Großer Preis von Spanien 2016 – Vorschau.

Die Formel 1-Saison 2016 geht am kommenden Wochenende beim Großen Preis
von Spanien auf dem „Circuit de Barcelona-Catalunya“ in ihre fünfte Runde.

  • Formel 1: Großer Preis von Spanien 2016 – Vorschau.

  • Glas halbvoll.

    Lewis Hamilton: Es war schön, nach Russland eine kleine Pause zu haben. Das gibt einem die Gelegenheit, mit etwas Abstand zum Rennwochenende darüber nachzudenken, was man vielleicht hätte anders machen können. Auf diese Weise lernt man aus jeder Erfahrung und kann zur nächsten übergehen. Ich bin sehr stolz auf die Jungs in der Box: Hinter uns liegt eine harte Zeit, aber sie leisten fantastische Arbeit. Ich bin mit unserer Zusammenarbeit richtig happy. Wir haben die Abstimmung des Autos bislang an jedem Wochenende gut getroffen. Leider konnte ich das nie voll ausreizen. Für mich ist das Glas aber halbvoll: Es ist eine große Herausforderung, aber es liegt noch ein langer Weg vor uns. Noch sind 17 Rennen zu fahren und wenn man die vergangenen vier Rennwochenenden als eine Art Gradmesser ansehen kann, dann kann man von uns noch viel erwarten. Das Team hat seit seiner Rückkehr aus Russland rund um die Uhr gearbeitet. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass sie den Problemen, die wir hatten, auf den Grund gegangen sind. Ich weiß, dass ich noch immer schnell bin. Dessen bin ich mir seit dem ersten Testtag bewusst.

    Wann immer ich in dieser Saison freie Fahrt und ein unbeschädigtes Auto hatte, habe ich das auch auf der Strecke gezeigt. Ich bin zuversichtlich, dass ich in Spanien ein gutes Wochenende haben kann.

    Super Start.

    Nico Rosberg: Ich habe die ersten vier Saisonrennen gewonnen – damit hätte ich nicht gerechnet. Das war ein super Start, aber im Moment genieße ich einfach den Augenblick und meine aktuelle Form. Ich gebe mein Bestes, um so weiterzumachen und hoffe, dass ich es bis zum Saisonende durchziehen kann. Im Sport gibt es Höhen und Tiefen. Es geht darum, mental darauf vorbereitet zu sein und gestärkt zurückzuschlagen, wenn es soweit kommen sollte. In einer so langen Saison muss man von Rennen zu Rennen denken. Es sind noch 425 Punkte zu vergeben – und noch kann alles passieren. Als nächstes geht es nach Barcelona. Im vergangenen Jahr habe ich dort meine erste Pole und meinen ersten Sieg auf dieser Strecke eingefahren. Derzeit fühle ich mich pudelwohl im Auto. Das ist großartig, da ich daraus dieses unglaubliche Selbstvertrauen ziehe, bis an die Grenzen zu gehen. Deshalb freue ich mich auf das kommende Wochenende, an dem uns garantiert ein harter Kampf erwartet.

    Keine Kaffeefahrt.

    Toto Wolff, Mercedes-Benz Motorsportchef: Es eine interessante Aufgabe, unseren bisherigen Saisonverlauf zu beurteilen. Auf der einen Seite führen wir die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft mit einem guten Vorsprung an. Zudem belegen unsere beiden Fahrer die ersten zwei Plätze in der Fahrer-Weltmeisterschaft. Realistisch betrachtet kann man also schwer mehr verlangen. Dennoch war es bislang alles andere als eine Kaffeefahrt. Wir hatten Probleme, an deren Lösung wir hart arbeiten. Wir spüren den Atem unserer Gegner im Genick, die uns unablässig weiter antreiben. Je länger das Reglement stabil bleibt, desto härter ist es, zusätzliche Performance zu finden. Wir gehen bis an die Grenzen, um sicherzustellen, dass wir konkurrenzfähig bleiben. Aber wenn man ans Limit geht, riskiert man ab einem gewissen Grad auch, dass man darüber hinaus schießt. Das gesamte Team, sowohl auf der Chassis- als auch der Power-Unit-Seite, arbeitet mit Volldampf daran, jede weitere Millisekunde aus unserem Paket herauszuquetschen – natürlich ohne dabei die Zuverlässigkeit zu beeinträchtigen. Wir haben eine großartige Truppe an Ingenieuren und ich habe keinen Zweifel daran, dass ihnen das gelingen wird. In den kommenden Rennen werden wir von den Teams und den Power Unit-Herstellern einige umfangreiche Upgrade-Pakete sehen. Jetzt ist also die Zeit gekommen, in der wir die Hackordnung richtig einschätzen können. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, wird Barcelona ein interessantes Wochenende, auf das wir vorbereitet sein müssen.

    Wichtiger Meilenstein.

    Paddy Lowe, Executive Director (Technical): Das erste Europarennen der Saison stellt traditionell den Beginn eines neuen Abschnitts dar. Ein Großteil unserer Fracht für die ersten Rennen war seit Anfang März unterwegs. Nun erhalten wir beim Umstieg von der Luftfracht auf die Renntrucks die Gelegenheit, die Teile und unsere Ausrüstung zu erneuern. Das bedeutet viel Arbeit für unser Rennteam. Barcelona ist eine Strecke, die in allen Bereichen sehr anspruchsvoll ist. In der Formel 1 gibt es eine Redewendung, die besagt: „Wenn du in Barcelona schnell bist, bist du überall schnell.“ So gesehen stellt das Rennen einen wichtigen Meilenstein in der Saison dar. Da die meisten Teams eine Reihe an Upgrades mitbringen, erfährst du hier, wie deine Performance im Vergleich zu den anderen aussieht. Natürlich haben alle Teams während der Wintertestfahrten schon auf diesem Kurs getestet. Aber die Strecke ist im Mai ganz anders als zuletzt im März. Es wird viel wärmer sein und die Reifen werden sich anders verhalten. Wir können aus der harten, der mittleren und der weichen Reifenmischung wählen, was ebenfalls einige Herausforderungen mit sich bringt. Die weiche Mischung ist entscheidend für das Qualifying. Sie ist aber nicht unbedingt der beste Reifen für das Rennen. Deshalb wird das Augenmerk darauf liegen, die optimale Strategie zu finden.

    Die Qualifikation und der Start des Rennens sind ebenfalls wichtig, da es auf dieser Strecke traditionell schwierig ist zu überholen. An den vergangenen beiden Rennwochenenden hatten wir ein sich wiederholendes Problem mit der MGU-H. Die Lösung dieses Problems hat für uns die allerhöchste Priorität. Das Team hat Tag und Nacht gearbeitet, um es zu verstehen, und unser Ziel ist, ein rundum sauberes Wochenende zu absolvieren.

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