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Lisa Fischer: Legendäre Backup-Sängerin

Die legendäre Vokalistin und Backup-Sängerin Lisa Fischer nimmt sich etwas Zeit, um über ihre Arbeit mit Mick Jagger zu sprechen, über was sie gerade hört und wie es sich anfühlt, knapp hinter dem Rampenlicht zu stehen.

Die bemerkenswerten stimmlichen Fähigkeiten von Lisa Fischer wurden schnell erkannt. Sie trat mit den R&B-Legenden Luther Vandross und Tina Turner auf und erhielt 1991 einen Grammy Award für ihren Song 'How Can I Ease the Pain'. Lisa Fischer tourte mit den Rolling Stones, sang Duette mit Mick Jagger und ging 2013 mit der Industrial Rock Band Nine Inch Nails auf internationale Tour. Vor kurzem wurde sie in Harvey Weinsteins Dokumentation '20 Feet from Stardom' (2013) vorgestellt, einem Einblick in das Leben von Backup-Sängern. Jetzt scheint es, dass sie selbst ein Star wird.

Über 25 Jahre mit den Rolling Stones! Können Sie Ihre erste Begegnung oder Ihren ersten gemeinsamen Auftritt beschreiben?

Ich tourte mit Mick auf seiner Solo-Tour 1988 und kam dadurch dazu, die Rolling Stones 1989 auf ihrer Steel Wheels Tour zu begleiten. Ich traf Mick, Ronnie und Keith irgendwo in einem Aufnahmestudio, vielleicht in London? Bernard Fowler und ich umarmten Mick, dann stellte mich Mick Ronnie und Keith vor. Bernard kannten sie bereits. Ronnie zeichnete und kritzelte gerade etwas auf ein mit Leinwand bespanntes Brett. Zwischendurch lächelte er und grüßte mich. Ich erinnere mich, dass Keith mir etwas sagte, aber ich schwöre bei meinem Leben, dass ich es nicht verstand. Keith hatte die freundlichsten Augen und ein süßes, scheues Lächeln. Und seine Stimme klang wie tiefes Schnurren. Als Bernard und ich zwei Sekunden alleine waren, fragte ich ihn: 'Was hat Keith gesagt?' Bernard lächelte und sagte: 'Im Grunde sagte er, er sei glücklich dich zu treffen.' Ich fragte Bernard, wie er darauf gekommen sei. Bernard sagte: 'Du musst lernen, ihn zu fühlen.' Das war dieser Moment, an dem ich mich in das Wesen von Keith verliebte. Seine Augen und sein Lächeln sagten mir alles, was ich wissen musste. Ich nannte ihn mein Krümelmonster. Dieses tiefe Knurren…so cool!

Wie haben Sie als Sängerin angefangen?

Meine erste Tour als Background-Sängerin begann mit dem Blättern in zwei Musikfachzeitschriften: Backstage und Showtime. Es wurde ein Vorsingen für eine Gruppe namens The Crystals angekündigt. Ich ging dorthin und traf Dolores 'Dee Dee' Kenniebrew. Sie war freundlich und geduldig mit mir, obwohl ich um alles in der Welt nicht tanzen konnte. Sie hat sich damit abgefunden, dass ich ein bisschen seltsam war und auf der Bühne immer auf meine Füße schaute. Und sie hat mich fast drei Jahre lang behutsam für ihre Bühnenshow bereit gemacht.

Sie sind in dem Film 20 Feet from Stardom der Weinstein Company. Wie war diese Erfahrung für Sie?

Surreal. Ich traf mich mit dem Produzenten Gil Friesen im Juli 2010 im Marc Hotel in New York. Wir sprachen über die Show 'On a Winter's Night', bei der ich kurz zuvor mit Sting auf der Bühne stand. Gil sagte, er habe das Konzert genossen und würde Sting verehren, sei aber auch fasziniert von den Background-Sängern gewesen und wolle etwas über unser Leben erfahren. Er fragte, was ich von der Idee einer Dokumentation über Background-Sänger halten würde. Wir blieben in Kontakt. Ich fühlte mich vom ersten Moment an sehr mit ihm verbunden. Gil stellte mich dem Regisseur Morgan Neville vor. Es folgten Interviews zwischen Touren und dem täglichen Stress. Gil hatte gesundheitliche Probleme und starb am 13. Dezember 2012. Ich war schockiert. Gil war voller Lebensfreude... Ich fühlte, dass mit ihm viel Liebens- und Erfahrenswertes verloren war. Morgan wollte, dass ich die Dokumentation das erste Mal zusammen mit dem Publikum beim Sundance Film Festival sehe, statt zuhause zu sitzen und beim Anschauen alleine damit zurechtkommen zu müssen. Morgan hielt die ganze Zeit meine Hand! Menschen sind oft so sehr mit ihrem Leben beschäftigt, dass sie sich keine Zeit nehmen, auf sich selbst zu achten. Es war sehr ungewöhnlich, mich durch die Augen von Morgan auf der Leinwand zu sehen. Ich bin Gil und Morgan für dieses wunderschöne Geschenk sehr dankbar.

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Was hören Sie gerade?

“Dark Water” von Peter Levitov, “Sun Moon Child” von Imani Uzuri und “I Heard An Angel Singing” von Martha Redbone.

Wie bereiten Sie sich auf einen wichtigen Auftritt vor?

Ich gehe in den Einsiedler-Modus. Ich brauche viel Ruhe und Frieden, damit ich mich konzentrieren kann. Ich höre und höre und höre.

Es ist ein aufregendes neues Kapitel für eine Künstlerin, die früh Erfolg hatte, aber die Fallstricke für Prominente vermied, um jede Nacht einfach nur ehrliche Musik zu machen und damit zufrieden zu sein.

Broadway World

Wen halten Sie für Ihren Mentor und warum?

Luther Vandross! Er sah mich so, wie ich mich selbst nicht sehen konnte. Er brachte mich dazu, mich nicht mehr wie ein Sandkorn zu fühlen, sondern wie ein Diamant.

Was war eines der unerwartetsten Dinge, die Ihnen auf der Bühne begegnet sind?

Menschen, die Gegenstände auf die Bühne warfen – sehr gefährlich. Seit diesem Interview im Jahr 2013 war Lisa Fischer mit ihrer Band Grand Baton in den USA und Kanada unterwegs, spielte in Clubs, auf Festivals und großen Bühnen und bekam gute Kritiken. Sie erhielt ihren zweiten Grammy für ihre Rolle in dem Film 'Twenty Feet From Stardom', der auch den Oscar für die beste Dokumentation gewann.