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Furchtlose Mode

Ein Model, das von den Schienbeinen aus nach unten fotografiert wurde, steht auf einem blauen Teppichboden. Das Model trägt braune Lederschuhe und eine verspielte Hose, die über und über mit langen goldenen Bändern bestückt ist.
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Alles ist möglich: Die 34. Ausgabe des Hyères Fashion Festival ist eine Hommage an die radikale Mode junger Designer.

Spricht man mit Yana Monk, gewinnt man den Eindruck, dass sie jeden Moment einen Rucksack nehmen und auf eine Wanderung in die Wälder gehen oder einen Berg besteigen könnte. Ihr lässiger Kleidungsstil und das zurückgebundene Haar lassen nicht sofort darauf schließen, dass die Frau, die vor einem steht, ihre Kollektion bei einem der international wichtigsten Fashion Festivals für Nachwuchstalente der Designwelt präsentieren wird. Zum Glück hat sich die Modewelt vieler der sich um sie rankenden Klischees entledigt und ist so vielfältig und lebendig wie seit langem nicht mehr. Und Monks Look ist noch angebrachter, wenn man bedenkt, wo sie ihre Inspiration fand: Auf einer Expedition in der Arktis traf Monk auf Nomaden, die bei Bedarf nur ein paar Minuten brauchten, um ihre Habseligkeiten zusammenzupacken und weiterzuziehen.

„Im Vergleich zu unserer Lebensweise als Städter wirkte dies wie ein wegweisendes Konzept“, erklärt sie einer illustren Runde von Preisrichtern beim Festival in Hyères. Sie ist eine der 10 Finalisten, die ihre Kollektion präsentieren dürfen. Monks Designs sind gekennzeichnet durch Materialien, die in arktischen Farbtönen schimmern, und durch Kapuzen und auffällige Schulterpolster als Schutz gegen Wind, Regen und Kälte. Funktionale Outdoor-Kleidung und Haute Couture zugleich. Monk sieht in Anpassung die Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft.

Einmal im Jahr wird die Villa Noailles in Hyères zum Tummelplatz für Modefreaks. Das von Mercedes-Benz gesponserte Mode- und Fotografie-Festival ist eine der renommiertesten Plattformen für aufstrebende Talente, die auf ihren Durchbruch in der Szene hoffen. Hier, an der französischen Riviera, saugt die Pariser Modeelite den radikalen Geist junger Designer auf und legt den Grundstein für künftige Partnerschaften.

Das Hyères Festival dient schon seit 34 Jahren als Wetterfahne für die sich verändernden Richtungen der Modewelt. Die Finalisten präsentieren ihre Kreationen den Mitgliedern einer Jury unter dem Vorsitz der Chefdesignerin des Modehauses Chloé, Natascha Ramsay-Levi. Das Festival steht auch für Empowerment von Frauen, was sich im Wettbewerb um die originellsten Accessoires zeigt. Eines dieser Accessoires – die Umhänge-Brusttasche der belgischen Designerin Sarah Levy – bietet Platz für Geldbörsen, Smartphones und Schlüssel.

Ein Model, das eine weiße Bluse und eine Brusttasche aus schwarzem Leder trägt. Sie öffnet die Tasche, um ihre Funktionen zu zeigen.

Milla Lintilä aus Helsinki folgt mit ihrer Kollektion, die das Thema der Geschlechterdiversität aufgreift, einem ähnlichen Ansatz. Accessoires sind das tägliche Brot der großen Modehäuser. In Zukunft, sagt sie, werden Frauen aber nicht mehr darauf festgelegt werden. Stattdessen zelebriert Lintilä Schlichtheit mit fließenden Hosen, Röcken und Tops. Die Designerin glaubt, dass viele ihrer Designs genauso gut von Männern getragen werden könnten, auch wenn ihre Teile von Frauen vorgeführt werden. Tatsächlich verschwimmen die Grenzlinien zwischen geschlechterspezifischen Zuordnungen immer mehr. Alles ist möglich. Die Mode, die wir tragen, wird die Mode sein, die wir tragen wollen.