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  • Daniela Ryf – Der Schlüssel zum Erfolg.
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    Daniela Ryf – Der Schlüssel zum Erfolg.

    Die zweifache IRONMAN Weltmeisterin verrät ihr Erfolgsgeheimnis.

    Text: Marcel Schlegel | Fotos: Tobias Kuberski

Erfolg entsteht vor dem Wettkampf.

Wie motiviert man sich in Phasen, in denen der Akku leer ist? Wie kitzelt man in entscheidenden Situationen jene Prozente aus sich heraus, die den Unterschied machen? Was also ist der Schlüssel zum Erfolg? Daniela Ryf muss es wissen. Kein Wettkampf, bei dem die Ausnahme-Triathletin nicht als Favoritin an den Start geht. „Erfolg entsteht nicht im Wettkampf, sondern schon im Training“, sagt die aktuell beste Triathletin der Welt. „Erfolg kommt von einer perfekten Vorbereitung. Erfolg braucht Perfektion.“ Dazu zählt sie auch die Wahl der passenden Ausstattung. Auch deshalb setzt die Schweizerin auf die V-Klasse; die Großraumlimousine verwendet sie als mobile Wechselzone während des Wettkampfs sowie zur Entspannung.


IRONMAN Weltmeisterin kennt Geheimnis des Erfolgs.

Ryf, 30 Jahre alt und seit 2007 Profisportlerin, hat die IRONMAN 70.3 Weltmeisterschaft 2014 und 2015 jeweils gewonnen. Auch beim legendären IRONMAN auf Hawaii, dem härtesten Rennen der Welt, war sie in den vergangenen beiden Jahren nicht zu schlagen.


„Erfolg ist ein Puzzle, dessen Teile jeder für sich finden und zusammensetzen muss“, sagt die Weltmeisterin. Daniela Ryf ist sich sicher: „Am Ende ist die richtige Balance der Schlüssel zum Erfolg.“


1. Ehrgeiz braucht Lockerheit.

„Wer Erfolg haben will, muss ehrgeizig sein“, sagt Daniela Ryf. „Man muss sich verbessern wollen, sonst tritt man auf der Stelle.“ Und doch, wer sein Ziel zu verbissen verfolgt, ist zum Scheitern verurteilt. „Lockerheit ist ebenfalls wichtig, sonst verkrampft man“, weiß die Schweizerin. Ehrgeiz und Lockerheit schließen einander also nicht aus, sie halten sich – im besten Fall – vielmehr die Waage.


2. Disziplin heißt auch Abwechslung.

Im Laufe ihrer Karriere hat Daniela Ryf gelernt: Hartes Training alleine macht nicht erfolgreich. „Je mehr, desto besser – das ist nicht immer die richtige Maxime“, sagt die Doppelweltmeisterin. „Es braucht auch Phasen der Abwechslung und der Erholung.“ Wo man diese findet und was einem guttut, müsse jeder für sich selbst herausfinden, so die 30-Jährige.


Ryf selbst nimmt sich nach einem Wettkampf Verschnaufpausen in ihrer V-Klasse. „Wenn der Kopf müde ist, kann der Körper nicht an seine Grenzen gehen. Nur, wer die Balance aus disziplinierten Trainingsphasen und Pausen findet, nur, wer Spaß daran hat, was er macht, bleibt auch mental stark – und glücklich.“


3. Das Umfeld schafft Sicherheit.

Kein Mensch ist eine Insel. Gerade, wenn man mit Durchhängern zu kämpfen hat, braucht es ein Umfeld, das einen auffängt und auf Kurs bringt. „Es gibt diese Momente, in denen man das Gefühl hat, es gehe nicht vorwärts“, sagt Daniela Ryf.


„In solchen Momenten fängt mich meine Familie auf – und vor allem auch mein Coach.“ Seit 2014 wird die Weltklasse-Triathletin von der australischen Trainerlegende Brett Sutton gecoacht. „Ich kann ihm und seinem Rat vertrauen. Er bremst mich, wenn ich zu viel will.“


4. Der hilfreiche Blick zurück.

Selbstzweifel gehören dazu – davon kann auch Daniela Ryf ein Lied singen. „Man muss lernen, diese Zweifel von sich zu schieben.“ Wenn man in ein mentales Loch fällt oder Probleme hat, sich zu motivieren, empfehle sich ein Blick zurück, sie stelle sich dann reflektierende Fragen: „Warum habe ich angefangen, welche Ziele hatte ich und wo stehe ich jetzt?“ Erst durch den Rückblick merke man, wie weit man in der eigenen Entwicklung vorangeschritten ist. „Daraus kann man Motivation schöpfen und dann heißt es: neue Ziele definieren und diese verfolgen“, so Ryf. „Erfolg bedeutet nicht immer nur zu gewinnen. Erfolg kann auch heißen, die Schritte zu machen, die zu einem passen.“ Aber immer gilt: „Ziele sind essenziell. Man braucht einen Grund, warum man tut, was man tut.“


5. Höre auf Herz und Verstand.

Mentale Stärke oder körperliche Kondition – was ist wichtiger? „Beides, 50-50“, antwortet Daniela Ryf. Mal trage sie die körperliche Fitness und mal das mentale Durchhaltevermögen ins Ziel. „Nur wenn man weiß, dass man hart gearbeitet hat und vorbereitet ist, tritt man selbstbewusst auf und verliert auch in schwierigen Phasen nicht den Glauben an sich.“


6. Akzeptiere das Unveränderbare.

Doch nicht immer hat man Einfluss auf sein persönliches Erfolgspuzzle. Manchmal fehlen einem einfach Teile, dann ist Geduld gefragt. „Es gibt Dinge, auf die man keinen Einfluss hat – etwa wenn man im Sport verletzt ist“, sagt Daniela Ryf.


„Es ist wichtig, dies zu akzeptieren und das Beste aus seiner Situation zu machen. Manchmal braucht es einfach eine große Portion Geduld.“