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How to focus.
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Sechs Tipps, wie Sie lernen, sich wieder richtig zu konzentrieren.

Was ist „Deep Work“? Was können wir tun, um uns der Flut an Informationen im digitalen Zeitalter entgegenzustemmen? Cal Newport, Informatiker und Absolvent des Massachusetts Institute of Technology, ist Vordenker einer neuen Schule. Seine Thesen hat er in seinem Bestseller „Deep Work“ beschrieben. Sein Plädoyer: Schaffen Sie sich wieder Zeit und Raum für echte Konzentration. Das macht Sie produktiver und zufriedener. Sechs Tipps, wie diese Kunst im Alltag funktioniert.

1. Gehen Sie bewusst offline

Das, was viele von uns täglich im Büro tun, umschreibt Cal Newport lapidar mit „Geschäftigkeit“. Er meint das schlichte Abarbeiten bürokratischer Aufgaben oder Kommunikation via Mail und Smartphone. Damit wiesen Angestellte zwar eine gewisse Produktivität nach, erreichten aber längst keine qualitativ herausragenden Leistungen. Ganz anders funktioniert Newport zufolge „Deep Work“: eine Form hoch konzentrierten Tuns, ein Schaffensrausch. Wie er entsteht? Indem wir sämtliche Ablenkungen ausblenden, indem wir zeitweise offline gehen – und die gewonnene Zeit nutzen, um uns auf ein wichtiges Problem zu fokussieren.

2. Eliminieren Sie unnötige Ablenkungen

Cal Newports Alltag dürfte als Vorbild kaum taugen: Er selbst besaß bis vor Kurzem kein Smartphone. Auch Facebook, Twitter oder Instagram lehnt er konsequent ab. Wenn er Vorträge darüber hält, warum Social Media überflüssig sei, erntet er nicht nur Zustimmung. Sein Credo: Nicht jedes technische Gadget sei mit Fortschritt gleichzusetzen, also entscheide bewusst, welches wirklich nützlich ist, um produktiver zu werden. Denn der Stress vieler Menschen rühre daher, dass sie sich auf die falschen Dinge konzentrierten.

3. Fokussieren Sie sich auf positive Dinge

„Was wir denken und fühlen, ist die Summe dessen, auf was wir uns konzentrieren“, sagt Psychologin Winifred Gallagher. Was bedeutet: Wer den ganzen Tag Termine wahrnimmt und E-Mails beantwortet, fokussiert sich meist auf negative Dinge wie Probleme mit Kollegen, Deadlines oder auf oberflächliche Fragen. Positive Gefühle hingegen verschafft sogenanntes „versunkenes Arbeiten“. Wir erkennen es daran, dass wir Zeit und Raum vergessen und sich bei uns ein wohliges Zufriedenheitsgefühl einstellt. Motivationspsychologen umschreiben es als einen Zustand des Vergessens, eine Kunst, die oft Schriftstellern, Malern oder Hochleistungssportlern gelingt.

4. Schaffen Sie sich das richtige Arbeitsumfeld

Die Bedingungen dafür sind gar nicht so schwer zu erfüllen: Ein ruhiger Ort und der bewusste Verzicht auf allzu viel Technik reichen schon aus. Im Büroalltag gilt es, digitale Störenfriede, so gut es geht, zu verbannen. Es geht darum, dass wir wieder die Kontrolle übernehmen. Entscheiden Sie selbst, wann Sie Ihre Aufmerksamkeit wohin richten. Wer sich darin übt, merkt, dass dies gar nicht so leicht fällt. Bevor wir Deep Work erreichen können, brauchen wir eine Art Entziehungskur. Wir müssen wieder lernen, uns von digitalen Reizen nicht ablenken zu lassen.

5. Holen Sie die Aufmerksamkeit zurück

Die gute Nachricht: Unsere Aufmerksamkeit ist wie ein Muskel, der sich trainieren lässt. In bewussten Auszeiten können wir sie zurückholen. Neurobiologische Studien zeigen beispielsweise, dass Menschen, die über viele Jahre hinweg meditieren, damit bestimmte Verknüpfungen im Gehirn gestärkt haben, die konzentrationsfördernd wirken. Beispielsweise schafften sie es, Gehirnareale, die für Ablenkung sorgen, schneller zu deaktivieren und den präfrontalen Cortex besser zu nutzen, der unseren Willen zur Konzentration steuert. Für das mentale Fitnessstudio gilt das Gleiche wie für jedes Training: Entscheidend ist, wie viel wir üben.

6. Kommen Sie in den Flow

Schon 60 Minuten konzentrierte Arbeit ohne Unterbrechung fördern die Qualität erheblich, wie Forscher der Universität des Saarlandes in einer Studie mit Managern zeigen konnten. Diese nutzten eine stille Stunde: Sie schalteten Smartphones und Internet aus, wechselten an einen Ort ohne Lärm und konzentrierten sich bewusst auf den wichtigsten Punkt der To-do-Liste. Mit ein wenig Übung stellte sich der Flow-Moment ein – und Probanden wurden zu glücklichen Deep Workern.