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Tagträume als Fotomotiv

Joan As Policewoman von Samantha Casolari

Samantha Casolaris aufrüttelnde und jenseitig anmutende Bilder finden sich auf den Seiten von GQ, AnOther Magazine, New Yorker, Dossier Journal und T Magazine. Die gebürtige Italienerin lebt und arbeitet mittlerweile in New York, das ihre Fantasie beständig mit seiner unablässigen Energie schürt.

Ihre Arbeiten sind so verträumt. Inspiriert Sie das Ätherische?

Ja. Ich werde vor allem von Tagträumen inspiriert. Sich selbst in Gedanken zu verlieren, den Strom des Bewusstseins anderer Menschen zu spüren. Ich lasse mich durch unvollendete Dinge, stimmungsvolle Themen, Emotionen und spannende Anregungen inspirieren. Abstraktes zieht mich grundsätzlich an und inspiriert mich.

Ich lasse mich durch unvollendete Dinge, stimmungsvolle Themen, Emotionen und spannende Anregungen inspirieren.

Samantha Casolari

Gibt es ein bevorzugtes Thema, wenn Sie fotografieren?

Nicht wirklich. Ich fotografiere gerne Menschen, besonders Portraits. Gleichzeitig fürchte ich mich etwas davor, da es ein intimer Vorgang ist, ein Bild von jemandem zu machen. Man dringt in die Privatsphäre einer Person ein. Meistens ist diese Person ein Fremder mit seinen eigenen Grenzen, die man als Fotograf überwinden muss, wenn das Portrait authentisch werden soll. Man muss unglaublich vorsichtig und sensibel dabei vorgehen.

Sie haben einige Zeit in Paris gelebt. Wie ist es im Vergleich dazu, in Brooklyn zu leben und zu arbeiten? Welche Stadt ist für Sie inspirierender?

Meine Erfahrung in Paris war das exakte Gegenteil von der, die ich in New York habe. Ich versuche, mich daran zu erinnern: Paris war echt hart für mich und sehr schwierig. Ich war meistens allein. Das war eine sehr introvertierte Erfahrung. Das heißt nicht automatisch, dass es eine schlechte Erfahrung war, da ich gezwungen war, mich selbst zu entdecken. Ich studierte, las und lief endlos lange umher und beobachtete die ganze Zeit. Dort habe ich begonnen, Bilder zu machen. New York ist das Gegenteil. Die Leute, die verrückte Energie, die ständige Bewegung und die endlosen Möglichkeiten, die sich vor dir auftun. New York zwang mich, mich zu öffnen und mit meiner Umgebung zu interagieren.

samanthacasolari@amelianna70

Haben Sie eine Möglichkeit gefunden, Ihr Studium der politischen Wissenschaften und Ihre Liebe zur Fotografie zu verbinden?

Als ich mich vor ein paar Jahren ganz der Fotografie widmete, waren meine Schwerpunkte Reportagen und Geschichten über Leute – Dinge, die dem ganz nahe sind, was ich studiert habe. Ich habe meinen Blickwinkel und meine Interessen jetzt erweitert. Meine Fotografie ist kreativer und experimenteller geworden. Experimentelle Techniken sind bei Reportagen etwas schwieriger anzuwenden, aber ich möchte in Zukunft mehr solcher Geschichten machen.

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