• Sternstunden und flexible Arbeitszeiten.

  • Sternstunden und flexible Arbeitszeiten.

    • 4. November 2015
    • Vernetzung
    • Illustration: DAIMLER
    • Text: Patrick Solberg

    1995 gründet Mercedes-Benz im Silicon Valley ein eigenes Zentrum zur Forschung und Entwicklung. In unmittelbarer Nähe weltbekannter Internet- und Computer-Pionieren entstehen visionäre Konzepte und serienreife Produkte für medial vernetzte Fahrzeuge.

    Keine festen Arbeitszeiten, sonnige Terrassen, Meetings in Cafés um die Ecke und nicht zu vergessen der einzigartige „californian lifestyle“ — das Mercedes-Benz Research & Development Center in Sunnyvale präsentiert sich völlig anders als alle anderen Entwicklungsaußenstellen des Konzerns. Seit 1995 tüftelt Daimler Tür an Tür mit den größten IT–Konzernen der Welt an der Zukunft des Automobils.

    Dr. Eric Larsen war von Anfang an als Entwicklungsleiter dabei. „Wir haben damals in einem kleinen Schuppen mit gerade einmal 20 Leuten begonnen“, blickt er zurück. Arwed Niestroj, CEO MBRDNA, ergänzt: „Es ist einfach anders —- lockerer als anderswo. Niemanden interessiert hier, woher Du kommst oder wie Du aussiehst.“ Die meisten der aktuell 240 Angestellten in Sunnyvale kommen in Jeans, T-Shirt und Turnschuhen zur Arbeit.

     

    Das Mercedes-Benz Entwicklungszentrum in Sunnyvale, ein paar Meilen südöstlich von Palo Alto, liegt je nach Verkehrslage 45 bis 90 Minuten südlich von San Francisco entfernt. Es präsentiert sich moderner denn je.

     

    Wer in einem Meeting eine Idee hat, malt sie gleich mit einem Filzstift an die abwaschbare Bürowand. Wenn es nicht passt, wird mit einem Schwamm alles weggewischt. So sieht die Zukunft der Arbeit aus — made in Silicon Valley. Und so locker es in Sunnyvale auch zuzugehen scheint: Hier entscheidet sich nicht zuletzt die Zukunft des Daimlerkonzerns maßgeblich mit.

     

    Dabei geht es allgemein um Machine Learning und Predictive Engine, also wie künftig Fahrzeuge die Wünsche und Vorlieben der Fahrenden erkennen und mögliche Aktionen vorhersagen können; es geht um Spracherkennung und grafische Schnittstellen für die nächste Generation von Fahrzeugen.

     

    Über Automobiltechnologien hinaus entwickelt das Team von Business Innovation neue Geschäftsmodelle für Mobilität, zum Beispiel den Shuttleservice „Boost by Benz“, der Kinder nach der Schule zum Sport oder zu anderen Freizeitaktivitäten fährt und damit die Eltern entlastet.

    Beispiel für emotionales, intuitives und ästhetisches User Experience Design: Das aktuelle Konzeptfahrzeug „Concept IAA“, dessen Interieur einen konkreten Ausblick auf eine Mercedes-Benz Business-Limousine der nahen Zukunft zeigt.

    Designer und Ingenieure entwickelten Bedienkonzepte von Forschungsfahrzeugen wie dem autonom fahrenden F 015 Luxury in Motion oder dem Concept IAA. „Hier wurden unter anderem das erste Multimedia-Interface oder 30 Apps für mehr als 80 Länder in 28 Sprachen für sechs verschiedene Infotainment-Systeme entwickelt“, so Ralf Lamberti, Direktor für den Bereich User Interaction & Security. Ganz konkret arbeitet gerade eines der Teams an dem nächsten Highlight, das 2016 auf der CES in Las Vegas vorgestellt wird.

    Lamberti schätzt am Valley die neuen kleinen Unternehmen, die ihre innovativen Ideen zu Technologien und Geschäftsmodelle präsentieren wollen. „Wir sprechen mit ihnen, wir hören ihnen zu, wir lernen von ihnen und wenn es passt, kommen wir zusammen. Nach 20 Jahren intensiven – oft persönlichen — Netzwerkens mit den ganz Großen und den Kleinen sind wir Teil des Ganzen.“

    Der F 015 zeigt auch wie „Intelligent Drive“ von Mercedes-Benz morgen aussehen könnte. Mit den aktuellen Testfahrten im kalifornischen Verkehr erweitern die Ingenieure nun den Horizont des „S 500 INTELLIGENT DRIVE“-Forschungsfahrzeugs und adaptieren amerikanische Verkehrsregeln.

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