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Folge 8

So gelingt ein neues Leben in einer fremden Kultur

Antje Pfahl in Neu-Delhi
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Kommunikationsberaterin Antje Pfahl gibt Tipps für den Neustart in einer fremden Kultur.

Die Berlinerin Antje Pfahl hatte vier Jahre lang einen Job in der PR-Branche, den sie auch im Nachhinein noch als „fantastisch“ bezeichnet. Dennoch kam der Tag, an dem sie ein One-Way-Ticket nach Neu-Delhi buchte. Ihr Ziel: sich in Indien eine neue Karriere aufbauen und das Leben führen, von dem sie immer geträumt hat. Die kulturellen Unterschiede zwischen ihrer alten und neuen Heimat sind riesig, entsprechend war die Gewöhnungsphase nach ihrem radikalen Ortswechsel nicht frei von Schwierigkeiten. Doch sie zahlten sich aus. Heute führt Pfahl von ihrer Wohnung aus ihr eigenes Unternehmen, hat sich ein soziales Netz und einen geliebten Freundeskreis aufgebaut, der sie auf ihrem Weg unterstützt – sie ist angekommen. Im Gespräch mit She’s Mercedes erzählt sie von ihren Erfahrungen und verrät, wie es gelingt, sich in einer völlig fremden Kultur beruflich und privat zu etablieren.

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Trauen Sie Ihren Instinkten

„Ich hatte immer das Gefühl, dass da draußen noch mehr sein muss“, erinnert sich Pfahl. In dem Bewusstsein, dass Abenteuer nicht einfach auf uns zukommen, sondern dass man sie herbeiführen muss, war es für sie selbstverständlich, ihrem Impuls zu folgen und den Schritt zu gehen. Und ihr heutiger Erfolg bestätigt, dass es der richtige war.

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Seien Sie bereit, ganz von vorne anzufangen

Ihre Berufserfahrung in Deutschland hatte der Kommunikationsexpertin dabei geholfen, einen Fuß in die Tür zu bekommen – Einstellungsgespräche scheiterten jedoch meist an ihrer fehlenden Kenntnis der indischen Arbeitswelt. „Es fühlte sich ungerecht an und hat mir sehr viel Selbstmotivation abverlangt, diese Situation zu meistern. Vor allem war es schwer, mir gute berufliche Kontakte aufzubauen, wie ich sie in Deutschland hatte.“ In dieser Zeit hat Pfahl vor allem gelernt, hartnäckig zu sein und niemals aufzugeben. So ist es ihr schließlich gelungen, sich wieder hochzuarbeiten.

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Lassen Sie sich auf die fremde Kultur ein

Anders, als sie es von der durchstrukturierten Arbeitsweise in Deutschland gewöhnt war, liefen die Dinge plötzlich nur noch selten wie geplant. „In Indien ist es sinnvoll, immer einen Spielraum für Verzögerungen und Diskussionen einzuplanen. Hier herrschen andere Wertvorstellungen und man sollte niemals die bürokratischen Hürden unterschützen, die einem begegnen können“, weiß sie heute. Wenn man sich aber darauf einlässt, fange man an, die neue – scheinbar unkonventionelle – Arbeitsweise in der fremden Kultur zu schätzen. „Indien gab mir etwa die Möglichkeit, auf verschiedene Weisen zu experimentieren. Das liebe ich daran.“

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Seien Sie allen gegenüber offen

„Tun Sie sich nicht nur mit anderen gerade Zugezogenen zusammen“, lautet Pfahls dringende Empfehlung. „Gehen Sie auf örtliche Märkte und Versammlungen, erkunden Sie die Nachbarschaft und seien Sie neugierig auf alle um Sie herum – unabhängig von Alter, wirtschaftlichem Status oder ethnischer Herkunft.“ Sie selbst hat auf ihrem Weg immer wieder erfahren, dass jeder eine interessante Geschichte zu erzählen hat. Und dass man mit Offenheit schnell Anschluss findet.

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Nehmen Sie sich Auszeiten

In dem Versuch, ihr berufliches Leben aufzubauen, hat Pfahl oft die falschen Prioritäten gesetzt, „auch habe ich meine Seele und meinen Körper oft vernachlässigt.“ Gerade die indische Kultur sei sehr hektisch: Schnell fülle sich der Kalender mit privaten und geschäftlichen Terminen. „Manchmal ist es daher wichtig, sich Zeit zu nehmen und die neuen Erfahrungen zu reflektieren.“ So schöpft man auch wieder Kraft, die Schönheit der neuen Umgebung aktiv zu genießen.