Formel 1: #F1ESTA – Silberpfeile im Höhenflug.

Lewis Hamilton erzielte den 51. Sieg in seiner F1-Karriere – seinen ersten auf dem AUTÓDROMO HERMANOS RODRÍGUEZ.

  • Formel 1: #F1ESTA – Silberpfeile im Höhenflug.

  • Richtig gute Pace.

    Lewis Hamilton: „Ich hatte an diesem Wochenende eine richtig gute Pace. Das Auto fühlte sich vom Start bis ins Ziel sehr stark an – es war wie Tag und Nacht im Vergleich zum letzten Jahr. Ich hatte einen guten Start, aber der Weg bis zur ersten Kurve ist sehr weit. So waren alle in meinem Windschatten. Die Bremsscheibe am rechten Vorderrad war auf der Einführungsrunde verglast und ich konnte das nicht beheben. Ich dachte, dass es vielleicht okay wäre. Aber als ich bremste, blockierte sie, als sie heißer wurde. Deshalb pflügte ich durch das Gras. Ich hatte Glück, dass ich durchkam und auf der anderen Seite der Strecke weiterfahren konnte. Danach hatte ich einen schlimmen Bremsplatten, und zwar einen richtig fetten. Aufgrund der Vibrationen konnte ich kaum das Ende der Geraden erkennen. Ich wusste wirklich nicht, ob meine Aufhängung das durchhalten würde. Ich hatte echt Glück, dass ich meinen Reifen dabei nicht zerstört habe oder zu einem frühen Stopp hereinkommen musste. Zum Glück bekam ich es unter Kontrolle und konnte schon recht früh etwas Gas rausnehmen. Es ist schon verrückt, dass ich jetzt 51 Siege habe. Schade, dass diese Ergebnisse erst so spät in der Saison eintreten – vielleicht sogar zu spät. Ich könnte jetzt zurückblicken und sagen: Wenn Malaysia nicht gewesen wäre, würde ich mich jetzt in einer anderen Situation befinden. Aber so ist der Rennsport eben. Ich kann nur mein Bestes geben und hoffen, dass es so läuft wie an den vergangenen beiden Wochenenden.

    Die Geschichte zeigt, dass es nie zu spät ist. Deswegen greife ich weiter an und gebe alles, um Wochenenden wie dieses zu wiederholen. Ich hatte hier noch nie zuvor gewonnen und es ist ein großartiges Gefühl, vor dieser riesigen Menschenmenge zu stehen. Jetzt konzentriere ich mich aber voll auf Brasilien. Dort habe ich ebenfalls noch nie gewonnen. Wenn ich aber diese Performance in das nächste Rennwochenende mitnehmen kann, befinde ich mich in einer guten Position. Ich denke, solange ich das Gefühl habe, dass ich in den letzten Rennen mein Bestes gegeben habe, kann ich mit dem Saisonende zufrieden sein.“

    Gänsehaut.

    Nico Rosberg: „Die mexikanischen Fans waren erneut außergewöhnlich. Schon auf der Fahrerparade vor dem Rennen bekam ich Gänsehaut. Aber als die Menschen bei der Siegerehrung meinen Namen riefen, war das für mich der emotionalste Moment des Wochenendes. Vielen Dank an alle, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben, und auch an jeden mexikanischen Fan, der heute hier an der Strecke war. Checo Pérez und Esteban Gutiérrez können wirklich sehr stolz auf ihre Landsleute sein. Ich erlebte heute ein hartes Rennen. Ich kam am Start gut weg und dachte, dass ich Lewis die Führung abnehmen könnte, weil er sich stark verbremst hatte und durch das Gras fahren musste. Danach traf mich plötzlich Verstappen, der sich ebenfalls verbremst hatte, und drückte mich von der Strecke. Zum Glück wurde mein Auto dabei nicht beschädigt und es kostete mich keine Position. Lewis war heute ein wenig schneller, weshalb ich mein Ziel, hier erneut zu gewinnen, nicht erreicht habe. Aber Platz zwei ist auch nicht so schlecht. Jetzt freue ich mich darauf, nach zwei langen Wochen wieder nach Hause zu fliegen und mich ein wenig mit meiner Familie zu erholen, um dann in Brasilien gestärkt zurückzuschlagen und wieder nach dem Sieg zu greifen. Ich glaube, dass die Strecke in Interlagos unserem Auto besser liegt. Deshalb freue ich mich darauf, dorthin zu kommen und zu erfahren, wie wir uns schlagen.“

    Großartiger Tag.

    Toto Wolff, Mercedes-Benz Motorsportchef: „Von außen betrachtet sah dieses Rennen vielleicht einfach aus, aber das war es ganz gewiss nicht. Alles begann in der ersten Kurve, als Lewis sich einen Bremsplatten vorne rechts einhandelte. Danach standen wir vor einer schwierigen Entscheidung: Die Vibrationen hätten noch schlimmer werden können und einige davon waren wirklich besorgniserregend. In einem normalen Rennen hätten wir ihn an die Box geholt, da das Risiko eines Reifenschadens oder eines noch schlimmeren Vorfalls zu groß gewesen wäre. Aber heute hätte ihn so ein Stopp die Weltmeisterschaft gekostet. Wir diskutierten viel mit den Ingenieuren, wogen die positiven und negativen Aspekte der Entscheidung ab. Und natürlich überwachten wir die Daten auf jeder Runde. Schlussendlich glich sich das Pech von Lewis aus diesem Jahr ein wenig aus und er überstand diese Situation. Wir holten ihn so früh, wie es seine Einstopp-Strategie zuließ, an die Box. Danach konnte er die Pace bis zum Ende kontrollieren, obwohl die Auspufftemperaturen sehr hoch waren und wir einige Motor-Einstellungen vornehmen mussten, um alles im Griff zu behalten. Für Nico war es heute etwas schwieriger, da er das gesamte Rennen über unter Druck von den Red Bull stand. Trotzdem beging er keinen Fehler, blieb cool und beendete das Rennen auf einer sehr ordentlichen zweiten Position. Dabei musste er in den Schlussrunden auf das gleiche Temperaturproblem wie Lewis achten. Insgesamt war es ein großartiger Tag, an dem Lewis zeigte, dass er einer der Größten unseres Sports ist. Mit 51 Siegen stellte er die Marke von Alain Prost ein. Herzlichen Glückwunsch an ihn zu dieser unglaublichen Leistung.

    Jetzt geht es nach Brasilien und alles ist für den Endspurt bestens gerichtet. Lewis wird bis zum Ende weiterkämpfen, aber Nico hat die WM selbst in der Hand. Mit einem Sieg in São Paulo könnte er sich zum Weltmeister krönen. Unsere Aufgabe ist klar: Wir müssen den Jungs ein perfektes, fehlerfreies Auto geben, mit dem sie es auf der Strecke ausfechten können. Darauf werden wir uns bei der Vorbereitung konzentrieren.“

    Fantastischer Tag.

    Paddy Lowe, Executive Director (Technical): „Das war ein fantastischer Tag. Dieses Publikum ist eines der besten der gesamten Saison und ich hoffe, dass wir ihnen gute Unterhaltung geboten haben, ganz besonders am Ende des Rennens. Es ist unglaublich, dass unsere beiden Fahrer nach so einem hart umkämpften Wochenende auf den ersten beiden Plätzen auf dem Podium gestanden haben. Lewis hat sich mit einer großartigen Leistung den Sieg geholt. Zu Beginn des Rennens standen wir alle stark unter Strom, nachdem er sich in der ersten Kurve einen Bremsplatten eingehandelt hatte. Die Vibrationen und die dadurch ausgelöste Belastung der Aufhängung lagen über den erlaubten Limits. Ich kann mich noch schmerzhaft an Kimis Aufhängungsdefekt in der Saison 2005 erinnern. Damals war es unter ähnlichen Umständen. Wir wussten in diesem Moment, dass ein Sicherheitsstopp Lewis das Rennen und wahrscheinlich auch die WM ruinieren würde. Deshalb entschieden wir uns dazu, die Daumen zu drücken und bis zum ersten Stopp weiterzufahren – den wir aufgrund des Problems ein wenig vorzogen. Von da an lief es für ihn recht normal und er konnte das Rennen von der Spitze weg kontrollieren. Nico kämpfte hingegen etwas mit der Pace. Er hatte einige Schrecksekunden mit Max und verlor Zeit durch Überrundungen. Aber er behielt einen kühlen Kopf und fuhr nach einem schwierigen Wochenende mit einem guten Vorsprung als Zweiter über die Ziellinie. Das Team und die Fahrer haben großartig gearbeitet, um ein perfektes Ergebnis bei diesem fantastischen Rennen einzufahren. Noch ein Wort zu Tony Walton, unseren Ersatzteil-Koordinator, der heute als Vertreter des Teams auf dem Podium gestanden hat. Tony gehört seit 17 Jahren zum Rennteam und wechselt nun in die Fabrik. So erhält er eine wohlverdiente Pause vom harten Leben als Vielreisender. Es war großartig, dass er heute dort oben stehen konnte, und ein passender Abschied. Ich möchte aber auch Lewis zu seinem 51. Sieg gratulieren, womit er mit Alain Prost gleichgezogen hat. Ich hatte das Privileg, mit diesen beiden fantastischen Weltmeistern zusammenarbeiten zu dürfen. Dies ist eine ganz besondere Marke, die man einfach würdigen muss.“

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