• Nutzungsabhängig und fahrerorientiert.

  • Nutzungsabhängig und fahrerorientiert.

    • 24. March 2016
    • Vernetzung
    • Illustration: Realgestalt
    • Text: Ernesto Singer

    Telematic Control Units – Ein Sender im Fahrzeug ermöglicht persönliche Kontrolle über individuelle Finanzierungs- und Versicherungskosten.

    Mieten im Minutentakt – Kunden des Carsharing-Konzepts car2go kennen das Prinzip: Bezahlt wird nicht pauschal, sondern abhängig von der tatsächlichen Nutzungsdauer. Warum nicht auch die Leasingrate für ein Neufahrzeug und die Kfz-Versicherung ebenfalls entsprechend des Nutzungsverhaltens abzurechnen? Also: Nur die tatsächlich zurückgelegten Kilometer bezahlen, abhängig vom persönlichen Fahrstil?

    Dank einer immer leistungsfähigeren Telematik wird das für Kunden von Mercedes-Benz bald möglich sein. Daimler Financial Services hat dazu zwei innovative Pilotprojekte auf den Weg gebracht, bei denen der Kundennutzen in Form von günstigeren Unterhaltskosten für das Automobil im Vordergrund steht: Das Angebot „Dynamic Lease“ betrifft die Finanzierung des Autos, „Pay how you drive“ (PHYD) die sich anschließende Kfz-Versicherung.

    In beiden Fällen entscheidet der Fahrer über seine Raten: eine echte Premiere. Noch nie zuvor gab es die Möglichkeit einer derart individuellen Einflussnahme. „Dank dieser Zusatzfeatures bezahlen Kunden von Mercedes-Benz bei ‚Dynamic Lease’ genau so viel, wie sie tatsächlich an Kilometern gefahren sind; nicht mehr und nicht weniger“, bringt es Felix von Düsterlho, Leiter Produkt- und Innovationsmanagement bei Daimler Financial Services, auf den Punkt. „Genauso orientieren sich die PHYD-Versicherungsprämien beziehungsweise der Bonus am Fahrstil: Vorausschauendes Fahren wird belohnt. Um einen optimalen Preis für den Kunden zu erzielen, können wir während der Vertragslaufzeit die Telematik-Echtdaten aus dem Fahrzeug nutzen.“ Aktuell hat kein anderer Automobilhersteller derartig zukunftsweisende Dienste im Angebot.

    „Dynamic Lease“: Automatisierter Prozess schafft Transparenz

    Im „Dynamic Lease“-Vertrag stimmt der Kunde der periodischen Erfassung des Kilometerstands seines Automobils zu – innerhalb eines exakt definierten Abrechnungszeitraums. Diese in der Regel einmal pro Monat mittels Telematic Control Unit (TCU) übermittelte Information genügt, um den nutzungsorientierten Tarif variabel zu berechnen. Die monatliche Basisrate als zweiter Bestandteil des „Dynamic Lease“-Vertrags bleibt dabei stets konstant.

    „ nicht mehr und nicht weniger “

    Felix von Düsterlho, Leiter Produkt- und Innovationsmanagement, Daimler Financial Services

    Faires Preiskonzept und Datenschutz für Privat- und Gewerbekunden

    Lebenssituationen können sich ändern, berufliche Erfordernisse für den Fahrbetrieb unterliegen natürlichen Schwankungen – hier macht sich der flexible Tarif als faires Preiskonzept bemerkbar. „Grundsätzlich gilt“, so verdeutlicht von Düsterlho, „dass in kilometerreduzierten Phasen weniger gezahlt wird als in fahrintensiven Phasen.“ Von diesem liquiditätsschonenden Konzept profitiert ein gewerblicher Kunde genauso wie ein Privatkunde: Wenn er beispielsweise weniger fährt, als anfangs kalkuliert wurde. Auf diese Weise kann sogar eine hohe Schlusszahlung vermieden werden, weil der flexible Tarif bereits während der Nutzungsdauer automatisch angeglichen wird.

    Um sämtlichen datenschutzrechtlichen Anforderungen zu genügen und einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, sind anonymisierte Daten eine Grundvoraussetzung des „Dynamic Lease“-Vertrags. Die Daten werden zudem ausschließlich zu Abrechnungszwecken erhoben. „Dynamic Lease“ geht im Sommer 2016 zunächst in Italien und Schweden an den Start. Nach der erfolgreichen Anlaufphase in den beiden Pilotmärkten, die mit einer langfristig konzipierten Kundenakzeptanz einhergeht, folgen Schritt für Schritt weitere Länder.

    Pay how you drive: Fahrverhalten beeinflusst Versicherungsprämie

    Bei „Pay how you drive“ (PHYD), einem weiteren innovativen Angebot von Daimler Financial Services, ruht der Fokus nicht auf den real zurückgelegten Kilometern, sondern auf dem individuellen Fahrverhalten: Der Fahrstil beeinflusst unmittelbar die Höhe der Versicherungsprämie.

    Bonus: einmal pro Jahr ermittelt

    Die Vorgehensweise ist dabei denkbar einfach: Mit der Versicherungspolice in den Händen aktiviert der Kunde über das Portal „Mercedes me“ sein Automobil für den PHYD-Dienst. Von diesem Zeitpunkt an beginnt die im Fahrzeug eingebaute Telematic Control Unit – sie hat in etwa die Größe einer DVD-Box – Daten zu erheben: Alle zwei Minuten werden unterwegs beispielsweise GPS-Standortdaten sowie die Uhrzeit ermittelt und registriert.

    Eco-Scores dokumentieren Fahrstil

    Dazu kommen die sogenannten Eco-Scores, die Beschleunigen, Ausrollen und Gleichmäßigkeit dokumentieren. „Die Informationen laufen bei Daimler Financial Services zusammen, von dort werden sie anonymisiert an einen externen Scorer-Dienstleister gesendet“, erklärt Cora Wickert, Expertin für Versicherungsinnovationen bei Daimler Financial Services.

    Der Scorer erarbeitet aktuell die jeweils entsprechende Durchschnittsnote fürs Fahrverhalten auf einer Skala von Null bis Hundert, in etwa vergleichbar mit einer Fitness-App, die aus Daten eines Fitnessarmbands den Status der körperlichen Verfassung errechnet. Als Nächstes gelangen die Informationen über das Fahrverhalten zum Versicherer, der gemäß einer Tabelle einmal im Jahr die Höhe des Bonus festlegt – und dabei die Durchschnittsnote zugrunde legt. Cora Wickert fasst das Wesentliche zusammen: „Bei PHYD kann der Fahrer nur gewinnen, denn die Prämie wird keinesfalls teurer.“ Das erwartete Sparpotenzial für die jährliche Prämienrückzahlung beträgt zwischen fünf und 15 Prozent.

    Daten jederzeit via „Mercedes me“ einsehbar

    Das Wichtigste: Zu jeder Zeit kann der Fahrer über „Mercedes me“ seine Daten online einsehen – und sein Fahrverhalten beibehalten oder aufgrund konkreter Hinweise verändern. So hat er die außergewöhnliche Chance, zu den jeweils letzten zwanzig Fahrten unmittelbare Rückmeldungen mit gezielten Tipps zu bekommen – und zugleich die aktuelle Gesamtnote im Auge zu behalten.

    vergleichbar mit einer Fitness-App

    PHYD-System mit neuer E-Klasse möglich

    In der zweiten Jahreshälfte 2016 wird in den ersten europäischen Ländern die neue Mercedes-Benz E-Klasse mit dem PHYD-System eingeführt – in Deutschland, Frankreich und Belgien. Damit ist die Marke mit dem Stern der erste Automobilhersteller, der zusammen mit seinen Partnern eine solche maßgeschneiderte Möglichkeit für seine Kunden anbietet. Weitere Baureihen folgen sukzessive, sodass in Zukunft alle Mercedes-Fahrer in den Genuss einer individuell vergünstigten PHYD-Versicherungsprämien kommen können.

    Im Paket: „Dynamic Lease“ und „Pay how you drive“

    Jeweils für sich genommen, haben die beiden innovativen Angebote ein großes Potenzial – aber auch gemeinsam, wie Felix von Düsterlho bemerkt: „Der Kunde entscheidet, welche Serviceleistungen er in Anspruch nimmt. Natürlich kann er den Leasingvertrag und den Versicherungsvertrag miteinander koppeln.“

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