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Das Scouting zum Startupbootcamp – so funktioniert es.

Die Suche nach passenden Startups.

In einem früheren Artikel hatten wir bereits über das Startupbootcamp, ein langjähriger Partner von Daimler Business Innovation, als weltweiten Ideenbeschleuniger berichtet – das globale Netzwerk von branchenbezogenen Förderern, den Accelerators, die Startups Kontakt zu den wichtigsten und einflussreichsten Netzwerken in ihrem Segment verschaffen. Der Erfolg der Programme, welche aktuell in Städten wie Amsterdam, Berlin, Kopenhagen, Eindhoven, London, Barcelona, Singapur oder Istanbul beheimatet sind, spricht für sich: Von den insgesamt 210 Startupbootcamp Alumni seit 2010 erzielen 74% einen durchschnittlichen Umsatz von einer halben Millionen Euro.

Doch wie werden potenzielle Kandidaten für die Programme ausfindig gemacht? Nach welchen Kriterien wird ausgewählt? Wie werden Ideen bewertet? Genau zu diesen Fragestellungen kommen die Scouts ins Spiel. Mit Blick auf das Programm in Berlin haben wir mit Jens Hartwig, Stephan Gilles und Oliver Beige gesprochen und wollen aufzeigen, was zählt, um als Startup in den Genuss einer Förderung durch Startupbootcamp zu kommen. In diesem Zusammenhang riefen wir in unserem Forum bereits zur Diskussion auf: 'Neckarvalley': Kann Stuttgart Startup?

Information aus erster Hand. Ein Interview mit den Scouts.

Business Innovation: Wie sieht ein Tag als Scout aus?

 

Startupbootcamp Scouts: Anfänglich steht die Recherche sowie regelmäßige Präsenz auf Konferenzen und sogenannten Pitch Days im Vordergrund, um ein Bewusstsein für Startupbootcamp und das Smart Transportation & Energy Accelerator Programm zu schaffen. Es geht darum, eine große Anzahl von Teams auf unsere Leistungen aufmerksam zu machen und sie in möglichst kurzer Zeit ausreichend kennen zu lernen. Dabei bleiben wir mit den interessantesten Teams in ständigem Kontakt.

Informationssuche und Kontaktaufbau.

Business Innovation: Wo finden Scouts die wichtigsten Informationen für ihren Job? Wie identifizieren sie neue Trends und finden neue Startups?

Startupbootcamp Scouts: Wichtige Informationen beziehen wir aus drei verschiedenen Quellen: Startup-Datenbanken, News-Seiten und persönliche Beziehungen. Globale Datenbanken wie CrunchBase, Angellist und F6S sind sicher ein guter Anfang, allerdings findet man hier gerade außerhalb der USA nicht alle Startups. Insbesondere sehr junge Startups nehmen sich nicht die Zeit, einen Account einzurichten und zu pflegen. Manche haben nicht mal eine Webseite. Wenn man diese erreichen möchte, geht es häufig nur über persönliche Kontakte zu den lokalen Ökosystemen. Gleiches gilt für Kontakte zu Universitäten. Diese müssen zuerst aufgebaut und dann langfristig gepflegt werden, um auch die Forschung nicht aus dem Blick zu verlieren. Gelegentlich sind auch auf Startups sowie transport- und energiefokussierte News-Seiten interessant, um junge Teams zu finden.

Das Team entscheidet.

Business Innovation: Welches ist für Sie das wichtigste Kriterium bei der Rekrutierung von Startups?

 

Startupbootcamp Scouts: Für uns sind zwar auch harte Kriterien wie das Produkt und der Markt relevant, aber insbesondere das Team wird von uns genauer unter die Lupe genommen. Die Ideen verändern sich nicht selten während des Programmes und Gründer sollten mit einer sich ständig im Wandel befindenden Umwelt umgehen können, sowie die Ausdauer haben, ihre Ziele zu verfolgen.

Methodik: Quantität trifft auf Qualität.

Business Innovation: Wie evaluieren Scouts die Ideen?

Startupbootcamp Scouts: Ideen werden durch eine Mischung quantitativer und qualitativer Methoden bewertet. Quantitative Bewertungen erlauben es, eine Großzahl von Ideen schnell nach vorgegebenen Kriterien vorzusortieren (Partner Fit, Maturity, Speed to Market, Intellectual Property, ...). Sobald die Zahl der Ideen überschaubar wird, steht die qualitative Bewertung im Vordergrund, wobei diese nach Kriterien wie z.B. Soft Skills, Team Strength, Vision, etc. evaluiert werden. Die Bewertung wird über mehrere Runden durchgeführt. Die eigentliche Bewertung der Teams erfolgt unter Berücksichtigung von Skype-Interviews, Partner Feedback und der eingereichten Unterlagen. Im letzten Schritt, den Selection Days, werden die Top-Teams für drei Tage nach Berlin eingeladen und in einer Serie von intensiven Gesprächen und Workshops auf das Accelerator Programm vorbereitet. Die letzte Auswahl wird am Ende der Selection Days im Austausch mit den Partnern und Mentoren getroffen. Die final ausgewählten Teams beginnen ab August unser Programm im Rainmaking Loft Berlin.

Die Vorzüge des Programms.

Business Innovation: Wie treten Scouts mit Startups in Kontakt und überzeugen diese?

 

Startupbootcamp Scouts: Wir versuchen, die besten Teams frühzeitig zu identifizieren und mit ihnen in persönlichen Austausch zu treten, Fragen zu beantworten und Vertrauen aufzubauen. Um sie zu überzeugen, kommunizieren wir den Interessenten klar die Vorzüge des Programmes: Die ausgewählten Teams erhalten 15.000 Euro Finanzierung, um ihre Kosten während des Programmes zu decken, Zugang zu über 150 Mentoren, sechs Partnerunternehmen in den Bereichen Transport und Energie (Airbus, Mercedes-Benz, Deutsche Bahn, EnBW, Nokia HERE und Cisco), 450.000+ Euro in Dienstleistungen durch unsere globalen Partner, ein globales Mentoren- und Alumni-Netzwerk und sechs „Entrepreneurs in Residence“, die unsere Teams in den Bereichen Softwareentwicklung, Design und Unternehmensführung unterstützen.

Sharing Economy gibt den Ton an.

Business Innovation: Welche sind momentan die heißesten Trends?

 

Startupbootcamp Scouts: Den stärksten Einfluss hat zur Zeit definitiv die Sharing Economy: Social Parking, Social Shipping, Ride Sharing. All diese Konzepte bauen darauf auf, dass man die eigenen ungenutzten Ressourcen mit anderen Personen teilt.

Konsistenz und Prägnanz.

Business Innovation: Was sind häufige Fehler, die Startups begehen?

Startupbootcamp Scouts: Für viele Startups scheint es schwer zu sein, ihre Idee konsistent und prägnant zu formulieren. Oft wird das „Was“ nicht vom „Wie“ unterscheiden, wodurch für den Leser auch nach mehrmaligem Lesen nicht klar wird, was die Leistungen sind und wie das Problem gelöst wird. Des Weiteren wird eine technologie- und produktorientierte Sicht eingenommen und dabei die Wertschöpfung und der Kundennutzen vernachlässigt. Sie fokussieren sich damit zu stark auf die Entwicklung ihres Produktes und lassen dabei den Markt außer Acht – ohne frühzeitig ihr Leistungsangebot an relevanten Zielkundensegmenten auszutesten. Gerade hierbei unterstützen wir unsere aufgenommen Unternehmen, um sie frühzeitig mit ihren Kunden (und unseren Partnern) in Kontakt zu bringen und marktgerechte und praktikable Lösungen zu schaffen.

Zur richtigen Zeit ...

Business Innovation: Welche Aspekte sind Ihrer Meinung nach für den Erfolg eines Startups ausschlaggebend?

 

Startupbootcamp Scouts: Team, Produkt, Markt, Glück, Timing, Startupbootcamp.

 

Ist Dein Interesse geweckt? Dann besuche einfach Startupbootcamp für weitere Informationen.

 

 

Dieser Artikel wurde von Business Innovation veröffentlicht, Daimlers Lab für innovative Geschäftsmodelle. Folge Business Innovation auf Twitter und Instagram oder diskutiere mit uns im Business Innovation Forum.

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