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Wie reisen wir morgen?

Ein beleuchtetes Autobahnkreuz bei Nacht mit zahlreichen Brücken und Straßen.
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Zwei Expertinnen der Daimler AG, Jana Krägenbring-Noor und Claudia Ansorge-Kneer, über umweltbewusste Formen zukünftiger Mobilität.

Wie schaffen wir es, dem wachsenden Bedürfnis, zu reisen und Handelswaren weltweit mit steigender Tendenz zu transportieren, gerecht zu werden – und gleichzeitig mehr Rücksicht auf die Belange der Umwelt zu nehmen? Die Daimler AG hat sich schon früh verpflichtet, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und sich ihr zu stellen. Doch noch nie hat Nachhaltigkeit die strategische Ausrichtung des Konzerns so vielschichtig beeinflusst wie heute. Den umfassenden Kulturwandel treiben diese beiden Daimler-Mitarbeiterinnen aktiv voran: Claudia Ansorge-Kneer ist an der Entwicklung der Brennstoffzelle beteiligt und Jana Krägenbring-Noor prägt die Perspektive der Unternehmensstrategie in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Frau Krägenbring-Noor, Frau Ansorge-Kneer, wenn Sie in die Zukunft reisen könnten, um die Ergebnisse Ihrer Arbeit zu sehen: Worüber würden Sie sich besonders freuen?

A.-K.: Dass ich einen wesentlichen Teil meines Berufslebens mit etwas richtig Sinnvollem verbracht habe. Und dass ich meinen Kindern sagen kann: „Wir haben an etwas gearbeitet, das das Leben der kommenden Generationen verbessert.“

K.-N.: Ich sehe es ganz genauso: Die Weichen für die Zukunft stellen wir heute. Wir arbeiten daran, dass wir auch in Zukunft in einem Fahrzeug von Mercedes-Benz zuverlässig von A nach B kommen, vielleicht autonom und CO2-neutral, angetrieben von erneuerbaren Energien.

Sie beide prägen im Konzern den Wandel der Mobilität an wichtiger Stelle mit. Was fasziniert Sie persönlich an diesem Thema?

K.-N.: Das Thema Nachhaltigkeit ist hochaktuell und betrifft uns alle. Es bedeutet mir sehr viel, hier persönlich mitzuwirken. Das Gefühl ist einfach schön, selbst etwas bewegen zu können.

A.-K.: Mich interessiert auch in größerem Zusammenhang die Energiewende, die weltweit vorangetrieben wird. Diese im Automobilbereich aktiv mitzugestalten, ist wirklich toll. Einige meiner Kollegen fahren jeden Tag eine lange Strecke zur Arbeit. Sie nehmen viel auf sich, weil sie genau diesen Job machen wollen. Wir machen uns dafür stark, dass die Daimler AG den Weg zum emissionsfreien Fahren gehen kann; mittels der Batterietechnik, aber auch mit der Brennstoffzelle.

Was bringt die Brennstoffzelle?

A.-K.: Wir arbeiten daran, wie wir Brennstoffzellen als Energielieferanten für den Elektromotor entwickeln. Ich bin seit 1998 im Unternehmen und halte die Brennstoffzelle schon lange für eine tolle Antriebsform.

Was sind die Vorteile?

A.-K.: Wasserstoff lässt sich lagern, transportieren und über das Netzwerk der Tankstellen anbieten.

Wie ließe sich das in der Praxis ausnutzen?

A.-K.: Beispielsweise so: Immer mehr Energie wird regenerativ aus Wind und Sonne bereitgestellt. In Extremzeiten produzieren einige Energieanbieter aber Überschüsse, im Moment stellt man dann die Windparks ab. Viel besser wäre es, diese Überschussenergie zu nutzen.

Wie denn?

A.-K.: Für die Brennstoffzelle ergeben sich einige Optionen: Viele Windparks liegen am oder im Meer, da wäre es sinnvoll, mithilfe des überschüssigen Stroms direkt Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten und so die Energie für eine zeitlich spätere Verwendung zu speichern.

Frau Krägenbring-Noor, wie lässt sich Nachhaltigkeit aus Sicht der Konzernstrategie konkret erzählen?

K.-N.: Beispielsweise geht es uns darum, den ökologischen Footprint unserer Fahrzeuge künftig weiter zu verbessern. Das betrifft nicht nur den Ausstoß von Kohlendioxid, sondern auch die Schonung von Ressourcen oder die Verwendung nachhaltiger Materialien. Wir untersuchen das System in seiner Gesamtheit. Wir vergleichen etwa die jeweiligen Ökobilanzen – und das in sämtlichen Bereichen. Das fängt bei der Herstellung der Fahrzeugteile an, geht über die Produktion in unseren Werken und betrifft auch die Nutzung des Fahrzeugs oder das Recycling. Je mehr regenerative Energie und je mehr nachhaltige Materialien wir einsetzen, umso besser der Footprint.

Haben Sie beide den Eindruck, dass die Entwicklung zu mehr Nachhaltigkeit weltweit schnell genug vorangeht?

A.-K.: Das Thema entwickelt schon eine große Geschwindigkeit. Gerade um den elektrischen Antrieb entsteht gerade ein richtiger Hype! In puncto Brennstoffzelle hat die Daimler AG einen Vorsprung, man hat schon in den 90er-Jahren mit dem Thema begonnen, damals noch in Transportern, in denen die Brennstoffzellenantriebe den ganzen Laderaum füllten. Heute passt solch ein Antrieb schon in den GLC oder in die B-Klasse. Wir haben technologisch schon sehr große Fortschritte gemacht und ich wünsche mir einen mutigen Schritt in Richtung höherer Stückzahlen, um den Brennstoffzellenantrieb als Antriebsalternative zu etablieren.

K.-N.: Wenn ich auf meine Kollegen mit unseren Nachhaltigkeitsideen zugehe, stoße ich auf offene Türen. Natürlich gibt es auch Vorbehalte – gekoppelt an eine Menge Fragen –, aber immer spürt man die Motivation, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Allen ist klar: Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, die Transformation des Konzerns in Richtung mehr Nachhaltigkeit aktiv zu gestalten. Diese Aufbruchsstimmung ist überall zu spüren.