Leider unterstützt ihre aktuelle Browser-Version nicht alle Technologien dieser Webseite.

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um die Webseite korrekt darstellen und alle Funktionen nutzen zu können.

Auf in eine neue Welt

Katrin Schmidt: Business Affairs Managerin von Airbnb
Artikel teilen

Katrin Schmidt erzählt, warum es sich lohnt, beharrlich zu sein, wenn man einen großen Traum verfolgt.

Manchmal hängt das Glück von einer kleinen, grünen Karte ab. Immer wieder hat sich Katrin Schmidt auf die Greencard beworben, jenes Dokument, das den unbefristeten Aufenthalt in den USA ermöglicht. Acht Jahre muss sie darauf warten, meldet sich immer wieder für die Auslosung an und schmiedet doch gleichzeitig alternative Pläne für den Fall, dass aus ihrem Umzug in die Vereinigten Staaten nichts wird. Dann hat sie Glück: In der Greencard-Lotterie zieht die amerikanische Einwanderungsbehörde ihren Namen, kurze Zeit später zieht Schmidt nach San Francisco. Ihr Ziel: das Hauptquartier von Airbnb, im Herzen der Stadt.

Airbnb: Atrium der Zentrale in San Francisco

San Francisco ist für Katrin Schmidt nicht irgendein Ziel – schon während des Studiums weiß sie, dass sie eines Tages an der amerikanischen Westküste leben möchte. „Ich wollte dort arbeiten, wo die Tech-Branche groß geworden ist“, erzählt sie. Dafür verlässt sie sich nicht allein auf das Losglück. Zunächst sucht sie sich eine Universität, an der sie ihre Abschlussarbeit schreiben kann. Kein leichtes Unterfangen – die Ansprüche der amerikanischen Hochschulen sind so hoch wie die Bewerberzahlen. Schmidt bewirbt sich an vierzig Hochschulen in der Bay Area, bis die San Francisco State University zusagt und sie für einen Sommer als Gaststudentin aufnimmt. „Ich habe mich direkt in die Stadt verliebt – in ihre Bewohner, ihre Stimmung, ihre Dynamik.“ Der gebürtigen Münsteranerin wird klar: Sie will länger bleiben. Es ist ein Ziel, das sie fortan konsequent verfolgt. Ihre Erfahrungen dokumentiert sie auf einem eigens dafür ins Leben gerufenen Blog – KaliforniaKati.

Katrin Schmidt: bloggt auf KaliforniaKati

Zunächst heuert sie in Hamburg an. Dort sitzt die erste internationale Niederlassung von Airbnb. „Ich wusste, dass das Airbnb-Hauptquartier in San Francisco liegt und dass es mir der Job erlauben würde, immer wieder hierher zu reisen“, erzählt sie. „Natürlich ging es mir nicht nur darum. Ich liebe den Community-Gedanken, der hinter Airbnb steht. Ich habe in Hamburg, Berlin und New York für das Unternehmen gearbeitet. Aber San Francisco ging mir nicht aus dem Kopf.“ Als die Greencard ihren Aufenthalt ermöglicht, steht ihrem Umzug nichts mehr im Wege.

Mercedes Benz C 300 in San Francisco

Es ist vor allem der unerschütterliche Optimismus, der in San Francisco überall in der Luft liegt, der Katrin Schmidt fasziniert. „Die Atmosphäre ist einzigartig, gerade für junge Unternehmer. Die Stadt grenzt an das Silicon Valley, die Universitäten fördern Innovation und Kreativität. Erfolgreiche Gründer sind nicht nur Vorbilder, sondern geben Wissen und Geld weiter an die hiesige Start-up-Landschaft. Das zieht schlaue Köpfe aus aller Welt an.“ Weltweit einzigartig sei auch das Vertrauen, das Geldgeber der Gründerszene entgegenbringen würden. „Der Vertrauensvorschuss ist riesig. Niemand muss sich für seine verrückten Ideen und Visionen rechtfertigen, auch wenn sie noch nicht hundertprozentig ausgearbeitet sind.“

03

Vertrauen – das ist auch die Basis von Schmidts Arbeit. „Wer in einem Start-up arbeitet, muss vertrauen können. Sich selbst ebenso wie den Kollegen. Man muss daran glauben, dass sich die ganze Arbeit eines Tages auszahlt.“ Der Job verlange es, Risiken einzugehen. Im Gegenzug für Überstunden und Chaos erhalte man als junger Arbeitnehmer aber auch deutlich mehr Verantwortung als anderswo. Das gelte in kleinen Start-ups ebenso wie bei etablierten Größen wie Airbnb. „Ob im Büro oder von zu Hause aus: Jeder Mitarbeiter kann das Unternehmen mitgestalten, Räume umdekorieren oder Prozesse verändern. Wenn ich eine Aufgabe sehe, die erledigt werden muss, erledige ich sie. Wenn mir etwas nicht gefällt, ändere ich es.“

Das, was man wirklich will, ist nicht immer leicht zu bekommen. Katrin Schmidt

Auch wenn Airbnb längst aus den Start-up-Schuhen hinausgewachsen ist: Das Unternehmen fördert und fordert unternehmerischen Einfallsreichtum und erfindet immer wieder neue Produkte – wie zuletzt Airbnb Trips, an dem auch Katrin Schmidt mitgearbeitet hat. Die Plattform will nicht länger nur Unterkünfte vermitteln, sondern auch Angebote für die Zeit zwischen den Übernachtungen. Trips ermöglicht es Reisenden, von Community-Mitgliedern angebotene Touren und Ausflüge zu buchen. So will Airbnb Reisenden Zugang gewähren zu Orten und Aktivitäten, die sonst nur Einheimische kennen. Vom Geigenbau in Paris bis zum Marathonlauf in Kenia: Nischenerlebnisse sollen die Nutzer in fremde Welten eintauchen lassen.

07

Dieser Zustand konstanten Wandels ist es, der Katrin Schmidt dazu bewegt, zu bleiben. Sie arbeitet seit fünf Jahren für Airbnb, in der Zeitrechnung eines Start-ups eine halbe Ewigkeit. „In der Zeit hat sich das Unternehmen immer wieder neu erfunden. Unternehmerische Freigeister wie ich können so frei und autonom arbeiten, als wären wir in einem 3-Personen-Start-up. Ich frage mich oft, ob ich bleibe, weil es komfortabel ist, oder weil es immer wieder neue Herausforderungen gibt, an denen ich wachsen und mich entwickeln kann – und ich bin mir ganz sicher: Es ist Letzteres!“