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Freundschaft, Freiheit und Fashion-Business

© Sandra Semburg
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Stilikone Veronika Heilbrunner über die Vorteile, mit der besten Freundin Geschäfte zu machen.

Die Eine ist bekannt als eine der meistfotografiertesten Streetstyle-Ikonen unserer Zeit und Protagonistin des Mercedes-Benz Fashion-Kurzfilms „Fistful of Wolves“, die Andere arbeitete jahrelang erfolgreich als Digitalstrategin bei der deutschen VOGUE. Gemeinsam haben die Freundinnen Veronika Heilbrunner und Julia Knolle Anfang des Jahres ihr eigenes Projekt, das Mode- und Lifestyle-Magazin „hey woman!“, gegründet und wollen allen Zweiflern beweisen, dass man Freundschaft und Geschäft doch nicht trennen muss, um erfolgreich und vor allem glücklich zu werden.

Bei Veranstaltungen sind sich Veronika und Julia schon öfter über den Weg gelaufen, bis sie bei einem Abendessen nebeneinandergesetzt wurden und sich zum ersten Mal wirklich unterhielten. Die gegenseitige Sympathie war sofort spürbar und es dauerte nur ein paar Wochen, bis die beiden Powerfrauen Nägel mit Köpfen machten und Businesspartnerinnen wurden.

In einer Branche, in der die Übergänge von Privatleben und Geschäftsbeziehung manchmal fließend sind, wie Ombre-Farbverläufe auf bunten Sommerröcken, erzählt die Entstehungsgeschichte des Online-Magazins „hey woman!“ von der Wichtigkeit privater Netzwerke, richtigem Timing und spontaner Risikobereitschaft zweier junger Frauen in der Modeindustrie. Mit welchen Herausforderungen sie sich dabei konfrontiert sahen, wie man in einer symbiotischen Beziehung mit Eifersucht umgeht und warum einen manchmal erst der Schritt in die vermeintliche Unsicherheit ruhig schlafen lässt, erzählt uns Veronika Heilbrunner im Interview.

© Stefan Haehnel

Warum habt ihr hey woman! gegründet?

Wir versuchen, etwas zu machen, das wir im Web bisher nicht gefunden haben: ein entschleunigtes Modemagazin mit kuratierten Shoppingtipps, das nicht zehn Mal am Tag irrelevanten News veröffentlicht, nur um exorbitante Reichweiten zu erzielen.

Man hört oft den Ratschlag „Never do business with friends“, ihr scheint motiviert zu sein, das Gegenteil zu beweisen. Warum?

Ich habe immer schon die Erfahrung gemacht, dass ich mit Freunden produktiver bin als mit Fremden und aus enger Zusammenarbeit wiederum Freundschaften entstehen. Das passiert ganz natürlich, da wir in unserem Alter die meiste Zeit ohnehin im Arbeitskontext verbringen.

Wieso könntet ihr das Projekt hey woman! nicht ohne einander realisieren?

Julia hat langjährige Erfahrung in Digital Publishing, sie behält den Überblick über Finanzen und kann ein Geschäftsmodell von Null aufbauen. Das kann ich definitiv nicht. Dafür bringe ich aus meiner Erfahrung als Stylistin für Printmedien, zuletzt bei Harper’s Bazaar Germany, wertvolle Beziehungen zu internationalen Modemarken mit. Meine Popularität im Bereich Streetstyle-Fotografie ist natürlich auch hilfreich. Der Zugang zu jedem Medium ist einfacher, wenn man ein Zugpferd hat und das Gesicht von „hey woman!“ bin ich.

© Stefan Haehnel

Wie fühlt man sich als „Zugpferd“? Wenn man sich beim analogen Ankleiden schon über das digitale Entkleiden Gedanken machen muss?

Ich habe Spaß daran. Die Aufmerksamkeit für meine Person wird natürlich auch irgendwann abebben, aber ich werde mich damit beruhigen, dass ich meine „15 minutes of fame“ für etwas Neues genutzt habe.

Apropos Fame: Ist Eifersucht ein Thema bei euch?

Julia hat gar kein Konkurrenzdenken und das finde ich total beeindruckend. Sie versteht das System zwar, ist aber lieber das Gehirn der Operation.

Hast du vor irgendetwas Angst?

Das Skurrile ist, dass ich als Festangestellte vor meiner Kündigung etliche schlaflose Nächte hatte. In den letzten Monaten realisiere ich aber, dass ich total angstbefreit bin. Natürlich sind wir mit hey woman! erst in der Anfangsphase und müssen uns einschränken, aber so zuversichtlich wie jetzt war ich noch nie zuvor. Vielleicht ist das aber auch einfach der menschliche Überlebensinstinkt. Wir werden sehen.

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    Veronika Heilbronner und Justin O'Shea am Set des Mercedes-Benz Kurzfilmes 'A Fistful of Wolves' im legendären C111. © Stefan Haehnel
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    © Stefan Haehnel