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Folge 1

Ein Kindheitstraum aus den 90ern

Julia Seiter fahrend
Julia Seiter in ihrem 230 CE Coupé von 1990 in Berlin. © Stefan Haehnel

Die Unternehmerin Julia Seiter lernte einst im Mercedes-Benz ihrer Mutter das Autofahren. Heute hat sie sich mit ihrem 230 CE Coupé in Sportline-Ausführung einen Kindheitstraum erfüllt. Wir begleiten sie und ihr Schmuckstück einen Tag lang durch Berlin.

Die 90er Jahre erleben ein Revival. Somit sind auch Mercedes-Modelle aus dem bunten Jahrzehnt heute gefragter denn je. Für manche sind sie absolutes Statussymbol, für andere ein Stück Erinnerung mit Nostalgiewert. Auch Julia Seiter, Gründerin von NU Slippers, ist stolze Besitzerin eines Mercedes-Benz aus dem Jahr 1990. Für sie bedeutet ihr Auto Tradition und Familiengeschichte. Denn die 27-jährige kommt aus einer waschechten Mercedes-Familie. Zuhause, in der Nähe von Freiburg, fahren die Seiters seit den 50er Jahren ausschließlich vier Räder mit Stern. Das hat Julia geprägt. Bereits als Kind durfte sie auf dem Grundstück ihrer Eltern mit dem Mercedes ihrer Mutter üben und lernte schließlich in dieser Limousine das Autofahren. Schnell war klar, worin das erste Ersparte investiert werden soll: in den eigenen Mercedes – ganz nach dem Vorbild ihrer Mutter. Nach langer, vergeblicher Suche nach einem Cabriolet der Baureihe 124, entschloss sich Julia schließlich für den Kauf eines 230 CE Coupés in Sportline-Ausführung.

Julia Seiter im Mercedes
Bei Sonnenschein fährt Julia am liebsten mit offenem Schiebedach. © Stefan Haehnel

Der elegante, 132-PS-starke Zweitürer in Blauschwarz-Metallic mit dunklem Wurzelholz, Lederausstattung sowie breiten Sportreifen begleiten die Wahlberlinerin seit 2013 überall hin. Auch im Alltag setzt die Diplomwirtin für Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation auf Familie. Die Schuhmarke NU Slippers gründete sie gemeinsam mit ihrer Tante, mit der sie seit nun mehr 2 Jahren 400 Gramm leichte, schlichte Sommerschuhe aus Nylon-Mesh verkauft. „Nu“ ist das portugiesische Wort für nackt und steht für das luftdurchlässige Material, das dem Fuß ein Barfußgefühl gibt und die Sohle aus Polyurethan, die sich dem Fußbett komplett anpasst. Inspiration fanden sie in Portugal, dem Land, in dem ein Teil von Julias Familie lebt. Hier werden die NU Slippers produziert und in alle Teile Europas vertrieben.

Ich habe in der 124er Limousine meiner Mutter Autofahren gelernt. Ein Fahrrad wurde nie wieder angerührt.

Julia Seiter

Viel Wert auf Ästhetik und Design legt Julia nicht nur im Job sondern auch bei ihrem Auto. Besonders wichtig ist ihr aber der Erhalt des originalen Looks. Von Inneneinrichtung bis Karosserie, es werden keine Kosten und Mühen gescheut, um das Schmuckstück zu hegen und zu pflegen. So ließ sie sich ein Trucker-Radio der Marke Jensen aus den USA importieren, um das fehlende Becker Mexico 830 zu ersetzen. Zwar ist das Radio moderner und verfügt sogar über einen USB-Anschluss, passt allerdings perfekt zum Stil des Armaturenbretts. „Das Gerät sollte unbedingt ein Bernsteinfarbenes Display haben und kein buntes LED-Licht.“, so Julia. Ihren Mercedes-Stern ließ sie sich mit einem Magneten versehen und so umbauen, dass er sich leicht abnehmen und wieder einstecken lässt: „Sonst müsste ich mir in Kreuzberg jede Woche einen neuen besorgen. Wer sich in Berlin umschaut, sieht kaum noch alte Autos mit Stern, die meisten haben gleich aufgegeben und sich nur die Plakette mit dem Marken-Emblem auf den Kühler bauen lassen.“ Das kam für sie allerdings nicht in Frage. Als echte Liebhaberin geht Seiter nur ungern Kompromisse ein. Für ihre Parkscheiben von Torben Rasmussen fuhr sie extra nach Kopenhagen.

01 06

Oft wird sie gefragt, ob sie ihr Auto von ihrem Vater geerbt hätte. Verstehen kann sie das nicht – im Gegenteil, es ärgert sie. „Gerade Männer gehen nicht davon aus, dass ich mir meinen alten Mercedes bewusst gekauft habe und ein fanatischer Auto-Liebhaber bin. Das ist schade, aber ich gehe gerne als Beispiel voran“, so Julia.

Am liebsten und regelmäßig fährt die junge Entrepreneurin mit ihrem Coupé Langstrecken, zum Beispiel in die 850 Kilometer entfernte Heimat Baden-Württemberg. Das ist für sie die beste Zeit, um stundenlang zu reden, die Landschaft zu genießen und das einzigartige Fahrgefühl zu erleben. Aber auch für Kurzstrecken in Berlin schätzt Seiter ihr 90er-Jahre-Juwel: „Auch wenn man oft zu hören bekommt, man bräuchte in Berlin kein Auto, ist es unglaublich, wie sehr sich meine Lebensqualität verbessert hat. Ich bin viel eher bereit für Unternehmungen, wie z.B. eine Fahrt zum See, ein Abendessen in einem neuen Restaurant oder einen spontaner Kinobesuch nachts am Potsdamer Platz.“

Was verbirgt sich im Handschuhfach?

Julia Seiter Handschuhfach
Ein Blick in Julias Handschuhfach © Stefan Haehnel

Nicht nur der Blick in die Handtasche einer Frau verrät viel - Julia öffnete für uns ihr Handschuhfach. Darin fanden wir eine Leica X2 Kamera mit Voigtländer Sucher, Leatherman (Multifunktionstool), Hark von Doppelgangaz (Rap-Album aus Becker Radio Zeiten), Lederhülle für alle wichtigen Dokumente, eine Sonnenbrille und einen Notizblock.