Surfer im Meer vor Südafrika.

Surfen in eine bessere Zukunft.

In Südafrika engagiert sich die Laureus Sport for Good Foundation mit dem „YES“ Programm für die Zukunft junger Surftalente.
  • Surfen in eine bessere Zukunft.

  • Sport ist Apishs Leben.

    Apish Tshetsha fährt in seinem hellgrünen Van mit Surfbrett auf dem Dach die Hauptstraße des Townships Masiphumelele in Kapstadt entlang. Es ist Freedom Day, überall wird gefeiert, überall herrscht lebhafte Betriebsamkeit. Der 26-jährige Mann mit der ruhigen Stimme lebt beim Fahren durch die Gemeinde auf, und er stoppt alle fünf Meter, wenn ihn wieder ein junges Mitglied der Community begrüßt. „Awe!“ ruft er seinen Freunden und Gemeindemitgliedern zu. Nach nur wenigen Minuten in seiner Gesellschaft weiß man, dass Sport Apishs Leben ist.

    Apish Tshetsha und die Jugendlichen haben sichtlich Freude am Training mit Laureus.

    Er schwärmt in den höchsten Tönen von den Fußballteams, deren Fan er ist, und von seinen Helden des Springbok-Teams, der südafrikanischen Rugby-Union-Nationalmannschaft. Aber einen Großteil seiner Zeit verbringt er mit seiner neu entdeckten Liebe, dem Surfen.

    Wettrennen am Strand in Neoprenanzügen.

    Stabilität für junge Menschen.

    Vor drei Jahren konnte Apish noch nicht einmal schwimmen. „Mittlerweile schaffe ich ein paar Bahnen im Schwimmbad”, lacht er. Durch das Laureus „YES“ Programm (Youth Empowerment through Sport) hat Apish einen für sein soziales Engagement ausgezeichneten Unternehmer kennen gelernt, Tim Conibar. Mit seinem Programm “Waves for Change” wollte er mit dem Surfsport versuchen, junge Menschen zu stabilisieren, die unter einem emotionalen oder psychologischen Trauma leiden. Tim berichtet: „Apish hatte wirklich keine einfache Kindheit und wuchs praktisch alleine auf. Er ist eine unabhängige, aber auch sehr sensible Seele, und als ich ihn zum ersten Mal traf, war er schon einige Zeit arbeitslos. Er liebte seinen Sport, verfügte aber kaum über formale Fertigkeiten, mit denen er arbeiten konnte. Er hat sich toll entwickelt und ist heute ein ausgebildeter Jugendarbeiter.“

    „YES“ verändert dein ganzes Leben.

    Tim hat Apish zum Surfen gebracht, und der junge Mann hat seither nur noch nach vorne geschaut. Er hat seine Ausbildung zum Jugendarbeiter abgeschlossen und am Laureus „YES“ Programm teilgenommen. Dabei hat er zahlreiche soziale Kompetenzen erworben und kann mittlerweile auch selbstbewusst öffentliche Reden halten.

    Gruppenbild mit Kindern, die am Projekt beteiligt sind, und Big Wave Surfer Sebastian Steudtner.

    „Das ‚YES’ Programm kam für mich zur rechten Zeit”, sinniert Apish. „Wenn du jung bist und nicht genau weißt, wie es weiter gehen soll, verändert ‚YES’ wirklich dein ganzes Leben. Wir haben dort alles gelernt – über ein gesundes Leben, über sexuelle Identität, Zielsetzungen und auch über die großzügigen Dinge, die man in seiner eigenen Gemeinde tun kann, um die Lebensbedingungen zu verändern.”

    Die Regeln des Township.

    Drogen, Gruppenzwang, Gangs und sich Fernhalten von den falschen Leuten. Apish beschreibt die Kämpfe, die er als Jugendlicher zu bewältigen hatte. „Man hat es wirklich schwer bei allem was so vor sich geht und mit den gesellschaftlichen Herausforderungen. Du musst dich an die Regeln des Township halten, wo es Drogen gibt, Alkohol, Teenager-Schwangerschaften und Gangs. Der Gruppenzwang ist stark, aber glücklicherweise war ich darin nie verstrickt. Ich habe immer versucht, mich mit Sport außen vor zu halten.“ Apish fand in seiner harten Arbeit beim Fußball den Halt, den er für sein Leben und die Konzentration auf sein Studium brauchte. Durch den Fußball konnte er sich von den falschen Leuten fernhalten.

    Wettrennen am Strand in Neoprenanzügen.

    „Ich habe den ganzen Tag mit Sport verbracht und abends habe ich gelernt. Was ich bin und wie ich denke habe ich Sport und Bildung zu verdanken. Du willst deine Ältesten, deine Familie und auch die jungen Menschen nicht enttäuschen, weil Vorbilder im Township so selten zu finden sind, ganz besonders für junge Menschen.“

    Die Kinder haben sichtlich Freude am Training mit Laureus.

    Spielen und Entdecken.

    „Wenn du alt bist, kannst du dich wenigstens an den Medien und Vorbildern im Fernsehen oder in Zeitschriften orientieren, aber wenn du jung bist, willst du spielen und entdecken, und du musst dich oft entscheiden.“ Den 26-Jährigen als Vorbild zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung. Apish hat den Surfsport zu den fußballverrückten Jugendlichen in Masiphumelele gebracht. Durch das Programm „Waves for Change“ ist Surfen mittlerweile ein gängiger Sport in der Gemeinde. „Es ist ein tolles Gefühl, andere Menschen in dem Wissen anzuleiten, dass du etwas veränderst“, erklärt er stolz. „Junge Menschen, die noch zu kämpfen haben, sehen vielleicht noch nicht, was „Waves of Change“ bei ihnen bewirkt. Aber in ein paar Jahren sind sie vielleicht dankbar, dass sie daran teilnehmen durften. In zehn Jahren schauen sie vielleicht zurück und sagen ‚Danke Apish!’“

    Nichts ist unmöglich.

    Das Laureus „YES“ Programm befähigt junge Menschen aus Sportvereinen der Community dazu, die „Sport for Good“-Bewegung in der Zukunft maßgeblich mitzugestalten. Durch das „YES“ Programm erhalten junge Menschen Informationen und Hilfsmittel, die sie in ihren Communities einsetzen und weitergeben können. Von den Jugendlichen aus Masiphumelele sind viele Apish Tshetsha bereits heute dankbar. Durch den Sport hat Apish eine Chance und eine Möglichkeit bekommen, seinen eigenen Weg zu ebnen – Chancen, die Apish mit beiden Händen ergriffen hat. Auf die Frage, ob er eine Botschaft für die Jugendlichen in seiner Gemeinde und andernorts hat, zögert Apish keine Sekunde.

    Gruppenbild mit Kindern und Betreuern.

    „Wenn ich jungen Menschen etwas mitgeben würde, dann wäre es die Bitte, Nelson Mandelas Vermächtnis zu bewahren. Was Laureus heute tut, ist die wahrhafte Definition dessen, was Mandela meinte, als er sagte: ‚Nichts ist unmöglich.’“

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