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Unterwegs in Madeira mit Marion Vicenta Payr

Reisefotografin Marion Vicenta Payr sitzt auf der Motorhaube des Mercedes-Benz CLA (C 118) in Polarweiß.
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She’s Mercedes begleitete die Reisefotografin Marion Vicenta Payr auf einer Fahrt durch Madeira im CLA.

Marion Vicenta Payr ist eine bekannte österreichische Fotografin und Bloggerin, die mit ihrer Kamera regelmäßig rund um den Globus reist. Als Mitglied des Bell Collective zählt sie zu den großartigen Beispielen für berufstätige Frauen, die sich zum Ziel gesetzt haben, Geschlechterstereotypen in sozialen Medien und anderen Bereichen abzubauen. She’s Mercedes hat sie auf ihrer Reise im neuen CLA durch die blühende portugiesische Insel Madeira begleitet, um einen Blick in das Leben einer Fotografin und den fotografischen Alltag zu werfen.

Reisefotografin Marion Vicenta Payr steigt aus dem Mercedes-Benz CLA (C 118) in Polarweiß.

Wann war Ihnen klar, dass Sie Fotografin werden wollten?

Fotografin zu werden war eigentlich ein langsamer Prozess für mich. Ich habe mich immer für eine unkreative Person gehalten – bis ich 2011 Instagram entdeckte, und ab dem Zeitpunkt entwickelte sich meine Leidenschaft für die Fotografie. Bis heute fällt es mir schwer, mich selbst als Fotografin zu bezeichnen, weil ich nie eine richtige Ausbildung absolviert habe. Aber inzwischen bestreite ich meinen Lebensunterhalt mit der Fotografie – daher sollte ich mittlerweile dazu stehen.

Reisefotografin Marion Vicenta Payr auf der portugiesischen Insel Madeira.

Hatten Sie vor Ihrer freiberuflichen Tätigkeit einen „normalen Beruf“? Warum haben Sie den aufgegeben?

Bevor ich Vollzeitfotografin wurde, hatte ich eine Stelle als Marketingmanagerin bei einem Fernsehsender. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich diesen Berufswechsel vollzogen hatte. Nach einigen Jahren freiberuflicher Tätigkeit neben meinem Vollzeitjob beschloss ich 2016, meine Arbeitszeit auf Teilzeit zu verkürzen. Schon 6 Monate später war mir klar, dass das kein Arbeiten war, weil ich mich weder auf das eine noch auf das andere richtig konzentrieren konnte. Damals habe ich beschlossen, zu kündigen und die Freiberuflichkeit auszuprobieren – und jetzt, 3 Jahre später, bin ich wirklich glücklich mit meiner Wahl.

Reisefotografin Marion Vicenta Payr spaziert auf der portugiesischen Insel Madeira in einem weißen Kleid am Strand entlang.

Sie haben einen Blog und Sie schreiben viel über Ihre Reisen. Was gefällt Ihnen mehr – das Fotografieren oder das Schreiben über Ihre Reisen?

Was das Bloggen betrifft, ist Fotografieren eindeutig der Teil des Prozesses, den ich am liebsten mag. Ich habe zwar auch immer viele Ideen, über was ich schreiben möchte, aber es fällt mir nicht so leicht wie das Fotografieren unterwegs. Der Schreibprozess ist für mich immer etwas schwieriger und ich muss dazu in der richtigen Stimmung sein. Beim Fotografieren kann ich mich dem Lauf der Dinge eher öffnen.

Blumen auf der portugiesischen Insel Madeira, fotografiert von Reisefotografin Marion Vicenta Payr.

Was ist bei einem Reiseblog wichtiger – ein schönes Bild oder die Wahrheit hinter den Kulissen? Versuchen Sie immer, die schönen Seiten des Reisens zu zeigen, oder ziehen Sie es vor, objektiv zu bleiben?

Meiner Meinung nach beruht ein Reiseblog in erster Linie auf einer persönlichen Sichtweise, daher sollte er nicht per se objektiv sein, sondern durchaus subjektiv. Meine Leser verlassen sich auf meine Meinung und mein Kuratieren. Sie identifizieren sich mit meiner Art, zu reisen, und meinen persönlichen Erfahrungen. Trotzdem müssen Posts nicht einfach nur „nett“ sein, sie können auch widersprüchlich, politisch, kritisch – oder einfach aufrichtig sein. Das ist das Wichtigste – ich möchte mir das Vertrauen meiner Leserinnen und Leser verdienen.

Reisefotografin Marion Vicenta Payr fährt mit dem Mercedes-Benz CLA (C 118) in Polarweiß über den Wolken.

Sie sind Fotografin und Ihr Mann ist Fashionblogger – das ist ziemlich unkonventionell. Haben Sie das Gefühl, dass das Aufbrechen solcher Geschlechterstereotypen, die ja in den sozialen Medien gängig sind, eine wichtige Botschaft ist?

Das kritische Hinterfragen von Geschlechter- und anderen Stereotypen ist absolut notwendig. In unserem Fall war es einfach immer so, es hat sich von selbst ergeben. Mein Mann ist bereits als Teenager auf die Modeschule gegangen, das war also schon immer seine Leidenschaft, während ich mich nie allzu viel um mein Aussehen gekümmert habe. Wir sind nicht unbedingt mit dem Ziel angetreten, Geschlechterstereotypen aufzubrechen – es hat sich einfach so ergeben, dass er Modeblogger wurde und ich seine „Instagram-Frau“ wurde. Heutzutage sehen wir beide, dass das Abweichen von der Norm nicht immer auch in den sozialen Medien „funktioniert“ – wir wären vermutlich erfolgreicher, wenn wir in die üblichen Schubladen passen würden. Daher ist es für mich umso wichtiger, diese Botschaft zu verbreiten: du kannst anders sein und tun, was dich glücklich macht, und es kann trotzdem funktionieren.

Reisen Sie lieber alleine oder in Begleitung?

Da ich zu 90 % der Zeit mit meinem Mann reise – der auch unsere Reisevideos für den Blog produziert – muss ich bei der Beantwortung dieser Frage vorsichtig sein (lächelt). Es ist wunderbar, Erfahrungen gemeinsam machen zu können, und es ist ein Luxus, die Ergebnisse des Tages am Abend miteinander besprechen zu können. Trotzdem glaube ich manchmal, dass es für mich einfacher ist, wenn ich alleine reise, weil ich mich dann vollkommen auf meinen Instinkt verlassen, tiefer eintauchen und mir mehr Zeit für mein eigenes Tempo beim Fotografieren nehmen kann – was normalerweise eher gemächlich ist. Deshalb lautet die Antwort wohl, dass ein vernünftiges Gleichgewicht ideal ist.

Reisefotografin Marion Vicenta Payr blickt auf der portugiesischen Insel Madeira zwischen Blumen auf ihre Kamera.

Welche Ausrüstung verwenden Sie?

Seit diesem Jahr fotografiere ich mit einer spiegellosen Vollformat-Kamera. Mein meistverwendetes Objektiv ist ein 24-70 mm – es ist ausgesprochen vielseitig und ideal zum Reisen. Das ist meine Standardausrüstung – manchmal nehme ich auch andere Objektive mit, wie etwa das 200-500 mm Teleobjektiv kürzlich auf meiner Safari, oder eine Drohne, aber meistens versuche ich, die Dinge einfach zu halten.

Reisefotografin Marion Vicenta Payr fährt mit dem Mercedes-Benz CLA (C 118) in Polarweiß auf einer Landstraße auf der portugiesischen Insel Madeira.

Sie reisen häufig zu nicht-touristischen Zielen. Was sind die größten Herausforderungen an Orten mit wenig Infrastruktur?

Wenn man Orte abseits der Touristenpfade bereist, ist die Kommunikation mit der einheimischen Bevölkerung eine der ganz großen Herausforderungen. Ich bedaure sehr, dass ich in der Schule nicht mehr Sprachen gelernt habe. Abgesehen davon bin ich bei meiner Arbeit auf eine funktionierende Stromversorgung und eine Internetverbindung angewiesen, was nicht immer gegeben ist. Während „normale Touristen“ ihre Offline-Zeit – oder „digitale Entgiftung“, wie es heute heißt – vielleicht sogar genießen, bedeutet es für mich Stress, wenn ich einige Tage kein Netz habe. Letzten Endes reise ich zum Arbeiten, da kann ich nicht einfach den Stecker ziehen.

Die Reisefotografin Marion Vicenta Payr steht mit dem Mercedes-Benz CLA (C 118) in Polarweiß auf der portugiesischen Insel Madeira an einer Brücke.

Wie sieht Ihre Vorstellung von einer perfekten Autoreise aus?

Ich fahre in einem Wagen, die Seitenfenster sind heruntergelassen, Wind weht mir durchs Haar, ich habe eine Playlist mit meinen Lieblingsstücken an Bord und nur einige locker gesteckte Ziele auf der Landkarte, aber keinen festen Zeit- oder Reiseplan. Den Dingen einfach ihren Lauf lassen ist elementar für eine perfekte Reise mit dem Auto.

Wenn Sie mit dem Auto reisen, fahren Sie lieber selbst oder setzen Sie sich auf den Beifahrersitz?

Ich fahre gerne selbst. Dann kann ich mein eigenes Tempo wählen, jederzeit anhalten, wenn ich ein Foto machen oder die Landschaft für einen Augenblick genießen möchte.

Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach der weibliche Blick in der Fotografie? Warum?

Wir erfahren die Welt durch unsere Sinneseindrücke. Wenn also ein Großteil der Informationen aus einer einheitlichen – männlichen/weißen/privilegierten – Perspektive stammt, bekommen wir einen genormten Eindruck von der Welt vermittelt, der nicht alle der einzigartigen Betrachtungsweisen anderer Menschen widerspiegelt. Ich glaube, es ist wichtig, weibliche Sichtweisen zu zeigen, aber auch viele weitere. Je mehr Sichtweisen wir sichtbar zu machen und zu verstehen versuchen, desto mehr kann unsere Welt in Empathie zusammenwachsen.

Reisefotografin Marion Vicenta Payr sitzt auf der portugiesischen Insel Madeira auf der Motorhaube des Mercedes-Benz CLA (C 118) in Polarweiß.

Warum gibt es Ihrer Meinung nach immer noch Klischeevorstellungen von berufstätigen Frauen? Und was können wir dagegen tun?

Es braucht eine Weile, um Sichtweisen und Vorurteile zu ändern. Als Teenager habe ich immer gedacht, dass Feminismus ein überholtes Konzept ist und dass wir nicht mehr für Frauenrechte kämpfen müssen, weil ich mich damals vollkommen gleichberechtigt gefühlt habe. In der Schule haben die Mädchen sogar die Leistungen der Jungen in den Schatten gestellt. Aber dann kam ich in die „richtige“ Welt und lernte schnell, was es heißt, die einzige Frau bei einem Meeting von Führungskräften zu sein, wo dir ins Wort gefallen oder Dinge „herrklärt“ werden – ich hasse dieses Wort, aber es trifft den Nagel auf den Kopf. Wir müssen geduldig sein und dürfen nicht müde werden, die Botschaft zu wiederholen – dass Frauen nicht weniger wortgewandt, versiert, ehrgeizig oder professionell als Männer sind. Und dass Frauen auch das Recht haben, kämpferisch, wütend, rechthaberisch oder sonst etwas zu sein.

Der Mercedes-Benz CLA (C 118) in Polarweiß steht geparkt auf der portugiesischen Insel Madeira.

Welche Dinge fotografieren Sie am liebsten?

Ich mag Naturfotografie – Tiere und Pflanzen, Landschaften, Sonnenaufgänge – vor allem jedoch, wenn etwas Magisches geschieht, die kurzen Augenblicke, die die Dinge einzigartig machen.

Was waren Ihre Lieblingsmomente auf Madeira?

Die Fahrt durch den nebelverhangenen Wald hinauf auf den Berggipfel über den Wolken, um den Sonnenaufgang zu erleben, war einer dieser magischen Momente auf Madeira. Auch unsere Zeit im Feenwald („Posto Florestal Fanal“) hat mir sehr gefallen – die Wanderung vorbei an all den knorrigen, moosbewucherten Bäumen hatte etwas Magisches.

Nennen Sie 3 Orte, die man in Madeira gesehen haben muss.

Der Feenwald Posto Florestal Fanal.

Der Strand von Ribeira da Janela.

Der Aussichtspunkt Miradouro da Ponta do Rosto.

Reisefotografin Marion Vicenta Payr hält den Schlüssel zum Mercedes-Benz CLA (C 118) in Polarweiß.

Geben Sie 3 Tipps für angehende Fotografen.

Machen Sie Fotos von Ihrer Heimatstadt. Versuchen Sie, neue Perspektiven und Blickwinkel zu entdecken, trainieren Sie Ihre Augen und machen Sie viele, viele Fotos. So habe ich mit dem Fotografieren begonnen. Jahrelang habe ich in jeder freien Minute nur Fotos von meiner Heimatstadt gemacht.

Lernen Sie, das Licht zu sehen. Gehen Sie zu unterschiedlichen Tageszeiten an denselben Ort, um zu lernen, wie das Licht die Landschaft und das Foto verändert. Ich mache das immer noch auf meinen Reisen und besuche Orte mehrmals zu unterschiedlichen Tageszeiten, um zu sehen, wie sie sich verändern.

Nehmen Sie sich Zeit. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Fotos perfekt sind, machen Sie trotzdem weiter. Später werden Sie feststellen, dass es immer Luft nach oben gibt. (Wenn Sie schon einmal vom Dunning-Kruger-Effekt gehört haben, wissen Sie warum.) Gehen Sie noch einen Schritt weiter und lernen und verbessern Sie Ihre Fähigkeiten weiter. YouTube kann dabei helfen, Näheres über Kameraeinstellungen und Bearbeitungstechniken zu erfahren, aber ich würde empfehlen, nicht zu sehr in technische Details zu gehen. Die Kamera ist nur ein Werkzeug – Ihre Augen, Ihre Gefühle und Ihre Betrachtungsweise sind das Wichtigste beim Fotografieren.

Dieses Interview wurde in Zusammenarbeit von Bell Collective und She’s Mercedes durchgeführt.