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Samahope – Gesundheit spenden

Ärzte wie Dr. Robert Kalyesubula aus Uganda helfen Samahope, medizinische Notwendigkeiten umzusetzen.

Die Social-Profit-NGO Samahope ist die weltweit erste Crowdfunding finanzierte Organisation im medizinischen Bereich.

Wenn man es schafft, Millionen für Musikalben, Filme oder technische Gadgets zu crowdfunden, warum sollte es dann nicht auch gelingen, medizinische Hilfe in bedürftigen Gegenden per Mausklick zu finanzieren? 2012 etablierte Samahope als erste Organisation weltweit Crowdfunding im medizinischen Bereich und ermöglichte so über Spenden lebensnotwendige Medikamente und Operationen dort, wo eine flächendeckende ärztliche Versorgung nicht gewährleistet ist.

2012 etablierte Samahope als erste Organisation weltweit Crowdfunding im medizinischen Bereich.

Die Idee für das Projekt entsteht während einer Reise nach Sierra Leone, als Social Entrepreneurin und Samahope Gründerin Leila Janah einen amerikanischen Arzt trifft: Dr. Maggi reist mittels Spenden seiner texanischen Kirchengemeinde mehrmals jährlich in das westafrikanische Land, um Frauen mit Geburtsverletzungen zu operieren. Mit dem gesammelten Geld konnte bereits Hunderten Frauen in Afrika geholfen werden, berichtet Dr. Maggi. Planung und Umsetzung der Fundraising-Aktionen seien jedoch immer ein zusätzlicher Kraftakt.

Social Entrepreneurin und Samahope Gründerin Leila Janah mit Samahope Partnerarzt Dr. Robert Kalyesubula.

Drei Monate später macht sich Leila Janah ans Werk und entwickelt mit einem Kollegen den ersten Samahope Website-Prototyp. Zunächst lassen sie die Seite von Freunden und Bekannten testen, bald darauf wird sie mit einer IndieGoGo- Kampagne gelauncht. 52.000 US Dollar kommen auf diesem Wege zusammen: über eine Crowdfunding-Plattform für eine Crowdfunding-Plattform. Das Projekt nimmt Fahrt auf – und seinen Geschäftsbetrieb. „Die größte Herausforderung für Ärzte in vielen ländlichen Gegenden ist immer noch die Finanzierung ihrer eigenen medizinischen Tätigkeit“, sagt Co-Gründerin und Geschäftsführerin Shivani Garg Patel. „Sie behandeln umsonst, und oft fehlt es ihnen an einfachster Ausrüstung. Wenn man die Geldbeschaffung also anderen überlassen würde und sich Ärzte auf das Behandeln und Heilen konzentrieren könnten, wäre man doch einen Riesenschritt weiter, oder?“

Die größte Herausforderung für Ärzte in vielen ländlichen Gegenden ist immer noch die Finanzierung ihrer eigenen medizinischen Tätigkeit

Shivani Garg Patel

Die studierte Ökonomin mit Background in Ingenieurs- und Computerwissenschaften arbeitete bereits für McKinsey und Microsoft und wechselte 2012 mit der Gründung von Samahope ins Non-Profit-Business. Sie hofft, mit Samahope an einem grundlegenden Problem rütteln zu können: Zwei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. In weiten Teilen Afrikas, aber auch in Asien und Südamerika sind immer noch riesige Landstriche von jeglicher Infrastruktur abgeschnitten. Andererseits gibt es Hunderttausende Mediziner, die helfen wollen, aber selbst für ihre Reisen in diese Landstriche, für Behandlungskosten und Medikamente aufkommen müssen.

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  • Samahope Co-Gründerin und Geschäftsführerin Shivani Garg Patel.
  • Dr. Robert Kalyesubula ist einer von drei Nephrologen für 36 Millionen Menschen in Uganda.
  • Die Fundraising-Organisation Samahope arbeitet mit dem „Provider-Centric Model“, bei dem Leute direkt an einen behandelnden Arzt spenden und so selbst entscheiden und mitverfolgen können, wohin ihr Geld fließt.
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„Wir setzen auf den Einfluss der Crowd”, sagt Shivani. „Das Internet bietet eine großartige Chance, Menschen aus aller Welt zu erreichen. Gleichzeitig ist es jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung, sie für unsere Sache zu sensibilisieren. Den Zugang zur Thematik zu schaffen, ist oft gar nicht so einfach. Wir versuchen deshalb mehr und mehr eine möglichst persönliche Bindung zu unserem Anliegen aufzubauen“.

Seit letztem Herbst konzentriert sich die Fundraising-Organisation auf ein sogenanntes „Provider-Centric Model“: Leute spenden direkt an einen behandelnden Arzt und können so selbst entscheiden und mitverfolgen, wohin ihr Geld fließt.

Auf Samahope.org werden die einzelnen Ärzte in einem Profil vorgestellt, ihr medizinischer Schwerpunkt erläutert, die Kosten für ihre Behandlung aufgeführt und Hintergründe zur Arbeit erklärt: Wangmo Thapa zum Beispiel ist Geburtshelferin in Westnepals Dolpa Distrikt, einer der am wenigsten entwickelten Gegenden der Welt. Um eine Straße zu erreichen, braucht man hier zu Fuß zehn Tage. Mit einer Spende kann man die Ausbildung weiterer Geburtshelfer mitfinanzieren. Oder Dr. Pietro Gamba: Er behandelt „Campesinos“, Menschen in den ärmsten Regionen Boliviens, die nur ihren „Curanderos“ vertrauen – Heilern und Schamanen, deren Fähigkeiten an medizinische Grenzen stoßen.

100 Prozent der Spende gehen an die Ärzte, die vor Ort entscheiden, bei welchen Patienten ein Eingriff besonders dringend ist.

Auch Dr. Robert Kalyesubula aus Uganda kennt solche Geschichten. Dr. Robert, so wird er von seinen Patienten genannt, ist eigentlich ausgebildeter Facharzt für Nierenkrankheiten. Er ist einer von drei Nephrologen für 36 Millionen Menschen in Uganda, behandelt aber auch Geburtsverletzungen bei Frauen und Kindern. „Die meisten Eingriffe sind gar nicht so teuer“, erklärt er.

Manchmal sind es nur zehn Euro, die für OP-Equipment fehlen, manchmal fünf Euro für ein rettendes Antibiotikum. Auch mit geringen Summen kann man viel erreichen.

Dr. Robert Kalyesubula

Dr. Robert Kalyesubula ist neben seiner Arbeit am örtlichen Krankenhaus Direktor von ACCESS: Das „African Community Center for Social Sustainability“ kümmert sich um Menschen mit HIV/AIDS, um Waisen und andere Kinder in Not. Samahope wählte ihn – wie alle anderen Ärzte – aufgrund seiner Expertise und der prekären medizinischen Situation vor Ort als Partner aus. Seine Patienten wissen, dass Spender aus aller Welt ihre Behandlung mitfinanzieren. Als Gegenleistung schreibt Dr. Robert Berichte über den Fortschritt ihrer Genesung und postet Fotos und Videos seiner Arbeit. So dankt er den Geldgebern und verdeutlicht die Wichtigkeit jeder Spende.

Wer den „Donate“-Button klickt, kann sich zwischen einer einmaligen oder einer monatlichen Spende entscheiden. Die Höhe des steuerlich absetzbaren Betrages ist nicht festgelegt – ab einem US Dollar ist alles möglich. Ein kleiner Balken auf der Profilseite der Ärzte hilft manchmal bei der Entscheidung: Er zeigt an, wie viel Geld noch für eine ganz bestimmte Operation benötigt wird.

Grundsätzlich gehen 100 Prozent der Spende an die Ärzte, die gemeinsam mit anderen Fachleuten vor Ort entscheiden, bei welchen Patienten ein Eingriff besonders dringend ist. Es gibt aber auch die Möglichkeit, einen Teil der Spende an Samahope weiterzuleiten, damit die Organisation ihr Anliegen weiter verbreiten kann. Shivani Garg Patel ist zuversichtlich: „Auch wenn wir bei Samahope selbst nur fünf Leute sind, wir haben viele freiwillige Helfer, die unser Projekt in allen Ecken der Welt unterstützen, die für uns recherchieren, Videos drehen, Ratschläge geben. Gemeinsam mit mehr als 8.000 Spendern haben wir die Welt schon jetzt ein kleines Stückchen besser machen können.”