Leider unterstützt ihre aktuelle Browser-Version nicht alle Technologien dieser Webseite.

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um die Webseite korrekt darstellen und alle Funktionen nutzen zu können.

Jennifer Rubell: Die konzeptionelle Küche

Die klassisch ausgebildete Chefköchin, Gastro-Autorin und Künstlerin spricht über ihr Leben, das von der Liebe zum Essen und von den kreativen Wechselwirkungen geprägt ist, die daraus entstehen.

Nach ihrem Ivy-League-Studium an der Harvard University entschied sich Jennifer Rubell für eine Gourmet-Laufbahn und ließ sich am Culinary Institute of America zur Küchenchefin ausbilden. 'Ich wollte eigentlich gar nicht in die Riege der Küchenmeister aufsteigen“, so Rubell. 'Ich wollte einfach nur wissen, wie eine Kuh geschlachtet oder eine anständige Sauce Hollandaise zubereitet wird. Mir ist es sehr wichtig, die Lebensmittel bis ins Detail zu kennen, um sie auf jede nur denkbare Art und Weise zu verstehen – intellektuell, konzeptionell, aber auch physisch.” Anstatt nach der Ausbildung ihr Wissen praktisch anzuwenden, begann Jennifer Rubell über Essen zu schreiben. Insgesamt 15 Jahre lang verfasste sie Kolumnen für den Miami Herald und das Domino Magazine bis sie schließlich die Kunst für sich entdeckte. „Mein Interesse galt dem Essen und der Kunst“, erinnert sie sich. „Leider gibt es in der Restaurantwelt nicht die Möglichkeit, sich auf einer so konzeptionellen Ebene, wie ich das will, mit dem Thema Essen auseinanderzusetzen. Erst die Beschäftigung mit den Konzeptkünstlern früherer Jahrzehnte wie Rirkrit Tiravanija, Felix Gonzales-Torres und Gordon Matta-Clark hat mir hier einen Weg aufgezeigt.” Typisch für Rubells Installationen sind die zumeist großen Dimensionen, die ausgeprägte Sinnlichkeit und die Tendenz, Lebensmittel medial einzusetzen. Da hängen honigtropfende Bänder mit einem Gewicht von einer Tonne von der Decke herab, 2000 hartgekochte Eier, neben ihnen ein Berg von Einmalhandschuhen, warten auf hungrige Esser, 1521 Doughnuts baumeln an einer freistehenden Wand oder ein ganz Raum ist mit 1800 pinkfarbenen Zuckerwattetüten gepflastert. Mit ihren essbaren Installationen verwischt Rubell bewusst die Grenzen zwischen Ausstellungsbesucher und Ausstellungsgegenstand und ermöglicht so ein sinnliches Kunsterlebnis weitab des üblichen Museumsbesuchs.

jenniferrubell Still from my film for London show in September

Seit 2001 veranstaltet Jennifer Rubell im Rahmen der Art Basel Miami Beach das legendäre Frühstück im Hof der Rubell Family Collection in Miami. Beim diesjährigen Event unter dem Namen Incubation, erforschte sie den künstlerischen Schöpfungsakt im Kontext von Essen, Kunst und Natur.

Die Künstlerin und Köchin spricht über ein Leben geprägt von Liebe und Essen und den kreativen Beziehungen die daraus hervorgingen.