MERCEDES AMG PETRONAS stellt den F1 W06 Hybrid vor.

MERCEDES AMG PETRONAS nimmt die Arbeit mit dem F1 W06 Hybrid Silberpfeil auf.
  • MERCEDES AMG PETRONAS stellt den F1 W06 Hybrid vor.

  • Beginn eines Evolutionsprozesses.

    Das MERCEDES AMG PETRONAS Formel 1-Team stellte vor dem ersten Wintertesttag auf dem Circuito de Jerez in Spanien seinen Rennwagen für die Formel 1-Weltmeisterschaftssaison 2015, den F1 W06 Hybrid, vor. Die Fahrer Lewis Hamilton und Nico Rosberg enthüllten den siebten Silberpfeil in der Geschichte der Formel 1 vor der versammelten Weltpresse. Nico übernahm danach das Steuer des neuen Autos für den ersten Testtag der Saison 2015 auf der spanischen Strecke. Die Saison 2015stellt den Beginn eines Evolutionsprozesses für die im Vorjahr eingeführte moderne Hybrid-Rennformel dar. Der Begriff Evolution sollte dabei jedoch nicht den Umfang der damit verbundenen Veränderungen verschleiern.

    Die Anforderungen des Reglements und dessen Möglichkeiten bedeuten in Kombination mit den ambitionierten internen Performancezielen, dass die Herausforderungen des vergangenen Winters so groß wie eh und je waren. Je stabiler die Regeln sind, desto innovativer muss ein Team sein, um aus jeder Generation seines Rennwagens mehr Performance herauszuholen.

    Motivation stärker denn je zuvor.

    „Von außen betrachtet mag der Winter in der Formel 1 wie eine Ruhephase erscheinen. Die Wahrheit sieht jedoch ganz anders aus“, erklärt Mercedes-Benz Motorsportchef Toto Wolff. „Wir haben schon lange vor dem Ende der vergangenen Saison das Hauptaugenmerk bei der Entwicklungsarbeit auf unser 2015er Auto gelegt. Die Wintermonate sind die härtesten. Jeder in Brackley und Brixworth arbeitet rund um die Uhr, um sich auf die bevorstehende Saison vorzubereiten. Dieser Einsatz ist absolut inspirierend. Es wäre sehr gefährlich, sich auf unseren Lorbeeren von 2014 auszuruhen. Keiner von uns hat das Gefühl, dass es nun einfacher werden würde. Im Gegenteil: Unsere Motivation ist stärker denn je zuvor. Es gibt ein bekanntes Zitat von Babe Ruth, das ich gerne verwende: „Für die Erfolge von gestern können wir uns heute nichts mehr kaufen.“ Wir sind uns dessen bewusst, dass Erfolg nicht nur schwer erarbeitet werden muss. Ohne die richtige Einstellung kann er auch sehr kurzlebig sein.“

    Die Stoppuhr lügt nie.

    „Viele Aspekte wurden in Stellung gebracht. Nicht von einer Person, sondern von vielen, die als Team zusammengearbeitet haben. Es ging darum, zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen, Fehler zu vermeiden und, wenn es doch zu welchen kam, die Ursachen dafür rasch zu analysieren.

    Selbst wenn es auf dem Papier gut aussieht, werden wir nicht in die Falle tappen und überoptimistisch sein oder versuchen, Vorhersagen mit der Kristallkugel zu machen. So funktioniert der Sport nicht. Genau genommen ist dies wohl der schonungslos ehrlichste Sport. Denn die Stoppuhr lügt nie.“

    Aufregender Moment.

    „Die Vorstellung eines neuen Autos ist ein aufregender Moment für alle Beteiligten. Es erfüllt uns zu Recht mit großem Stolz, wenn das Ergebnis all der harten Arbeit zum ersten Mal auf die Strecke fährt. Bis zum ersten Rennen liegt jedoch noch ein langer Weg vor uns. Um mit unseren Gegnern, deren Können und Wettbewerbsfähigkeit niemals unterschätzt werden darf, mithalten zu können, müssen wir ein schnelles und zuverlässiges Rennauto bauen. Im Moment hat jedes Team noch null Punkte. Nur eins steht fest: Wir haben im dritten Jahr in Folge eine unveränderte Fahrerpaarung. Beide Fahrer wissen, was von ihnen erwartet wird, wie auch wir wissen, was sie von uns erwarten. Wir freuen uns darauf, zu erleben, wie sie sich gegenseitig und damit auch das Team antreiben.

    Uns steht ein weiteres faszinierendes Duell zwischen den Beiden bevor. Aber wir müssen bis Melbourne warten, bis wir erfahren, ob wir ihnen ein Auto gegeben haben, mit dem sie gegeneinander um Siege kämpfen können.“

    Hybrid-Power.

    Die Ära der Hybrid-Power schreitet voran und damit erhöhen sich auch die Ansprüche an verbesserte Sicherheit, Zuverlässigkeit, Effizienz und Performance. Eine arbeitsreiche Designphase mit stufenweisen Fortschritten und

    Innovationen hat den F1 W06 Hybrid hervorgebracht. Das Auto bietet mechanische, strukturelle und aerodynamische Entwicklungen sowie solche zur Gewichtsersparnis gegenüber seinem Vorgänger, dem F1 W05 Hybrid.

    Selbstzufriedenheit vermeiden.

    „Aus unserer Sicht ist es der Schlüssel, Selbstzufriedenheit zu vermeiden“, sagt Paddy Lowe, Executive Director (Technical). „Die Erwartungen sind hoch. Es werden viele Vermutungen über unser Potential in dieser Saison angestellt. Intern wissen wir aber genau, dass man sich in keinem Sport Stillstand erlauben kann, ganz besonders nicht in der Formel 1. Wir treten gegen Konkurrenten mit einer reichhaltigen Geschichte voller Erfolge an. Sie werden, wie wir, nicht ruhen, bis sie gewinnen. Ein altes Motorsportsprichwort besagt: Du bist immer nur so gut wie dein letztes Rennen. Vor einem Jahr war die neue Hybrid-Technologie noch nicht auf der Strecke im Einsatz. Zu dieser Zeit des Jahres fuhren wir für einen Filmtag nach Silverstone und waren dabei wirklich überrascht, dass das Auto überhaupt aus der Box kam! Beim zweiten Anlauf mögen wir die ursprünglichen Hürden der neuen Formel hinter uns gelassen haben. Aber wir behalten sie frisch im Hinterkopf. Denn es zeigt, dass man nichts als selbstverständlich ansehen darf. Nur eins liegt in unserer Macht: In jedem Bereich unser Bestes zu geben.“

    Performancesteigerung.

    „Natürlich haben wir, wie alle anderen Teams auch, härter denn je daran gearbeitet, Bereiche für Performancesteigerungen auszumachen. Aber gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Eines der Risiken bei der Fahrzeugentwicklung ist, dass man beim Versuch Fortschritte zu erzielen, auch leicht Rückschritte machen kann. Man muss Risiken eingehen, um sich zu verbessern. Aber diese Risiken müssen vorsichtig abgewogen werden. Nur so kann man ein Auto entwickeln, das besser ist als das Vorgängermodell. Dies war eines der Hauptthemen des Teams über den Winter.“

    Weiterentwicklungen.

    „Wir sprechen von einem Evolutionsprozess, der auch das Reglement an sich beinhaltet. Im Vergleich zum letzten Winter blieben die Regeln 2015 relativ stabil. Das bedeutet aber gewiss nicht, dass die Autos, die wir in Jerez sehen, nahezu identische Nachbildungen ihrer Vorgänger sind. Einige Veränderungen werden natürlich optisch leichter zu erkennen sein als andere. Aber der Teufel steckt nun einmal im Detail. Unter der Haube gab es eine Reihe an Weiterentwicklungen – sowohl am Chassis als auch an der Power Unit. Das Ziel dabei war immer, ein sichereres, effizienteres, zuverlässigeres und letztlich schnelleres Auto zu bauen. Die Hybrid-Ära steckt noch immer in ihren Kinderschuhen.

    Umso mehr Spielraum gibt es für Innovationen. Die Herausforderung im Moment lautet, die Schlüsselbereiche für Performancesteigerungen zu entdecken. Allerdings nicht nur auf Basis der Lehren des vergangenen Jahres, sondern auch mit Blick auf neue und innovative Quellen für Wettbewerbsvorteile.“

    Unveränderte Fahrerpaarung.

    Im zweiten Jahr in Folge ist MERCEDES AMG PETRONAS das einzige Spitzenteam im Starterfeld, das mit einer unveränderten Fahrerpaarung an den Start geht. Nach einem gigantischen Duell zwischen den Beiden im Verlauf der Saison 2014 haben sich Lewis Hamilton und Nico Rosberg ausgiebig auf die bevorstehende Saison vorbereitet. Sie fühlen sich bereit für die Herausforderungen des Jahres 2015. „Die Winterpause bot eine gute Gelegenheit, um sich zu entspannen. Ich arbeitete bis Mitte Dezember und war tatsächlich an diesem Tag vorher noch in der Fabrik. Danach war ich jedoch einige Wochen weg zum Skifahren. Kurz nach Weihnachten bin ich aber sofort wieder ins Training eingestiegen“, sagt Lewis. „Es ist nie toll, wieder in diese Routine hineinzukommen, aber es muss einfach sein. Mir fehlte in keinerlei Hinsicht die Motivation. Das ist ein wirklich positives Signal.“

    Hunger nach Erfolgen.

    „Man hört so viel über Menschen, die viel erreicht haben, danach aber ihre Konzentration verlieren. Da fragt man sich dann schon: Ab welchem Punkt geschieht das? Ich bin dankbar, dass das Feuer in mir noch immer lodert. Ich glaube, unterbewusst treibt mich der Hunger nach Erfolgen an. Dieses Gefühl gefällt mir. Ich möchte es immer wieder spüren. Ich werde jetzt nicht sagen, dass ich mich nicht wie ein Doppel-Weltmeister fühle.

    Aber ich bin ein echter Racer. Ich bin froh, dass Nico und ich vergangenes Jahr diesen Zweikampf hatten. Ich liebe es, Rennen zu gewinnen. Aber es fühlt sich umso schöner an, wenn man darum kämpfen muss. Jetzt will ich einfach wieder raus auf die Strecke, harte Zweikämpfe erleben, mein Bestes geben und hoffentlich ein paar mehr Rennen gewinnen.“

    Auf dem richtigen Weg.

    „Nur weil man zuletzt erfolgreich gewesen ist, bedeutet es nicht, dass es einfach ist, so weiterzumachen. Mit den Ergebnissen des vergangenen Jahres haben wir es uns wahrscheinlich sogar selbst schwieriger gemacht. Es ist nicht einfach, sich zu verbessern, wenn man so stark gewesen ist und sich die Regeln nicht so sehr verändert haben. Wir wissen jedoch, dass es Verbesserungsspielraum gibt. Ich weiß, dass wir alle noch stärker zurückkommen wollen. Ich habe gesehen, wie die Jungs in der Fabrik wie verrückt arbeiten, damit alles zusammenkommt. Das ist der beste Beweis dafür, dass man sich niemals ausruhen darf. Hoffentlich befinden wir uns auf dem richtigen Weg. Erst gegen Ende des letzten Tests bekommt man langsam ein Gefühl dafür, wie gut das Auto sein könnte. Aber selbst dann kann man sich nicht sicher sein. Man darf niemanden abschreiben und wir werden wie immer ein Auge auf die anderen haben.

    Aus ihrer Sicht haben sie allerdings das Pech, dass wir ein unglaubliches Team haben. Es wird hart, die Arbeit dieser Jungs zu übertrumpfen - es ist aber nicht unmöglich. Wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen. Hoffentlich stehen wir am Ende dieser 20 großen Schritte im Verlauf der Saison vorne.“

    Volle Attacke.

    „Es war ein großartiger Winter, der sich aus meiner Sicht allerdings sehr lang anfühlte“, sagt Nico. „Das Schöne an diesem Sport ist, dass man als Fahrer viel Ruhe zwischen zwei Saisons bekommt. Dabei kann man sich erholen, die Akkus aufladen, Zeit mit der Familie verbringen und dann wieder voll ins Training einsteigen. Jetzt bin ich heiß darauf, wieder anzufangen und mit voller Attacke in die neue Saison zu starten. Aus dem vergangenen Jahr kenne ich das Gefühl zu siegen und um die Weltmeisterschaft zu kämpfen. Leider kenne ich auch das Gefühl, am Ende nicht siegreich zu sein. Das soll sich nicht wiederholen und gibt mir einen zusätzlichen Schub. Daraus ziehe ich sehr viel Motivation für das anstehende Jahr.“

    Fantastisches Jahr.

    „Ich bin sehr stolz, diesen Moment mit dem Team teilen zu dürfen. Wir hatten ein fantastisches Jahr und haben die Silberpfeile wieder dahin gebracht, wo sie hingehören – an die Spitze. Es wird unglaublich schwer, die Ergebnisse aus der Saison 2014 zu wiederholen. Aber wir alle wollen den Schwung mitnehmen und unseren Sport auf viele Jahre hinaus dominieren. Uns ist bewusst, dass unsere Konkurrenten nicht zurückstecken. Deshalb müssen wir weiter Vollgas geben, um uns diese Chance zu erhalten. Nichts ist gewiss, aber was auch immer geschieht, ich weiß, dass es erneut ein großartiges Duell mit Lewis wird. Dieses Jahr ist mein Rückspiel und ich gehe enorm motiviert hinein.“

    Super Truppe.

    „Die Zeit rund um die Präsentation ist stets sehr aufregend. Ich fahre das Auto zum ersten Mal, lerne, was neu ist, wie es sich anfühlt, wie sehr ich auf Anhieb pushen kann. Danach vertiefen wir uns ins Setup. Was können wir damit machen, wir nehmen erste Veränderungen vor, erhalten ein Gefühl für das Fahrzeugverhalten. Aus meiner Zeit in der Fabrik weiß ich sehr viel über das neue Auto. Aber eben nur auf dem Papier. Zum ersten Mal rauszufahren und richtig damit zu testen wird ein fantastisches Gefühl sein. Dabei bauen wir unsere Erfahrungswerte und unser Wissen für das erste Rennen auf.

    Es ist extrem wichtig, diese Basis richtig zu legen. Bis Melbourne ist es noch ein weiter Weg. Aber ich fühle mich gut und habe Vertrauen in mein Team und mich selbst. Ganz einfach weil sie eine super Truppe sind.“

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