Auf lokaler Entdeckungstour mit Nadja Wohlleben und dem Bell Collective

16.03.2021 | Interview: Alina Rudya/Bell Collective | Fotos: Alina Rudya, Nadja Wohlleben

Nadja Wohlleben sitzt im neuen Mercedes-Benz CLA und schaut durch die Frontscheibe.
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Begleiten Sie die Fotojournalistin und Kampfsportlerin Nadja Wohlleben auf einer Fahrt im CLA durch Berlin und Umgebung.

 Nadja Wohlleben steht auf einem Feld und macht Bilder mit ihrer Kamera, im Hintergrund sieht man den neuen Mercedes-Benz CLA.
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Ständige internationale Reisen und schwierige Situationen ist die Fotojournalistin und Kampfsportlerin Nadja Wohlleben gewohnt. Bei ihren Erkundungen zu den Rechten von Frauen und der Aufdeckung von sozialen Ungerechtigkeiten in der Welt hat sie viele Länder und Kontinente besucht – von den Slums in Nairobi bis zu den abgeschiedenen buddhistischen Klöstern im Himalaja.

Im Herbst 2020 nahm sie sich eine verdiente Auszeit von ihrem gewohnten Rhythmus und begab sich mit She’s Mercedes und dem Bell Collective auf eine ruhigere und gemütlichere Reise.

Auf einer Erprobungsfahrt mit dem neuen CLA durch Berlin und seine ländliche Umgebung erzählte sie She’s Mercedes von ihren momentanen dokumentarischen Arbeiten, ihrem Lebensprojekt, verknüpft mit einigen inspirierenden Gedanken über Female Empowerment und Stärke.

Gab es einen bestimmten Grund, warum Sie beschlossen haben, Fotojournalistin zu werden?

Von Kindesbeinen an bin ich viel mit meinen Eltern um die Welt gereist. Ich fand es toll, in verschiedene Kulturen einzutauchen, faszinierende Menschen zu treffen und ihre Geschichten zu hören. Als mein Vater starb, erbte ich seine alte Kamera und begann in meiner Teenagerzeit, mit 35-mm-Film zu fotografieren. Die Fotografie bot mir die Möglichkeit, mit Licht zu malen und meine künstlerischen Ideen zu verwirklichen. Inspiration fand ich in Fotomagazinen wie National Geographic und GEO, die mich davon träumen ließen, eines Tages Fotojournalistin zu werden.

Ich habe also schon früh mit der Fotografie herumgespielt, aber erst mit Ende zwanzig habe ich mich getraut, daraus einen Beruf zu machen. Nach meinem Masterabschluss in Anthropologie/Kulturwissenschaften habe ich zunächst als Eventmanagerin, Filmproduzentin und Journalistin gearbeitet, bevor ich schließlich an die Universität zurückkehrte und Fotojournalismus studierte. Es war die beste Entscheidung meines Lebens – ich liebe meinen Job, und so schwierig er manchmal auch sein mag, für mich ist er der beste Beruf der Welt.

Bei Ihrer Arbeit konzentrieren Sie sich stark auf Frauen, Identität und Menschenrechte. Gab es ein bestimmtes Vorkommnis oder Ereignisse in Ihrem Leben, die dieses Interesse ausgelöst haben?

Mein Interesse an Geschichten über kämpferische Frauen, die sich gegen geschlechtsspezifische Unterdrückung und körperliche Gewalt wehren, hat einen sehr persönlichen, autobiografischen Ursprung. Als Frau habe ich in meinem Leben mehrere unangenehme Situationen erlebt, in denen ich von Männern belästigt wurde, seien es völlig Fremde oder Ex-Freunde. 

Schon als kleines Mädchen hatte ich einen stark ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und konnte bei Ungerechtigkeiten nicht einfach zusehen. In der Schule habe ich mich für die Mitschüler stark gemacht, die von allen anderen gehänselt wurden. 

Als ich fünf oder sechs Jahre alt war, erzählte ich meiner Mutter, dass ich Kampfsport lernen und eines Tages eine Kriegerin werden wollte. Meine Mutter sagte mir, dass ich ein Mädchen bin und lieber Ballett machen sollte. Nach zehn Jahren Ballett, als ich alt genug war, um meine eigenen Entscheidungen zu treffen, begann ich schließlich, wie besessen Shaolin Kung-Fu zu trainieren. Seitdem ist der Kampfsport zu einem sehr wichtigen Teil meines Lebens geworden.

Bevorzugen Sie kurzfristige oder langfristige Projekte, und an welchem Fotoprojekt arbeiten Sie gerade?

Wenn möglich, arbeite ich lieber an längerfristigen dokumentarischen Projekten.

Seit 2017 arbeite ich an meinem Langzeitprojekt „Amazons“. Ich sammle rund um den Globus Geschichten von beeindruckenden Frauen, die kämpfen und sich wehren. Am Ende soll daraus ein Atlas von starken, kämpferischen Frauen in aller Welt entstehen.  

Bis jetzt habe ich die Geschichte einer Gruppe von wehrhaften Großmüttern in den Slums der kenianischen Hauptstadt Nairobi namens „Shosho Jikinge“ dokumentiert. Diese mutigen Frauen wehren sich erfolgreich gegen Vergewaltiger, die glauben, dass Sex mit einer älteren Frau sie von HIV heilen wird.

Für „A Sword & a Sari“ bin ich der 79-jährigen indischen Kampfkunst-Großmeisterin Meenakshi „Gurukkal“ gefolgt, die mit Stereotypen bricht und im indischen Bundesstaat Kerala jungen Frauen das Kämpfen beibringt. Seit 2018 verfolge ich die deutsche Boxmeisterin im Federgewicht Zeina Nassar, die dafür kämpfte, die internationalen Boxregeln zu ändern, um mit Hijab an Wettkämpfen teilnehmen zu können. Und seit 2019 arbeite ich an einem Dokumentarfotografie-Projekt, das die faszinierenden „Kung Fu Nuns of the Himalayas“ begleitet. Initiiert von ihrem progressiven spirituellen Führer, Seiner Heiligkeit Gyalwang Drukpa, setzen sich die Nonnen für Geschlechtergerechtigkeit in ihrer konservativen Kultur ein und unterrichten junge einheimische Frauen in Selbstverteidigung, um sich vor der größten Bedrohung für Frauen in der Region zu schützen: sexueller Gewalt. 

Diese Geschichten sind der Anfang von etwas, das ich mir als mein Lebensprojekt vorstelle. Je mehr ich recherchiere, desto mehr spannende Geschichten von kämpferischen Frauen entdecke ich, die ich eines Tages dokumentieren möchte. 

Nadja Wohlleben steht neben dem neuen Mercedes-Benz CLA.

Sie haben einen schwarzen Gürtel in Taekwondo und unterrichten Frauen und Mädchen in Selbstverteidigung. Gehen physische Stärke und Female Empowerment für Sie Hand in Hand?

Man muss nicht körperlich stark sein, um eine Kämpferin zu sein. Jedes Lebewesen hat die angeborene Fähigkeit, sich zu verteidigen, selbst ohne Training oder Kampferfahrung. Unser Überlebensinstinkt ist in unserer DNA fest verankert. Selbstverteidigung ist in erster Linie eine Geisteshaltung, der körperliche Aspekt kommt erst an zweiter Stelle.

Female Empowerment beruht nicht auf physischer Stärke, sondern auf einer psychologischen Entscheidung. Frauen brauchen keinen Mann als Retter – sie sind durchaus in der Lage, sich selbst zu schützen. Das Problem liegt in der Sozialisation. Mädchen wird von frühester Kindheit an gesagt, dass sie ein „braves Mädchen“ sein und niemandem Ärger bereiten sollen. Ihnen wird beigebracht, dass sie nett sein sollen, auch in unangenehmen Situationen lächeln sollen und so tun sollen, als ob alles gut wäre, selbst wenn es das gar nicht ist, anstatt zu riskieren, dass jemand anderes in Verlegenheit gerät. Bei der Selbstverteidigung geht es darum, bewusst die Entscheidung zu treffen, dass die eigene Sicherheit und Selbstachtung wichtiger sind als alles oder jeder andere. 

Statistiken belegen die traurige Wahrheit, dass jede dritte Frau in ihrem Leben irgendeine Form von körperlicher oder sexueller Gewalt erlebt hat. Weitaus weniger bekannt ist die Tatsache, dass aktive Gegenwehr die Chancen, dass ein Angreifer von einem ablässt, um 80 Prozent erhöht.

Allein die Bereitschaft, sich zu verteidigen, macht einen zu einem viel weniger attraktiven Ziel, denn die meisten Angreifer sind Feiglinge, die es einfach haben wollen und nicht erwarten, dass eine Frau sich wehrt. Die Entscheidung, dich zu verteidigen, signalisiert unbewusst, dass man sich mit dir besser nicht anlegt. Es ist dein Leben, und du hast die Macht, dieses Leben zu schützen.

Ich finde es toll, anderen Frauen Selbstverteidigung und Kampfsport beizubringen. Es ist eine sehr positive Erfahrung, zu sehen, wie meine Schülerinnen mit der Zeit stärker und selbstbewusster werden. Schon nach einem dreistündigen Kurs gehen die meisten Mädchen selbstbewusster, mit einer stolzen Körperhaltung und gefühlt zehn Zentimeter größer aus dem Raum, als sie hereingekommen sind. Das große Finale meiner Workshops besteht darin, dass die Mädchen mit bloßen Händen ein Holzbrett durchschlagen. Und von den Hunderten von Mädchen, die ich im Laufe vieler Jahre trainiert habe, haben es alle, bis auf eine, geschafft.

Nadja Wohlleben fotografiert mit ihrer Kamera.
Nadja Wohlleben fährt den neuen Mercedes-Benz CLA.

Haben Sie als Fotojournalistin das Gefühl, dass sich Ihre Arbeit von der Ihrer männlichen Kollegen unterscheidet?

Als Frau habe ich sicherlich Zugang zu Geschichten über andere Frauen, die ich als Mann in der Form nicht dokumentieren könnte.

Für Ihre Arbeiten reisen Sie oft in Länder der Dritten Welt, um Geschichten über Frauenrechte zu recherchieren. Wie sieht es mit unserer Gesellschaft aus – haben Sie das Gefühl, dass es in diesem Bereich noch Veränderungen geben muss?

Wir sind sehr privilegiert und leben in einer großen und sicheren Blase. Aber es gibt sicherlich noch viel Raum für Verbesserungen, wenn es zum Beispiel um die Gleichstellung der Geschlechter und das Lohngefälle geht. Da gibt es noch viel zu tun.

Sie sind viel allein in der Welt unterwegs. Haben Sie einige besondere Tipps, wie man im Ausland sicher allein reist?

Als alleinreisende Frau ist es wichtig, wachsam und aufmerksam zu sein und die Umgebung im Auge zu behalten. Achten Sie auf das, was um Sie herum passiert, und werden Sie nicht unvorsichtig. Denken Sie daran, dass Sie die Kraft haben, sich zu verteidigen. Unsere Intuition ist das Frühwarnsystem unseres Körpers vor drohender Gefahr. Wenn sie richtig eingesetzt wird, hilft sie Ihnen, Schwierigkeiten von Anfang an zu vermeiden. Hören Sie auf Ihre Intuition. Sie ist das schnellste Instrument zur Risikobewertung, das uns zur Verfügung steht – Ihre persönliche eingebaute Alarmanlage.

Außerdem sollten Sie Freunde und Ihre Familie über Ihre Reiseroute informieren.

Nadja Wohlleben steigt aus dem neuen Mercedes-Benz CLA.

Welches Verkehrsmittel nutzen Sie am liebsten, wenn Sie beruflich unterwegs sind?

Ich fahre wirklich gerne Auto. Es gibt mir ein wunderbares Gefühl von Freiheit, Unabhängigkeit und Mobilität. Ich kann die gesamte Kameraausrüstung, die ich benötige, problemlos mitnehmen. Ich kann jederzeit überall hinfahren und mein eigenes Tempo wählen. Deshalb reise ich am liebsten mit dem Auto. Es gibt kaum ein schöneres Erlebnis, als durch eine malerische Landschaft zu fahren, dabei deine Lieblingsmusik zu hören und laut mitzusingen. 

Frauen wie Nadja Wohlleben lassen sich von Klischees oder Ängsten nicht beirren. Die Welt des Fotojournalismus wird von Männern dominiert, und sehr häufig werden Geschichten, in denen Frauen im Mittelpunkt stehen, in den Redaktionen übergangen. Menschen, die dazu beitragen, diese Einseitigkeit auszugleichen, indem sie Themen aufgreifen, über die vorher nicht gesprochen wurde, sind eine große Inspiration.

Zusammen mit dem Bell Collective wird She’s Mercedes auch weiterhin Begegnungen mit talentierten Frauen suchen, die den Status quo infrage stellen.

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Kraftstoffverbrauch kombiniert CO₂-Emissionen kombiniert Stromverbrauch im kombinierten Testzyklus

Nach Redaktionsschluss, 16.03.2021, können sich Änderungen am Produkt ergeben haben.

1 Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Es handelt sich um die „NEFZ-CO₂-Werte“ i. S. v. Art. 2 Nr. 1 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet. Der Stromverbrauch wurde auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagenmodelle“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

4 Angaben zu Kraftstoffverbrauch, Stromverbrauch und CO₂-Emissionen sind vorläufig und wurden vom Technischen Dienst für das Zertifizierungsverfahren nach Maßgabe des WLTP-Prüfverfahrens ermittelt und in NEFZ-Werte korreliert. Eine EG-Typgenehmigung und Konformitätsbescheinigung mit amtlichen Werten liegen noch nicht vor. Abweichungen zwischen den Angaben und den amtlichen Werten sind möglich.

6 Stromverbrauch und Reichweite wurden auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Stromverbrauch und Reichweite sind abhängig von der Fahrzeugkonfiguration. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagenmodelle“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

8 Alle technischen Angaben sind vorläufig und wurden intern nach Maßgabe der jeweils anwendbaren Zertifizierungsmethode ermittelt. Es liegen bislang weder bestätigte Werte vom TÜV noch eine EG-Typgenehmigung noch eine Konformitätsbescheinigung mit amtlichen Werten vor. Abweichungen zwischen den Angaben und den amtlichen Werten sind möglich.