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Was würde mein BH sagen, wenn er sprechen könnte?

Annabelle Dexter-Jones und ein Mercedes-Benz W 113
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Regisseurin Alexa Karolinski setzt sich humorvoll mit der Frage auseinander, welche Rolle „Wearable”-Design in unserer Zukunft spielen kann.

Ob Smartwatch oder Fitnesstracker – für die meisten von uns sind diese neuen Gadgets nette Spielereien, aber können sie unser Leben wirklich verbessern? Wo liegt das echte Potenzial solcher „Wearables“ für unseren (sozialen) Austausch und Alltag? Eine spannende Frage, der unser Kurzfilm „Alter Ego“ auf den Grund geht. Das Video dokumentiert einen Tag im Leben von Annabelle, einer jungen, etwas verloren wirkenden Vertreterin der Millennial-Generation. Vor ihrer Tür findet sie ein mysteriöses Paket. Der Inhalt? Ein „magischer“ sprechender BH mit eigenem Charakter – der sogar mehr über Annabelle, ihren Körper und ihre Gefühle zu wissen scheint als die Trägerin selbst. Doch als sie später eine wunderbare alte Lady trifft, kommt ihr diese seltsam bekannt vor …

Ein sprechender BH? Laut Prof. Sabine Seymour kein Hirngespinst.

Die futuristische Story des Films hat einen handfesten Hintergrund – und ein inspirierendes Vorbild. Die New Yorker Professorin, Wissenschaftlerin und Unternehmensgründerin Sabine Seymour erforscht praxisnah die Schnittstelle von Mode und Technik. Ihr aktuelles Start-up SUPA.ai verwandelt Wearables in unsichtbare „Disappearables“, die mit eingewebten Sensoren wichtige körperbezogene Messergebnisse sammeln und diese Daten interpretieren.

Annabelle Dexter-Jones hält den SUPA.ai-BH in der Hand

Seymours Debütprodukt, der im Video gezeigte BH, misst nicht nur Aspekte wie unsere Herzfrequenz, sondern vernetzt diese Messwerte intelligent mit anderen Faktoren. Kleidungsstücke, die Bewegung, wie zum Beispiel Gesten, als Kommunikation erkennen und interpretieren können, sind Teil ihrer Vision. Und auch wenn wir einen BH, der seine Trägerin „kennt“, „versteht“ und mit wertvollen Tipps versorgt, vielleicht eher im Science-Fiction-Genre verorten würden, ist dieses Szenario gar nicht so abwegig, wie die Professorin versichert – die bereits an der weiteren Perfektionierung unserer zukünftigen „Alter Egos“ arbeitet.

Mehr über Sabine Seymour und ihre Forschung zwischen New York City und NASA-Stippvisiten erfahren Sie im zweiten Teil unserer Story.

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Regisseurin Alexa Karolinski mit Hund

Künstlerische Visionen zwischen Berlin und L.A.: die Regisseurin Alexa Karolinski.

Alexa Karolinskis fantasievolle Fashion-Filme für Avantgarde-Label wie Eckhaus Latta, Maryam Nassir Zadeh oder Uslu Airlines, aber auch die sensible Doku Oma und Bella zeigen das breite kreative Spektrum, das sie in ihren Arbeiten abdeckt.

Was hat dich an dem Thema des Videos fasziniert?

Ich fand es spannend, wie Menschen, die (wie Sabine Seymour) im Feld der Wearable Technology arbeiten, die Welt anders sehen als der Rest von uns. Sie sehen überall Potenzial, Dinge zu verbessern. Außerdem war es großartig, mit einer Frau wie Joyce Carpati zu arbeiten, die so viel Lebenserfahrung hat. Wir erzählen ein modernes Märchen und hören auf eine Stimme, die so viel mehr gesehen und erlebt hat als wir. Das verbindet die Vergangenheit mit der Zukunft.

Wie hast du das Drehbuch entwickelt?

Ich habe mit der talentierten Autorin Emily Rappaport aus Los Angeles gearbeitet, von der ich sicher bin, dass sie bald ihre eigene TV-Serie bekommt. Wir haben eine ganz ähnliche Ästhetik und haben uns gut ergänzt.

Was soll beim Zuschauer hängen bleiben?

Ich glaube, dass es wichtig ist, auch mal zuzuhören und sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen und nicht nur in seiner eigenen Blase zu leben. Und von den Joyce Carpatis dieser Welt und ihrer Erfahrung zu lernen. Als kleine Info: Annabelle Dexter-Jones’ Film „Cecile on the Phone“ läuft nächstes Jahr beim Sundance Festival und ich bin sehr froh, die Gelegenheit bekommen zu haben, mit ihr und dem Rest des Teams arbeiten zu dürfen.