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Der bayrische French Touch

Wie man die Frau von heute am besten darstellt? Das zeigt die Fotografin Stephanie Pfaender.

Wer wie Stephanie Pfaender mit französischen Wurzeln in Bayern aufgewachsen ist, bringt wahrscheinlich genau die richtige Mischung aus Flamboyanz und bayrische Bodenständigkeit mit sich, um das Bild moderner Frauen in der Mode zu zeichnen. Seit ein paar Jahren schon hat sich die Wahl-Berlinerin, die mittlerweile für das ZEIT Magazin oder die Interview arbeitet, zu einer Art Meisterin der weiblichen Mode-Momentaufnahmen entwickelt.

Fotografin Stephanie Pfaender im Selbstportrait

Begonnen hat für die gelernte Grafik-Designerin eigentlich alles mit einem persönlichen Foto-Diary, das sie gemeinsam mit der Fotografin Jessica Barthel startete. Kurz nachdem sich die beiden über Freunde in Berlin kennenlernten und anfreundeten, zog Jessica nach New York. Am Alltag der Anderen wollten beide, trotz der großen Entfernung, weiter teilhaben. So dokumentieren sie ihr Leben in New York und Berlin in Bildern. Das Online-Projekt gibt es mittlerweile nicht mehr, aber der Einfluss dieses bildlichen Austauschs wirkt bis heute nach.

Vielleicht ist es diese Intimität des Persönlichen, die weder aufdringlich noch inszeniert wirkt, die Pfaender ihre fotografische Sensibilität gelehrt hat und durch die ihre Bilderstrecken stets wie ein dichtes Storyboard des Lebens wirken. „Mir ist es wichtig einen besonderen Moment einzufangen, ob es nun nur ein Schnappschuss ist oder ein Bild, das durch eine Produktion entstanden ist. Die Energie der Situation, die Spontaneität möchte ich mir in meinen Bildern erhalten“, erklärt Pfaender ihre Arbeiten. Deshalb wirken selbst konzeptionelle Modefotografien bei ihr nie statisch, sondern immer wie in Bewegung. Sie selbst nennt dieser Herangehensweise an ihr Motiv schlicht: Mode-Dokumentarfotografie.

Oder anders gesagt: Pfaender arbeitet trotz Konzept mit Gefühl. Und sucht dabei immer nach Schönheit und Authentizität, nie aber nach krasser Realität. So entstehen bei ihr farbintensive und aussagekräftige Zusammenhänge: Durch eine persönliche Perspektive und außergewöhnliche Ausschnitte verleiht Pfaender den Dingen und Protagonisten, die sie begleiten, eine geradezu glamouröse Würde und Anmutung.

Es ist nicht verwunderlich, dass sie dabei vor allem Frauen portraitiert. Diese haben „in meinen Augen einen ambivalenten Charakter. Auf der einen Seite sind sie verletzlich und zart und gleichzeitig heldenhaft stark und unnahbar. Das interessiert mich“, erklärt Pfaender. „Eine natürliche Eleganz die Frauen innewohnt und nie aufgesetzt wirkt.“ Und die sie in ihren Bildern echt und wunderbar erscheinen lässt. Wahrscheinlich weil sie eben jenen Frauen besonders viel Platz zur freien Entfaltung einräumt und obendrein über diesen ganz besonderen Blick für ihre Formen verfügt. „Ich finde den weiblichen Körper sehr ästhetisch. Ich fotografiere gerne Aktporträts. Wenn ich jemanden mit Respekt vor seiner Nacktheit fotografiere, dann ist das eine Möglichkeit, etwas Wesentliches der Person zu erfassen“, erzählt sie.

Und so vermitteln ihre Protagonistinnen, ob im persönlichen Porträt oder in der modischen Auftragsarbeit, Selbstbestimmung, Intuition, Mut und Leidenschaft. Sie wirken sinnlich, aber stark zugleich. So mühelos Eindruck machend, unaufgeregt feminin, wie nebenbei sexy, versehentlich glamourös – das man es eigentlich nur mit einem Wort der Halbfranzösin Stephanie Pfaender beschreiben kann: nonchalant.