Formel 1: Großer Preis von Ungarn 2015 - Vorschau.

Die Formel 1-Saison 2015 geht beim Großen Preis von Ungarn auf dem Hungaroring in Budapest in die zehnte Runde.

  • Formel 1: Großer Preis von Ungarn 2015 – Vorschau.

  • Harter Weg.

    Lewis Hamilton: „Es war unglaublich hart für uns alle, von Jules Abschied zu nehmen. Ich wünschte, ich hätte ihn besser gekannt. Aber soweit ich ihn erlebt habe, hatte er ein gutes Herz und eine große Zukunft vor sich. Vor unserem Sport liegt abermals ein harter Weg. Uns wurde einmal mehr gezeigt, wie gefährlich dieser Sport ist. Das sollte man ebenso respektieren wie die Tatsache, dass wir Fahrer uns jedes Mal diesen Gefahren aussetzen, wenn wir ins Auto steigen. Wir haben bislang große Fortschritte bei der Sicherheit gemacht und ich weiß, dass die FIA weiterhin Schritte unternehmen wird, um die Sicherheit noch weiter zu erhöhen. Ungarn ist ein wundervoller Ort und gehört zu meinen Favoriten. Ich werde Jules in meine Gebete und Gedanken einschließen, nicht nur bei diesem Rennen, sondern bei allen weiteren in meiner Rennfahrerkarriere. Ich weiß, dass er wollen würde, dass wir weiter so hart fahren wie er, und das habe ich vor.“

    Positives Ergebnis.

    Nico Rosberg: „An diesem Wochenende wird jeder im Fahrerlager die gleichen Gefühle teilen. Dennoch geht es weiter und wir werden hart für Jules fahren, wie er es sich selbst gewünscht hätte. Ungarn ist das letzte Rennen, bevor das Team eine verdiente Pause erhält. Wir werden wie immer alles geben, um jeden mit einem positiven Ergebnis in den Urlaub zu verabschieden. Die Strecke ist hart für die Fahrer – eng, sehr verwinkelt und normalerweise ist es auch sehr heiß. Auf diesem Kurs kann man sein Können zeigen und das macht ihn zu einer großen Herausforderung. Im vergangenen Jahr verlief das Rennen für mich nicht ideal.

    Aber es ist eine gute Strecke in einer wundervollen Stadt und auf den Tribünen sind stets viele Zuschauer. Deshalb freue ich mich darauf und hoffe, dass wir diesmal ein stärkeres Ergebnis erzielen können.“

    Schwierige Woche.

    Toto Wolff, Mercedes-Benz Motorsportchef: „Hinter der Motorsport-Familie liegt eine schwierige Woche. In Gedanken bin ich natürlich bei der Familie und den Freunden von Jules. Es gibt keine Worte dafür, wenn man ein Kind verliert. Im Namen des gesamten Teams wünsche ich ihnen alle erdenkliche Kraft für die kommenden Tage und Wochen. Ich kann mich noch daran erinnern, als ich im Jahr 2007 das erste Mal von einem talentierten jungen Franzosen mit einem italienischen Nachnamen hörte, wie er sich in seiner Rookie-Saison 2008 in der F3 schlug sowie diese im folgenden Jahr dominierte und den Titel gewann. So werden wir Jules in Erinnerung behalten: Als einen außergewöhnlichen Champion. Wir werden ihn ehren, indem wir unter der Leitung der FIA weiter an der Sicherheit der Fahrer, der Teammitglieder, des Streckenpersonals und der Zuschauer arbeiten. Jetzt blicken wir nach vorne auf den Großen Preis von Ungarn und das letzte Rennen vor der Halbzeitpause der Saison. Mit einem starken Ergebnis können wir den dadurch gewonnenen Schwung in den Sommer mitnehmen.“

    Interessante Strecke.

    Paddy Lowe, Executive Director (Technical): „In unserer Vorbereitung auf Ungarn sind wir fest entschlossen, dort ein gutes Ergebnis zu erzielen und mit einem positiven Gefühl in die Sommerpause zu gehen. Der Hungaroring ist eine interessante Strecke mit niedrigen bis mittleren Geschwindigkeiten. Sie besteht aus einer kurzen Geraden, einer Fülle an fordernden Kurven und vielen Höhenunterschieden. Es kann knifflig sein, den richtigen Kompromiss bei der Aufhängung zu finden. Zudem ist der Kurs hart für die Bremsen. Im Mittelpunkt steht jedoch das Verhalten in den Kurven, weshalb die Teams mit maximalem Abtrieb fahren. Überholen ist schwierig, aber nicht unmöglich. Wenn es also zu einem Überholmanöver kommt, ist es normalerweise etwas Besonderes. Im Verlauf der Jahre gab es auf dem Hungaroring schon einige mutige, rennentscheidende Manöver. Während des Wochenendes werden wir in Gedanken natürlich zuallererst bei Jules Bianchi und seiner Familie sein.

    Aus seinem tragischen Unfall im vergangenen Jahr haben wir wichtige Lehren gezogen und Veränderungen eingeführt, die eine Wiederholung eines solchen Unfalls verhindern. Motorsport wird niemals ganz ohne Risiken sein. Aber diese Momente erinnern uns an die Verantwortung, die wir alle tragen, um die Sicherheit im Motorsport für alle Teilnehmer immer weiter zu verbessern.“

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