Fünf Jobs, die es vor fünf Jahren noch nicht gab

20.08.2020 | Author: Julia Mengeler | Photo: Zukunftsvision von Daimler AG, PIONEERING NeXt. Visual© xoio GmbH

Eine großstädtische Utopie mit einer Skyline im Hintergrund. Im Vordergrund sind Menschen, Drohnen, Maschinen und Autos auf den Straßen zu sehen.

Zukunftsvision von Daimler AG, PIONEERING NeXt. Visual© xoio GmbH.

Artikel teilen:

Wer jetzt darüber nachdenken sollte, in einen neuen Beruf zu wechseln, hat beste Chancen. Unternehmen lösen sich von tradierten Hierarchien und Abteilungsstrukturen und erschaffen neue, interdisziplinäre Arbeitsfelder. Ein Patchwork-Lebenslauf gilt nicht mehr als problematisch, sondern steht im Gegenteil für vielseitige Kompetenzen. Personalabteilungen warten nicht mehr darauf, bis sich geeignete Arbeitssuchende melden, sondern gehen proaktiv auf ihre WunschkandidatInnen zu. Die möglicherweise interessanteste Entwicklung: die durch Digitalisierung und sonstige neue Technologien neu entstehenden Berufe. Denn die verbinden häufig technische und kommunikative Aspekte, Eigenschaften also, die traditionellerweise eher dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugeordnet wurden. Damit könnte die neue Art von Jobs die Idee von geschlechtsspezifischen Berufen (nach der Jungen Feuerwehrmänner werden wollen und Mädchen Krankenschwester) endgültig abschaffen. Wer sich also in einem von Geschlechtsklischees freien Arbeitsumfeld bewegen möchte, sollte sich diese fünf Berufe anschauen:

Augmented Reality App Developer

Ein Blick in die Stellenportale zeigt: Augmented Reality (AR) boomt. Gesucht werden AR Solution Architects, AR Software Engineers und AR-Spezialisten aller Art. Besonders für den Handel ist das Potenzial verlockend: Über die Smartphone-Kamera werden virtuelle Objekte in die tatsächliche Umgebung projiziert, eine sogenannte „phygital experience“, bei der analoge und virtuelle Ebenen verschmelzen. Wer Lust an Codes, räumliches Vorstellungsvermögen und die Fähigkeit mitbringt, sich in die Bedürfnisse von KonsumentInnen hineinzudenken, kann in diesem Tätigkeitsfeld zeigen, dass Programmieren nichts mit männlichen oder weiblichen Fähigkeiten zu tun hat – sondern einfach mit der Lust darauf, neue Welten zu schaffen.

Chief Listening Officer (CLO)

Seit es Social Media gibt, hat ein Großteil der Menschheit die Möglichkeit, sich öffentlich zu äußern. Weltweit mehr als 500 Millionen Tweets und rund 150 Milliarden Facebook-Kommentare pro Tag, „Fake News“, Werbung, Influencer, alle reden durcheinander und die wenigsten haben wirklich etwas zu sagen. Hier kommen Chief Listening Officer (CLO) ins Spiel. Ihre Aufgabe: aus dem gewaltigen Grundrauschen im Netz „herauszuhören“, wie User über eine Marke denken. Dabei reicht es nicht, einfach nur Daten zu sammeln und nach Keywords zu filtern. Der Ton macht schließlich die Musik, deshalb müssen Aussagen auch im jeweiligen Kontext gewertet und auf ihre Tonalität geprüft werden. Dafür braucht es eine gute Mischung aus analytischer und kommunikativer Intelligenz, strategische Denke und auch emotionale Überzeugungskraft, um das eigene Unternehmen darauf vorzubereiten, sich den nicht immer nur wohlwollenden Aussagen von Usern zu stellen.

FahrzeugtechnikerIn für selbstfahrende Autos

Mit der Entwicklung hin zum automatisierten Fahren entsteht vielleicht eines der attraktivsten Berufsfelder für Allround-Talente überhaupt. Wer bisher seine Berufung nicht gefunden hat, weil einfach so viele Berufe so spannend sind oder keiner wirklich passt, findet hier vielleicht den Weg aus der Unentschiedenheit. Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Virtual Reality, Computer Vision, das sind alles Aspekte dieses Bereichs, die technisches Verständnis, abstraktes Denkvermögen und gleichzeitig hohe Sensibilität und ein Gespür für den menschlichen Faktor erfordern. Für Frauen auch deshalb besonders attraktiv, weil sie in diesem Beruf dazu beitragen können, die aus oft noch männlich dominierten Entwicklerteams resultierenden und damit eher für Männer als Frauen gemachten Anwenderszenarien auszugleichen.

Übrigens: In den USA bietet Mercedes-Benz seit einigen Jahren in Kooperation mit der Online-Akademie Udacity ein Ausbildungsprogramm an. Voraussetzung ist eine fachliche Qualifizierung als Software-EntwicklerIn.

DrohnenpilotIn

Für alle, die bei der Aufnahmeprüfung zum Pilotenschein durch den Sehtest gefallen sind, Flugangst haben oder Lust auf einen Job in der Luft, ohne abzuheben, ist der Beruf als DrohnenpilotIn eine tolle Alternative. Schon jetzt gibt es mehr Drohnen als Flugzeuge auf der Welt, die Zukunft ist also gesichert. Drohnen sind nichts für schlichte Gemüter, denn ihre Einsätze sind nicht nur positiv. Drohnen spionieren Militäreinsätze genauso aus wie Prominente in ihren umzäunten Gärten. Sie transportieren aber auch Güter in entlegene Gegenden, helfen, die Welt neu zu vermessen und inspirieren zu neuen Mobilitätskonzepten. Die Steuerung erfordert technisches Verständnis, Stressresistenz und einen ausgeprägten Orientierungssinn – genau der richtige Job für Frauen, die wissen, wo es lang geht.

User Experience (UX) Designer

Wer Websiten oder Apps gestaltet oder sonstige digitale Welten, durch die sich Nutzer bewegen sollen, muss in der Lage sein, sich in andere hineinzuversetzen und eine Anwendung immer vom Nutzer aus zu denken. „User centricity“, also der Nutzer im Mittelpunkt, ist eines der aktuellen Buzzwords in Marketing und Kommunikation. Eher an andere denken als an sich selbst, das ist zwar ein klassisch weibliches Stereotyp, aber als UX Designer trägt man entscheidend zum Erfolg on Produkten und Services bei – und damit zum eigenen.

Artikel teilen:

She’s Mercedes folgen