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Georgiens geheime Kulturbotschafterin

Sofia Tchkonia vor einem Mercedes-Benz S 500 4MATIC in Tiflis.
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Sofia Tchkonia verleiht Patriotismus einen neuen Chic.

Nicht zuletzt dank des kometenhaften Aufstiegs von Demna Gvasalia, dem neuen Creative Director der Marke Balenciaga, und dem inzwischen in London ansässigen David Koma, seit 2013 als Artistic Director bei Thierry Mugler, machte sich Georgien in den letzten Jahren in der internationalen Modebranche einen Namen. Wie aus dem Nichts begannen Modeexperten weltweit, die ehemals sowjetische Republik am Schwarzen Meer nach dem nächsten großen Talent zu durchforsten. Modemagazine wie die Vogue, Elle und New York Times T Magazine schickten Redakteure in die georgische Hauptstadt Tiflis, um über diesen neuen kreativen Hotspot zu berichten.

Und hier kommt Sofia Tchkonia ins Spiel. Als gebürtige Georgierin mit einer weltoffenen Einstellung und der Weltgewandtheit einer echten Kosmopolitin könnte man sie durchaus als die treibende Kraft hinter dem andauernden Ruhm, den der kleine Staat seit Jahren erfährt, bezeichnen. Wir trafen die faszinierende Gründerin und Creative Director der Mercedes-Benz Fashion Week Georgien auf eine Spritztour im Mercedes-Benz S 500 4MATIC durch die malerische Altstadt von Tiflis. Auf der Fahrt vorbei an bildschönen historischen Gebäuden sprachen wir mit Tchkonia über ihre anspruchsvollen Aufgaben hinter den Kulissen der Szene und ihren Wunsch, den Ruf Georgiens als internationales Zentrum für Design und Kreativität zu stärken.

S 500 4MATIC: Kraftstoffverbrauch kombiniert: 9,3–8,7 l/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 216–202 g/km*

Sofia Tchkonia fährt einen Mercedes-Benz S 500 4MATIC.

Was zeichnet die derzeitige Design- und Kulturszene in Georgien aus?

Momentan passieren viele tolle Dinge. Die Anzahl talentierter Designer steigt und zwar nicht nur im Bereich Mode, sondern auch in den Bereichen Inneneinrichtung und Möbeldesign, Schmuck und noch vieles mehr. Neben der Fashion Week haben wir hier in Georgien viele weitere kulturelle Events, Ausstellungen und Festivals.

Durch welche Elemente heben sich kreative Köpfe aus Georgien von der internationalen Branche ab?

Ob das nun gut oder schlecht ist, ist schwer zu sagen, aber Fakt ist: Kreative Menschen aus Georgien sind noch nicht vom Marketing verdorben. Darum denken sie viel mehr über den kreativen Prozess selbst nach, statt sich vom geschäftlichen Aspekt ablenken zu lassen.

Sie sind Gründerin und Creative Director der Mercedes-Benz Fashion Week Georgien. Welche Aufgaben bringt diese Position mit sich?

Nach dem Event ist vor dem Event – sobald wir ein Projekt abgeschlossen haben, beginnen wir mit der Planung der nächsten Fashion Week. Ich lade Gäste ein, arbeite mit den Designern zusammen und setze mich mit potenziellen Sponsoren und der Regierung auseinander. Es gibt stets eine Menge zu erledigen.

Was sind die größten Herausforderungen, denen Sie sich während der Planung und Gründung der Mercedes-Benz Fashion Week Georgien stellen mussten?

Es ist sehr anspruchsvoll, die talentiertesten Designer ausfindig zu machen und mit den stetigen Veränderungen, die wir jede Saison erleben, mitzuhalten.

Kreative Menschen aus Georgien sind noch nicht vom Marketing verdorben. Sofia Tchkonia

War es schon immer Ihr Traum, in der Modebranche tätig zu sein? Wie kam es dazu, dass Sie diese Laufbahn eingeschlagen haben?

Ursprünglich wollte ich eigentlich Regisseurin werden. Ich kann nicht genau sagen, wie es dazu kam, dass ich jetzt in der Modebranche arbeite, aber Mode und Kino sind die zwei Dinge, die ich am meisten liebe. Ich organisiere nun schon seit sieben Jahren internationale Wettbewerbe im Bereich Modedesign. Gewinnen können herausragende Teilnehmer beispielsweise Stipendien oder finanzielle Unterstützung für ihre Kollektionen. Gleichzeitig stehen die Designer natürlich im Rampenlicht und können Kontakte knüpfen, über die sie später Praktika oder feste Stellen finden können. Ich stellte fest, dass wir eine professionelle Fashion Week brauchen, denn ich habe gespürt, dass wir dafür bereit sind. Wir haben in Georgien viele talentierte Designer, die dem internationalen Markt in nichts nachstehen. Das Ganze ist auch eine perfekte Gelegenheit, das Land selbst durch seine Kunst und seine Mode zu bewerben.

Sofia Tchkonia sieht auf ihr Handy.

Spielte die Unterstützung der Kunst für Sie als gebürtige Georgierin und in Ihrer Familie eine große Rolle?

Meine Familie hat sich stets aktiv für die kulturelle Szene Georgiens engagiert, beispielsweise als Sponsoren oder durch die Organisation von Events in den Bereichen Theater, Kunst, Mode und mehr. Sie haben viele unterschiedliche Projekte unterstützt, die für die kulturelle Szene und die Bildung unseres Landes unheimlich wichtig waren. Mein Vater brachte 1993, gleich nachdem die ehemalige Sowjetunion zusammenbrach, große amerikanische Marken nach Georgien. Meine Mutter rief eine Wohltätigkeitsstiftung ins Leben und organisierte Design-Wettbewerbe für junge Modedesigner. Meine Eltern haben mich immer motiviert weiterzumachen und haben mich bei meiner Arbeit stets unterstützt. Ich habe bereits mit 18 begonnen zu arbeiten und war seitdem in vielen verschiedenen Bereichen tätig. Ich denke, es ist vor allem meine Leidenschaft für das, was ich tue, die mich vorantreibt und mir geholfen hat, dahin zu kommen, wo ich heute bin. Gleichzeitig versuche ich stets, mich zu verbessern.

Sofia Tchkonia in einem Mercedes-Benz S 500 4MATIC.

Würden Sie sich selbst im Rahmen Ihrer Arbeit als Patriotin und kulturelle Botschafterin bezeichnen?

Vielleicht. Ich finde Kultur, Kunst und Mode sind unheimlich repräsentativ für ein Land. Mein Ziel ist ist es, das Ansehen meines Landes zu verbessern.

Mein Ziel ist ist es, das Ansehen meines Landes zu verbessern. Sofia Tchkonia

Der Wettbewerb, von dem Sie eben sprachen, ist der BE NEXT International Fashion Design Contest. Was genau ist der Zweck dieses Events?

Einmal jährlich kommen hier kreative Menschen aus der ganzen Welt zusammen. Es geht darum, junge Designer zu versammeln und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Talent und ihre Kreationen vor einer Jury aus internationalen Experten und Fachleuten unter Beweis zu stellen. Das Event gibt es nun bereits seit zehn Jahren. Die Preise reichen von finanzieller Unterstützung über Praktika, internationale Studienplätze und Teilnahme an der Fashion Week bis hin zur Teilnahme an bedeutenden Messen und Showrooms, PR- und Verkaufs-Unterstützung und vielem mehr.

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Zweimal im Jahr organisieren Sie darüber hinaus ARTGeorgia, einen Kunst- und Design-Salon in Paris. Welches Vorhaben verfolgen Sie hier?

ARTGeorgia ist ein Ort, an dem sich Mode und Kunst vereinen. Kreative Menschen aus der ganzen Welt aus den Bereichen Kunst, Mode oder Fotografie können hier ihre Werke und ihre Ideen in einer entspannten Atmosphäre präsentieren. Das Publikum setzt sich zusammen aus Modeexperten, Einkäufern, ausgewählten VIPs, Prominenten, Journalisten, Stylisten, Vertretern von Zeitschriften sowie Mode- und Kunstfachleuten. Unsere Mission ist es, die Künstler zu unterstützen und ihre Arbeit ins Rampenlicht zu rücken. Wir wollen eine Brücke zwischen kreativen Menschen und Fachleuten aus aller Welt bauen.

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Wo kann man zeitgenössische Kultur und Design aus Georgien am besten erleben?

Um das wahre Georgien zu erleben, empfehle ich, die schmalen Gassen der Altstadt Tiflis zu erkunden. Besonders die Staats-Galerie und das staatliche Museum sind einen Besuch wert. Auch sehr empfehlenswert sind das Theater- und Film-Museum sowie die Lado Gudiashvili Galerie. Wer sich für authentische georgische Küche interessiert, sollte dem Café Gabriadze oder Keto & Kote einen Besuch abstatten. Rooms Hotel ist eine georgische Marke und für viele Georgier und internationale Besucher ein populärer Treffpunkt in Tiflis.

Welche Dinge machen Georgien in Ihren Augen einzigartig?

Da ich hier geboren wurde, ist dies schwer für mich zu sagen. Für mich ist das Land als Ganzes einzigartig. Die Kultur, die Mode und Kunst, die Hauptstadt Tiflis, die Natur – das sind alles Dinge, die ich an Georgien liebe.

Sofia Tchkonia in einem Mercedes-Benz S 500 4MATIC.

Welche Projekte stehen bei Ihnen als Nächstes auf der Tagesordnung?

Mein nächstes Projekt wird die anstehende Fashion Week, danach folgen verschiedene Projekte in Paris, Mailand und London. Es passieren momentan sehr viele Dinge, was unheimlich spannend für mich ist.

Vielen Dank für das Interview!