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Zeitreise ins Jahr 2038

Eine breite Straße verläuft parallel zu einem großen Park im Vordergrund. Straße und Park werden von Häusern in der Bildmitte gesäumt und von Autos, Radfahrern und Fußgängern bevölkert.
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Prof. Dr. Marianne Reeb entwirft Szenarien, die Daimler-Ingenieure dazu inspirieren, die Stadt von morgen zu gestalten.

Prof. Dr. Marianne Reeb beschreibt eine Zukunft, auf die wir uns alle freuen können. Denn trotz des rasanten technologischen Fortschritts wird der Mensch in der Stadt von morgen die treibende Kraft sein – mehr noch als heute. Die Zukunftsforscherin hat vier Punkte identifiziert, die unsere Vision von der Stadt der Zukunft wahrscheinlich charakterisieren werden: Gesundheit, Bewegung, Mischnutzung und Flexibilität. Folglich wird es zahlreiche Grünflächen und Wasser geben. Die Stadtzentren werden von Autos, Fahrrädern und Fußgängern gleichermaßen beherrscht. Arbeits- und Wohnflächen werden häufig ineinander integriert. In der flexiblen Stadtlandschaft werden Straßen, Fahrrad- und Gehwege ineinander übergehen. Wir stellen uns eine Welt vor, die auf den ersten Blick vertraut wirkt – und doch anders funktionieren wird, dank zunehmender Vernetzung und Sensorik. Ende 2018 gab es etwa 11 Milliarden vernetzte Gegenstände. Diese Zahl wird sich bereits in den nächsten zwei Jahren mehr als verdoppeln. Im Jahr 2038 wird das entscheidende Auswirkungen auf unsere Städte haben, denn Straßen, Gebäude, Fußgänger, Radfahrer, Busse, Bahnen und Autos werden stetig miteinander verbunden sein und wie von unsichtbarer Hand gelenkt im Einklang funktionieren.

Prof. Dr. Marianne Reeb skizziert vier mögliche Szenarien für die Stadt der Zukunft mit einer Vision des Stuttgarter Marienplatzes im Jahr 2038.

Eine Nahansicht der Straße zeigt mehrere futuristische Fahrzeuge, die von rasterförmigen Lichtsignalen auf dem Boden gelenkt werden.

Szenario 1

„Wir gehen davon aus, dass alle Autos in der Stadt der Zukunft autonom fahren werden und mit der Umwelt vernetzt sind. Die Straßen und auch die Gebäude sind mit Sensoren ausgestattet, die ihre Umgebung wahrnehmen. Die Stadt der Zukunft ist ein lernendes System und wird Vorhersagen treffen können. So werden zum Beispiel Lichtsignale auf der Straße Radfahrern den sichersten Weg weisen und autonom fahrende Autos werden durch Lichtsignale mit den anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren. Straßen, Geh- und Radwege werden sich dieselbe Fläche teilen und den städtischen Raum flexibler machen als je zuvor. Wir werden auch unsere autonomen Fahrzeuge flexibler nutzen und selbst entscheiden, ob wir in ihnen arbeiten, Filme schauen oder schlafen möchten. Alleine oder auch in Gruppen genutzt: Autonome Mobilität auf Abruf wird unseren Alltag bestimmen.“

Eine futuristische Hochbahn verläuft zwischen zwei Häuserblöcken auf einen Park zu.

Szenario 2

„In Stuttgart gibt es eine Hochbahn. Dieses alte und beliebte Verkehrsmittel kann keine langen Strecken zurücklegen, gehört aber in der Stadt zur Folklore. Wir greifen diese Hochbahn in unserem Szenario auf und installieren sie umfassender in den Stadtraum. Nahtlose Übergänge zwischen den verschiedenen Mobilitätsformen werden in Zukunft immer wichtiger. Wir glauben nicht, dass sich der Verkehr weiter in die Luft ausbreiten wird, weil mehr Verkehr in der Luft die Lebensqualität aus unserer Sicht nicht verbessert.“

Menschen sitzen und stehen um einen kleinen Teich in einem Park, einige machen Dehnübungen. Im Hintergrund spielen Kinder auf einem Klettergerüst.

Szenario 3

„Wir alle wünschen uns eine grüne und aktive Stadt, die uns die Möglichkeit bietet, uns frei zu bewegen. Verschiedene kleine Serviceroboter werden unterschiedliche Funktionen übernehmen und fester Bestandteil des Stadtbildes sein. Es wird wahrscheinlich auch Roboter geben, die uns unsere Kleidung aus der chemischen Reinigung liefern. Anders als in Science-Fiction-Filmen werden sie in den meisten Fällen allerdings nicht aussehen wie Menschen. Diese technologischen Dienstleistungen tauchen jetzt mehr und mehr in unserem Leben auf. In Kopenhagen gibt es eine App für Radfahrer, die jeweils genau die günstigste Strecke berechnet. Denn Staus für Radfahrer gehören dort und in Amsterdam inzwischen bereits zum Alltag.“

Menschen sitzen auf Stufen in einem Park. Einige lesen, andere gehen umher. Im Hintergrund ist eine Hochbahn-Haltestelle zu sehen.

Szenario 4

„Eine wichtige Aufgabe der Stadt der Zukunft wird es sein, knappen Platz effizient zu nutzen. Außerdem glauben wir, dass die digitale Welt eine Sehnsucht nach haptischen Dingen erzeugt. Zum Beispiel lesen wir immer noch gedruckte Zeitungen. Grundsätzlich wird sich die Entwicklung hin zu mehr Individualisierung noch verstärken. Auch wenn Technologie sich schnell und auf disruptive Weise entwickelt, verändert sich der Mensch nicht im gleichen Tempo. Technologie muss sich unseren Bedürfnissen anpassen und nicht umgekehrt. Denn trotz rasanten Fortschritts ist der Mensch auch in der Stadt der Zukunft die treibende Kraft. Mehr noch als heute wird Technologie speziell auf unsere individuellen Anforderungen zugeschnitten sein.“