Back
Back

Formel 1: Sieg für Lewis Hamilton in Spielberg.

Großer Preis von Österreich 2016.

Das ist Motorsport.

Lewis Hamilton: „Ich war in einer guten Position, zog den Kopf ein und hatte mir heute so viele Punkte wie möglich zum Ziel gesetzt. Die Möglichkeit, das Rennen zu gewinnen, eröffnete sich in der letzten Runde, als Nico in Kurve 1 rauskam. Ich konnte gut zu ihm aufholen und fuhr außen herein. Dabei ließ ich so viel Platz wie möglich. Ich war überrascht, dass es zu einer Berührung mit Nico kam. Von da an habe ich versucht, so viel Gas wie möglich zu geben. In der folgenden Kurve konnte ich ihn überholen, als er langsamer wurde und Funken aus seinem Auto kamen. Da ist Motorsport.

Das Team erlaubt es uns, gegeneinander zu fahren. Wir beide haben das Ziel, Rennen zu gewinnen - heute war es einfach ein unglücklicher Zwischenfall. Ich freue mich auf Silverstone und meine Fans dort. Hoffentlich kann ich wieder ein gutes Ergebnis einfahren.“

Enttäuschend.

Nico Rosberg: „Es war enttäuschend, das Rennen auf solch eine Weise zu verlieren. Während der letzten Runden wurde es ziemlich schwierig. Ich musste meine Bremsen kontrollieren. Ich war zuversichtlich, den Sieg nach Hause fahren zu können. Ich war auf der Innenseite und wir beide fuhren etwas weit in die Kurve hinein. Ich war überrascht, dass Lewis einlenkte. Das führte letztendlich dazu, dass wir zusammenkamen. So läuft es manchmal in diesem Sport. Aber es ist ziemlich schwierig, ein Rennen so zu verlieren.“

Frustrierendes Gefühl.

Toto Wolff, Mercedes-Benz Motorsportchef: „Es war für das Team ein unglaublich frustrierendes Gefühl, mitanzusehen, wie in der letzten Runde aus einem Doppelsieg beinahe ein potenzieller Doppelausfall geworden wäre. So haben wir erneut Punkte durch eine Kollision unserer beiden Autos verloren. Wir lassen unsere Fahrer gegeneinander Rennen fahren und haben Vertrauen, dass sie es auch tun – aber miteinander kollidierende Teamkollegen wollen wir nicht sehen. Das muss aufhören. Wenn wir unsere Philosophie überdenken und unpopuläre Entscheidungen treffen müssen, dann müssen wir vorbereitet sein, uns diese Option offen zu halten. Bis zu diesem Zeitpunkt war es ein intensives Rennen: Mit Lewis versuchten wir eine Ein-Stopp-Strategie, weil wir erwarteten, dass Ferrari das Gleiche tun würde. Bei Nico wechselten wir jedoch früh auf zwei Stopps.

Angesichts des Rennverlaufs zeigte sich, dass Nico die Oberhand haben würde. Deshalb wechselten wir auch bei Lewis auf zwei Stopps, um ihm die bestmögliche Chance auf den Sieg zu geben. Lewis fuhr in seinem letzten Stint unseren bevorzugten Reifen, die weiche Mischung. Nico hatte aber keine Soft-Reifen mehr übrig, deshalb nahm er bis zum Ende die SuperSofts. Die Fahrer waren nach dem harten Rennen mit den Bremsen voll am Limit. Nicos Break-by-Wire-System ging zudem in der vorletzten Runde in den passiven Modus. Mit Blick auf die Kollision möchte ich keiner der beiden Seiten mehr Schuld zuweisen als der anderen. Für einen Tango braucht es immer Zwei. Und, wie wir vorher gesagt haben, sollte das nicht unter Teamkollegen passieren. Jetzt lassen wir die Emotionen abkühlen. Dann setzen wir uns zusammen und besprechen die nächsten Schritte.“

Ereignisreiches Rennen.

Paddy Lowe, Executive Director (Technical): „Das war ein sehr ereignisreiches Rennen. Angesichts der recht ungewöhnlichen Startaufstellung und den verschiedenen Reifenoptionen hatten wir damit aber bereits gerechnet. Bei Lewis war unser Plan recht einfach: Er fuhr auf unserer Basis-Ein-Stopp-Strategie mit den Reifenmischungen Ultrasoft und Soft. Nico hatte einen relativ schwierigen ersten Stint, da seine ultraweichen Reifen ziemlich schnell abbauten. Aus diesem Grund stellten wir ihn auf eine Zwei-Stopp-Strategie um. So kämpfte er sich fantastisch durch den Verkehr. Mit Lewis blieben wir draußen, um die Ferraris abzudecken, die ebenfalls auf einer Ein-Stopp-Strategie unterwegs waren. Als sich alles geordnet hatte, war klar, dass die Ein-Stopp-Strategie von Lewis perfekt geeignet war, um alle anderen außer seinen Teamkollegen zu schlagen. Nicos Zwei-Stopp-Strategie war schneller als vorhergesehen. Deshalb entschieden wir uns dazu, auch Lewis zu einem weiteren Wechsel auf Soft-Reifen hereinzuholen. Nico wechselte derweil auf die Supersofts, da er keinen weiteren Satz Soft-Reifen mehr zur Verfügung hatte.

Gegen Rennende steuerte Nico auf das Limit seines Bremsenverschleißes zu. Wir gaben unser Bestes, dies in den Griff zu bekommen. Aber auf der letzten Runde schaltete sein Bremssystem in einen 'passiven Modus' um. So konnte Lewis seinen letzten Angriff einleiten. Dieser endete leider nicht so, wie wir es uns gewünscht hätten. Letztlich freuen wir uns über einen Sieg für das Team. Die Performance des Autos war das gesamte Wochenende über sehr stark. Herzlichen Glückwunsch an die ganze Mannschaft in Brackley und Brixworth für ihre fortlaufend großartige Arbeit.“

Verwandte Themen.

Verwandt
Beliebt
Empfohlen