Formel 1: Großer Preis von Ungarn 2015.

Doppelte Punkte für die Silberpfeile beim dramatischen Ungarn Grand Prix.
  • Formel 1: Großer Preis von Ungarn 2015.

  • Führung in der Weltmeisterschaft.

    Nach einem schwachen Start fielen Lewis und Nico aus der ersten Reihe auf die Plätze drei und vier hinter die Ferrari zurück. Lewis fiel dann auf Platz zehn zurück, nachdem er bei einem Überholversuch gegen seinen Teamkollegen zu weit herausgekommen war. Das Erscheinen des Safety Car in der 42. Runde führte das Feld wieder zusammen. Beide Silberpfeile nutzten die Gelegenheit für einen Boxenstopp. Lewis absolvierte eine Durchfahrtsstrafe in der 54. Runde nach einem Kontakt mit Daniel Ricciardo während des 49. Umlaufs. Ein weiterer Kontakt mit Ricciardo führte zu einem Reifenschaden bei Nico und zu einem weiteren Boxenstopp in Runde 64. MERCEDES AMG PETRONAS führt in der Konstrukteursmeisterschaft mit 147 Punkten vor Ferrari. Lewis führt die Fahrermeisterschaft jetzt mit 21 Punkten vor Nico an.

    Harter Nachmittag.

    Lewis Hamilton: „Das war ein sehr harter Nachmittag. Das Team hat alles richtig gemacht und das Auto hatte die Pace – aber ich hatte einfach einen sehr schlechten Tag im Büro. Das war denke ich eines der schlechtesten Rennen und im Moment habe ich keine Erklärung dafür. Ich kann mich nur beim Team entschuldigen und hart arbeiten, um das beim nächsten Rennen zu ändern. Mein Start war nicht ideal und die Ferrari kamen schnell vom Fleck weg. Plötzlich wurde ich also von beiden Seiten attackiert. Später in der Runde wurde es mit Nico eng, als meine Reifen blockierten und ich von der Linie abkam. Dann war da natürlich noch der Zwischenfall mit Daniel. Es war keine Absicht, aber meine Schuld. Er fuhr außen herum eine enge Linie und ich verlor einfach Grip, die Fahrbahn ging mir aus und ich rutschte mit Untersteuern in ihn herein. Das führte zu einer Durchfahrtsstrafe, die mich wieder zurückwarf nach all der Arbeit, um nach vorne zu kommen. Von da an musste ich mir einfach selber sagen, die Ruhe zu bewahren und nicht aufzugeben, um für Punkte zu kämpfen.

    Während dieser Phase konnte man sehen, dass die Pace des Autos sehr stark war, wie am gesamten Wochenende. Ich habe heute einfach zu viele Fehler gemacht. Am Ende war es Schadensbegrenzung in Sachen Meisterschaftspunkte. Ich muss jetzt das Positive mit in den Sommer nehmen und in Spa zurückschlagen.“

    Keine tolle Balance.

    Nico Rosberg: „Ich hatte einen ordentlichen Start, wenn auch nicht den besten. Allerdings hatte ich auf den Option-Reifen keine tolle Balance. So konnten sich die Ferrari zu Beginn recht schnell absetzen. Auf den Primes ging es besser und bis zur 64. Runde lief das Rennen gut für mich. Racing ist manchmal sehr hart. Es fühlt sich schrecklich an, es am Ende zu verlieren. Für mich war der Zwischenfall mit Daniel ziemlich eindeutig. Ich fuhr auf der Ideallinie, er bremste zu spät und wurde weit nach außen getragen. Ich blieb dann auf der Rennlinie, es war also meine Kurve. Er hatte aber immer noch seinen Frontflügel dort, traf mich und ich zog mir einen Reifenschaden zu. Das zerstörte mein Rennen. Das ist wirklich schade, weil ich viele Punkte auf Lewis hätte gutmachen können. Im Moment freue ich mich nicht auf die Sommerpause. Ich möchte einfach wieder ins Auto steigen und morgen wieder Rennen fahren.“

    Rennen analysieren.

    Toto Wolff, Mercedes-Benz Motorsportchef: „Im heutigen Rennen hatten wir mehr Zwischenfälle als in der gesamten bisherigen Saison. Heute Nachmittag habe ich wieder ein paar mehr graue Haare bekommen! Zunächst aber möchte ich Ferrari herzlich gratulieren. Nicht nur zu diesem verdienten Sieg, sondern auch, weil es nach dem Verlust von Jules für das gesamte Team eine schwierige Woche gewesen ist. Ich bin mir sicher, dass dieser Sieg für jeden in Maranello eine ganz besondere Bedeutung besitzt. Wir hatten zwei schlechte Starts und danach wurde es immer schlimmer. Lewis kam auf der ersten Runde von der Strecke ab und hatte dann den Zwischenfall mit Ricciardo, den Nasenwechsel und die Durchfahrtsstrafe. Trotzdem hat er es irgendwie geschafft, noch auf Platz sechs zu fahren. Nico hatte im ersten Stint nicht die Pace, um mit den Ferraris mitzuhalten. Trotzdem fuhr er stark und lag auf Podestkurs. Als das virtuelle Safety Car herauskam, war es für ihn eng, um noch an die Box zu fahren. Aber es ist ihm gelungen. Der Standardreifensatz war der Prime-Reifen, da wir noch rund 30 Runden unter normalen Bedingungen zu fahren hatten. Dies war der einzige Satz, den wir aufziehen konnten.

    Rückblickend wäre der Option-Reifen ideal gewesen, um Sebastian anzugreifen, der auf den Prime-Reifen fahren musste. Aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Er hat dennoch eine großartige Leistung gezeigt, Platz acht gerettet und damit weitere Punkte geholt. Für uns war das ein wirklich frustrierender Tag. Unsere Erfolge in diesem Jahr basierten auf fantastischer Konzentration auf die Details und Teamarbeit. Wir haben alles richtig hinbekommen, um diese Ergebnisse zu erzielen. Jetzt müssen wir das Rennen analysieren und unsere Lehren daraus ziehen. Danach werden wir unsere Akkus aufladen, um in Spa zurückzuschlagen.“

    Kein großartiger Tag.

    Paddy Lowe, Executive Director (Technical): „Das war offensichtlich kein großartiger Tag. Alles begann mit zwei relativ mittelmäßigen Starts. Bei Lewis glauben wir, dass die Kupplung nach der zweiten Einführungsrunde überhitzt hat. Nico schien auf seiner Seite der Startaufstellung einfach sehr wenig Grip zu haben. Wir entschuldigen uns bei beiden Fahrern dafür, dass wir ihnen nicht die Basis gegeben haben, um so zu starten, wie sie es hätten sollen. Danach lagen beide Fahrer hinter den Ferrari und Lewis verlor weitere Positionen, als er versuchte, Nico im Verlauf der ersten Runde zu überholen. Bereits zu diesem Zeitpunkt sah es nach einem schwierigen Nachmittag aus. Einer unserer Fahrer war Dritter und der andere lag auf Platz zehn. Wir versuchten mit unserer Rennstrategie beide Autos auf das Podium zu bringen, vielleicht sogar auf die oberste Stufe. Aber es wurde schon bald klar, dass Ferrari hier heute sehr schnell war und wir keinen ausreichenden Pace-Vorteil hatten, um das zu schaffen. Danach gab es einige Zwischenfälle, darunter kleinere Kollisionen und Strafen, die uns auf die Plätze sechs und acht brachten. Das war ohne Zweifel ein schlechter Tag, aber wie sagt man so schön? Man kann nicht immer gewinnen. Immerhin haben wir trotzdem noch gepunktet.“

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