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Eine kreative Gestaltenwandlerin

Kreative Mafalda Millies
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Bei einer Spazierfahrt durch New York gibt uns das kreative Multitalent Mafalda Millies einen Einblick in ihr genreübergreifendes Schaffen.

Ein kreativer Geist ist selten an nur ein Ausdrucksmedium gebunden. In einer Welt, in der künstlerische Disziplinen immer mehr überlappen und miteinander verschmelzen und die kulturelle Szene sich Strategien der kommerziellen Produktion aneignet und umgekehrt, lässt sich die vielseitige Film- und Kunstregisseurin Mafalda Millies von diesen Synergien inspirieren – und kreiert dabei wunderbare Kunstwerke, die weder Genre- noch Formatgrenzen kennen.

Die in Deutschland geborene Kreative hat in Paris, Berlin und Austin, Texas studiert, bevor es sie nach New York zog. Hier arbeitet sie nun als Kreativdirektorin von C3 Management, einer Musikmanagement-Firma, zu deren Kunden Größen wie NAS, Future, The Strokes und MSMR zählen. Ihr aktuelles Musikvideo für Letztere haben der Band und ihr mehrere Awards bei internationalen Musikvideo-Festivals beschert. Neben ihrer Arbeit für C3 und deren Klienten hat Millies auch das Kreativkollektiv Starecase mitbegründet und in Zusammenarbeit mit der Kuratorin Roya Sachs 2016 das zeitgenössische Performance-Kunstwerk „Virtually There“ produziert.

Wir besuchten Millies während eines der berühmt-berüchtigten New Yorker Schneestürme in ihrer Wohnung, um mehr über die kreative Gestaltenwandlerin zu erfahren. Glücklicherweise ließ sich Millies von den eiskalten Temperaturen nicht abschrecken, sodass wir uns hinaus in den Schnee wagen konnten, um ihre Nachbarschaft auf einer Fahrt im CLA 250 zu erkunden und über ihre Arbeit in der Kreativindustrie zu sprechen.

Mercedes-Benz CLA 250: Kraftstoffverbrauch kombiniert: 6,6–6,4 l/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 133–125 g/km.*

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Wie haben sich Ihre Fähigkeiten zum multidisziplinären Arbeiten entwickelt, seit Sie nicht nur Kreativ- und Artdirektorin und Filmregisseurin sind, sondern sich auch noch mit Artdirektion für Performance-Kunst beschäftigen?

Um die verschiedenen Formen und Dimensionen zu verstehen, die eine Produktion als Ganzes annehmen kann, glaube ich, dass es wichtig ist, einen gewissen Grad an technischem Wissen über alle beteiligten Gewerke zu besitzen. In diesem Sinne zwinge ich mich selbst immer wieder dazu, mehr über jede einzelne individuelle Disziplin und ihre Medien zu lernen. Dazu gehört, dass ich mich mit technischen Prozessen befasse, die zu Licht- und Kostümdesign und Bühnenbild gehören, oder dass ich in den verschiedenen Programmen bewandert bin, die bei der Postproduktion eine Rolle spielen. Ich habe die Welt der Performance-Kunst erst vor Kurzem für mich entdeckt. Das hat mir eine komplett neue Bandbreite von Medien eröffnet, in die ich nun eintauche. Eine Live-Performance für ein Publikum zu planen beinhaltet völlig neue Herausforderungen, die ich gerade unglaublich gerne entdecke.

Wie hat Sie die Arbeit beim Film auf die Arbeit an einer Ballett- oder Theateraufführung vorbereitet?

In den früheren Produktionsstadien operiert jeder einzelne Bereich bis unmittelbar vor der eigentlichen Aufführung oder dem Dreh gewissermaßen für sich. Insofern hat mich meine Arbeit beim Film die Fähigkeit gelehrt, zu visualisieren und vorauszuahnen, wie jedes Element der Präproduktion am Ende zusammenkommt – wobei bis zur letzten Minute Änderungen passieren können.

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Bei der Betrachtung Ihrer Arbeit und der kreativen Herangehensweise kommt einem der Begriff „Gesamtkunstwerk“ in den Sinn – ist dieser ganzheitliche Ansatz, Kunst zu produzieren, ein wesentlicher Bestandteil Ihrer Arbeitsprozesse und Ihres kreativen Strebens? Wenn ja, warum?

Die Idee des „Gesamt(kunst)werks“ ist definitiv in Grundriss und Konzeption meiner Arbeit verankert. Von der Struktur her beinhalten meine Projekte für gewöhnlich ein Team von verschiedenen Akteuren, von denen jeder Arbeit verrichtet, die in einem großen Ganzen kulminiert, wobei eine einzelne Komponente ohne die anderen nie ganz vollständig ist.

Aus der künstlerischen Perspektive gefällt mir die Möglichkeit, eine Bandbreite von sehr verschiedenen Künstlern zusammenzubringen, die etwas produzieren, was allumfassend und emotional unvorhersehbar ist und zum Nachdenken anregt. Das erlaubt mir eine neue Art der kollektiven Interpretation von Ideen oder Themen, zu denen ich mich besonders hingezogen fühle. Ich glaube, dass es genau diese „gemeinsamen Instinkte“ sind, die eine Produktion wirklich eindringlich und wirkungsvoll machen.

Kreativdirektorin Mafalda Millies

Die Videos, bei denen Sie bisher für Regie und Produktion zuständig waren, sowie Ihr jüngstes Ballettprojekt „Virtually There“ scheinen alle die dunkleren Aspekte menschlicher Kultur und ihrer Widersprüche zu erkunden. Dem Betrachter wird so ein facettenreicherer Blick auf die Menschheit ermöglicht. Welche Anziehungskraft haben diese kreativen Themen für Sie anfänglich? Wie identifizieren Sie zu Beginn eines Projekts die Themen, mit denen Sie sich dann kreativ auseinandersetzen?

Was mich in der Regel an einem bestimmten Thema fasziniert, ist das Verlangen, es besser verstehen zu können und es auf meine eigene Art und Weise zu interpretieren. Gleichzeitig tendiere ich dazu, starke Aussagen zu vermeiden. Stattdessen lade ich das Publikum lieber auf eine visuelle Reise ein, die sie dazu bewegt, sich selbst näher mit dem Thema auseinanderzusetzen.‪

In diesem Sinne soll „Virtually There“ nicht die menschliche Natur und Evolution kritisieren, sondern vielmehr die derzeitige Abhängigkeit der Gesellschaft von digitaler Technologie beleuchten. Das Ballettstück war inspiriert von Oskar Schlemmers „Triadischem Ballett“ von 1922, welches seinerseits den Einfluss der Maschinenkultur und der industriellen Revolution auf die Gesellschaft zur Jahrhundertwende untersuchte.

Ich bin häufig in Gedanken verloren und kehre immer wieder zu Themen zurück, die sich mit den Auswirkungen des technischen Fortschritts und der sich entwickelnden sozialen Medien auf Konzepte wie Identität, Gesellschaft, Isolation und Realitätsflucht beschäftigen. Ich interessiere mich dafür, wie sich unser Verständnis des „Selbst” und der Gesellschaft in den letzten Jahren entwickelt hat. Vielleicht, weil es mir Angst macht …

Mafalda Millies in New York im Winter

Inwieweit spiegelt Ihr Zuhause Ihr professionelles und kreatives Feingefühl wider?

Vollkommen! Ich kann die beiden nicht trennen. Meine Mitbewohnerin Roya Sachs – eine Kuratorin, mit der ich gemeinsam bei „Virtually There“ Regie geführt habe – und ich teilen unsere Faszination für den Bauhausstil, dessen gesamte Ästhetik und die Arbeit der Vertreter dieser Stilrichtung. Wir stellen langsam, aber sicher eine ansehnliche Sammlung aus Gegenständen, Büchern und Artefakten zusammen, die unsere Leidenschaft widerspiegelt. Es ist wichtig für mich, zu Hause von Gegenständen und Bildsprache umgeben zu sein, die ich bedeutsam und inspirierend finde.

Was hat Sie ursprünglich nach New York verschlagen? Wie und wo finden Sie Inspiration in New York?

Was mich anfangs nach New York brachte, war mein jetziger Beruf als Kreativdirektorin von C3 Management, aber ich habe mich schon immer zur Großstadt hingezogen gefühlt. Ich liebe die Arbeitsmoral der New Yorker, ihr kollaboratives und vielseitiges Wesen und die ständige Überschneidung und Nähe unterschiedlicher Kulturen.

Es gibt hier so viele verschiedene Orte und Einrichtungen, die mich inspirieren, zum Beispiel das New Museum und das Whitney Museum für Amerikanische Kunst. Ansonsten begeistere ich mich für das Met Breuer Museum, das Noguchi Museum in Queens, und ich liebe es, meine Nachmittage im Metrograph-Kino zu verbringen oder die BAM, Brooklyn Academy of Music, zu besuchen. Dort habe ich erst vor Kurzem die faszinierendste Performance „Last Work“ gesehen, für die Ohad Naharin gemeinsam mit der Batsheva Dance Company die Choreographie entwickelte.

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An welchen Projekten arbeiten Sie zurzeit?

Ich werde nächsten Monat bei einigen Musikvideos Regie führen, als Erstes für die Single „TIGHTROPE“ von LPX – alias Lizzy Plappinger, ehemalige Leadsängerin des Duos MSMR. Das Video wird einer dunklen, Science-Fiction-80er-Jahre Ästhetik folgen, die vollständig aus Farbblöcken aufgebaut ist. Für die Choreographie wird Karole Armitage zuständig sein, wovon ich unheimlich begeistert bin, weil ich ihre Arbeit absolut bewundere und es liebe, mit ihr zusammenzuarbeiten. Karole hat auch die Choreographie für „Virtually There“ entworfen.

Roya und ich planen momentan mit verschiedenen Einrichtungen, mit „Virtually There“ 2018/2019 auf Tour zu gehen – während wir nebenher noch an einer neuen Performance arbeiten.

Viel Erfolg und vielen Dank für das Interview!

* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch“ neuer Personenkraftwagen entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH (www.dat.de) unentgeltlich erhältlich ist.