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Anne-Marie Imafidon: Zahlen sind ihre Leidenschaft

Porträt von Anne-Marie Imafidon
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Die Mathematikerin begeistert fünfjährige Mädchen, Apps zu programmieren.

Sie gilt als mathematisches Naturtalent und nimmt jungen Frauen und Mädchen in ihren Workshops die Angst vor dem Rechnen. Für ihr Engagement ehrte sie in diesem Jahr sogar die Queen.

Frau Imafidon, Zahlen scheinen es Ihnen angetan zu haben …

Und wie. Ich liebe sie. Vor allem fasziniert mich die Logik dahinter. Zwei mal zwei wird immer vier sein und nicht auf einmal fünf. Ich kombiniere gerne und finde es spannend, dass alles berechenbar ist.

Sie waren eine von drei Frauen in Ihrer Klasse in Oxford, war das ein Problem?

Gar nicht. Ich habe das nie als Problem erachtet, die Jungs um mich herum auch nicht. Es kam immer auf die Leistung des Einzelnen an. Wir Mädchen wurden nie abfällig behandelt.

Mir geht es darum, dass sich junge Mädchen mit dem richtigen Selbstbewusstsein naturwissenschaftlichen Herausforderungen stellen. Anne-Marie Imafidon

Trotzdem engagieren Sie sich dafür, dass sich mehr Mädchen für Technikberufe interessieren. Wie kam es dazu?

Ich wurde von meinem damaligen Arbeitgeber, der Deutschen Bank, zu einer Konferenz nach Amerika geschickt, um dort vor etwa 3 500 Personen zu sprechen. Die Frauen dort diskutierten angeregt über die drastisch sinkenden Zahlen von Frauen in Technikberufen. Daheim in Großbritannien bemerkte ich dieses Problem auch und beschloss, etwas dagegen zu unternehmen.

Ihre Initiative nennt sich „STEMettes“, inzwischen ist es ein Vollzeitberuf, Sie sind Unternehmerin. Was ist die größte Herausforderung?

Mir geht es darum, dass junge Mädchen sich mit dem richtigen Selbstbewusstsein naturwissenschaftlichen Herausforderungen stellen. Sie müssen erkennen, dass sie genauso fähig in Mathematik sind wie Männer und dass die Wirtschaft mit grandiosen Berufschancen auf Frauen wartet. Wichtig ist mir, dass die Mädchen unter sich sind, denn erst dann verlieren sie ihre Hemmungen.

Wie begeistert man eine Fünfjährige für Technik?

Ich habe drei goldene Regeln, ich nenne es das F-Prinzip. Drei Mal F steht für Free, Food und Fun! Jeder Workshop ist kostenlos, es gibt immer gutes Essen und es soll einfach Spaß machen. Außerdem erteile ich keine Anweisungen, ich unterstütze sie eher. Die Mädchen brauchen den Freiraum, ihre Ideen selbst umzusetzen. Ich erzähle ihnen nicht: Du kannst eine App programmieren. Das erkennen sie selbst, wenn die App fertig ist. Erfolg beflügelt sie am meisten. Ebenso wichtig sind Vorbilder, Frauen, die erfolgreich in Tech-Berufen arbeiten. Die treffen sie bei uns.

Anne-Marie Imafidon spricht am Mikrofon

Das Vorbild

Anne-Marie Imafidon wurde 1990 in England geboren und gilt als Wunderkind in Mathematik, Computerwissenschaften und Sprachen. Ihre Familie kommt aus Nigeria und lebt in England. Sie ist die Älteste unter fünf Geschwistern und spricht insgesamt fünf Sprachen. Als jüngste Absolventin beendete sie ihren Master im Alter von nur 20 Jahren an der Universität Oxford. Anne-Marie Imafidon arbeitete nach ihrem Studium erfolgreich für große Unternehmen wie beispielsweise die Deutsche Bank und Lehman Brothers. Heute leitet sie in Vollzeit ihre Firma „STEMettes“ und organisiert Workshops für junge Mädchen zwischen 5 und 22, um sie für technikbasierte Berufe zu ermutigen. Vor einigen Monaten ehrte Queen Elizabeth II. sie mit dem britischen Verdienstorden (MBE) für ihre Arbeit bei „STEMettes“. Damit ist sie die jüngste Preisträgerin aus dem Bereich der Naturwissenschaften seit 1980.