspielen. Zudem könnte es möglich sein, dass einzelne Fahrzeuge für bestimmte geografische Herausforderungen wie zum Beispiel die Alpen kurzfristig zusätzliche Leistung abrufen können. Nachdem die Steigungen geschafft sind, reduziert sich die Leistung des Lkw wieder auf Normalmaß. So bringt Uptime die Logistikkette auf Touren.

    In einer Pilotphase wurde Uptime seit Ende 2013 in 1400 Trucks in 16 Flotten und vier Ländern getestet.

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