Fahren nach Gefühl

26.11.2020 | Autor: Rüdiger Barth | Fotos: Ghost PR

Ein Porträt der beiden Gründerinnen vom Start-up Ghost – feel it, links Laura Bücheler, rechts Isabella Hillmer.
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Das Start-up Ghost – feel it übersetzt Informationen aus dem Navigationssystem in Vibrationen.

Es ist ein urmenschliches Bedürfnis, dass wir uns verstanden fühlen wollen. Daher ist es schön, wenn jemand für uns da ist und uns über den Rücken streichelt und sagt: Wird schon! Unser Auto zum Beispiel – denn das kennt uns womöglich sogar besser, als wir uns selbst. 

Lange Zeit sind wir in unsere Autos eingestiegen und losgefahren und haben das Auto dahin gesteuert, wo wir hinwollten. Aber Menschen schätzen es, wenn jemand die eigenen Bedürfnisse erkennt, im Idealfall, bevor wir sie überhaupt selbst bemerken. Wenn unser Auto also vor uns weiß, wo wir hinwollen oder wie es uns gerade geht. „Das klingt erst einmal gruselig, aber es funktioniert“, sagt Laura Bücheler. Seit 2019 arbeitet sie zusammen mit Isabella Hillmer an solchen Systemen, die genau das können: unser Befinden lesen. Die von der Daimler AG gegründete Innovationsplattform „Startup Autobahn“ arbeitet mit dem Start-up Ghost– feel it der beiden Frauen zusammen. „Wir wissen, dass Menschen heute überlastet sind und der Kopf oft voll ist mit hunderttausend anderen Sachen“, sagt Laura Bücheler. Ghost – feel it verlagert daher Kommunikation zwischen Mensch und Auto auf einen Sinn, der in unserem Alltag wenig angesteuert wird: den Tastsinn. „Wir sollen heute überall gleichzeitig sein“, sagt Laura Bücheler. „Unser Bewusstsein wird mit Reizen bombardiert und ist überfordert. Wenn man die Kommunikation auf das Unterbewusstsein verlagert, kann sie schneller verarbeitet werden und muss nicht mit den anderen Reizen konkurrieren.“ Wir steigen also in unser Auto ein und sitzen hinter dem Lenkrad, aber steuern tun wir es nicht. Sondern unser Auto spielt mit unserem Unterbewusstsein und steuert uns.

Eine Illustration des „Haptic Seat“, welche aufzeigt, wie die Daten des Autos haptisch an den Fahrer übermittelt werden.

Die beiden Frauen haben eine Software entwickelt, über die man Daten aus dem Navigationssystem fühlen kann. „Das Schöne ist, dass es ein hochindividuelles Fahren ist, weil sich diese Vibrationsmuster in der Zukunft zum Beispiel für jeden Fahrer mit einem persönlichen Schlüssel anders kodieren lassen könnten und so ein Vibrationsmuster entsteht, das genau auf den Fahrer abgestimmt ist“, sagt Laura Bücheler. Dazu werden in die Rückenlehne des Fahrersitzes kleine Vibrationsmotoren eingebaut. Die Daten des Navigationssystems werden auf diese Motoren überspielt. Über die Vibrationen merkt der Fahrer dann, was das Navigationsgerät von ihm möchte. Die intuitive Navigation ist nur eine Möglichkeit, wie das Programm genutzt werden kann. Es kann auch erkennen, ob der Fahrer nervös, müde oder unkonzentriert ist. Das Besondere an dieser Art der Rückmeldung durch Vibration ist die Intuition, sagt Laura Bücheler: „Menschen haben gelernt, sich umzudrehen, wenn ihnen jemand auf die Schulter tippt. Das nutzen wir, indem wir die Vibrationen so konzipieren, dass sie natürliche Reflexmuster imitieren.“

Eine Illustration einer Prothese, welche aufzeigt, wie die sensorischen Daten der Prothese über das „Haptic Shirt“ an den Nutzer übermittelt werden.

Und das ist der Schlüssel zu einer Mensch-Maschinen-Beziehung. In der Medizin ist bekannt, dass Menschen, die an Nervenschädigungen beispielsweise der Hand oder in den Beinen leiden und ihre Extremitäten in der Folge nicht mehr spüren können, sich von diesen entfremden. Die Betroffenen sprechen sogar häufig in der dritten Person von dem Körperteil. Das zeigt, dass wir erst etwas fühlen müssen, um es als persönlich anzunehmen. Sehen alleine reicht nicht aus. Denn sehen können die Betroffenen ihre Körperteile noch, aber sie bekommen keine Rückmeldung mehr. Man nennt diese intuitive Rückmeldung auch Biofeedback. Wenn uns also umgekehrt etwas Biofeedback gibt und unser Unterbewusstsein signalisiert, „Ah ja, da meldet sich jemand“, dann erkennt unser Gehirn das als etwas, was zu uns gehören könnte. Und in harten Zeiten ist man über einen unverhofften Freund ja auch ganz froh.

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She’s Mercedes folgen

Kraftstoffverbrauch kombiniert CO₂-Emissionen kombiniert Stromverbrauch im kombinierten Testzyklus

Nach Redaktionsschluss, 26.11.2020, können sich Änderungen am Produkt ergeben haben.

1 Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Es handelt sich um die „NEFZ-CO₂-Werte“ i. S. v. Art. 2 Nr. 1 Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Die Kraftstoffverbrauchswerte wurden auf Basis dieser Werte errechnet. Der Stromverbrauch wurde auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagenmodelle“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

4 Angaben zu Kraftstoffverbrauch, Stromverbrauch und CO₂-Emissionen sind vorläufig und wurden vom Technischen Dienst für das Zertifizierungsverfahren nach Maßgabe des WLTP-Prüfverfahrens ermittelt und in NEFZ-Werte korreliert. Eine EG-Typgenehmigung und Konformitätsbescheinigung mit amtlichen Werten liegen noch nicht vor. Abweichungen zwischen den Angaben und den amtlichen Werten sind möglich.

6 Stromverbrauch und Reichweite wurden auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Stromverbrauch und Reichweite sind abhängig von der Fahrzeugkonfiguration. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch aller neuen Personenkraftwagenmodelle“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

8 Alle technischen Angaben sind vorläufig und wurden intern nach Maßgabe der jeweils anwendbaren Zertifizierungsmethode ermittelt. Es liegen bislang weder bestätigte Werte vom TÜV noch eine EG-Typgenehmigung noch eine Konformitätsbescheinigung mit amtlichen Werten vor. Abweichungen zwischen den Angaben und den amtlichen Werten sind möglich.